Rangun - Sylvester Stallone sehe in seiner neuen Rambo-Rolle wie ein "fetter Irrer mit hängenden Brüsten" aus, machte sich das burmesische Wochenmagazin "The Voice" über den 61-jährigen Schauspieler lustig. Nicht auszuschließen ist, dass die burmesische Regierung hinter der medialen Häme steckt. Stallone kämpft im vierten Teil der "Rambo"-Saga gegen die Militärdiktatur in Burma. Dafür wird er in weiten Kreisen des Landes als Volksheld verehrt. Die Regierung versucht nun offenbar, mit den von ihr kontrollierten Medien zurückzuschießen.
"Stallones todernster Blick lässt ihn wie einen Verrückten aussehen", heißt es in dem "The Voice"-Artikel weiter. Die Opposition hatte den Kampf der Filmfigur Rambo gegen burmesische Regierungssoldaten zuvor zum Symbol für ihren eigenen Widerstand gegen die Junta erklärt.
Erst im vergangenen September schlug das Militärregime einen Volksaufstand blutig nieder, der mit Protestmärschen buddhistischer Mönche begonnen hatte.
"John Rambo" ist in Burma verboten. Zur Begründung hieß es, der Film verunglimpfe das Ansehen der burmesischen Streitkräfte. Diese richten im Film ein Massaker unter der christlichen Minderheit in Burma, den Karen, an. Raubkopien des Films auf DVD kursieren dennoch und sie finden reißenden Absatz.
"Wir brauchen viele Rambos in Burma", erklärte ein 75-jähriger früherer Beamter, nachdem er den Film gesehen hatte. Und ein 22-jähriger Student fügte hinzu: "Selbst wenn es nur ein Film ist, freuen wir uns darüber, dass dieser amerikanische Söldner nach Burma kommt, um der brutalen Armee einen Denkzettel zu erteilen."
cc/AP
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