Los Angeles - Grimmige Filme, europäische Preisträger, der vorangegangene Streik der Drehbuchautoren: Das Branchenblatt "Variety" hatte schnell eine Erklärung für das Rekord-Minus bei den Academy Awards parat. Nur 32 Millionen Fernsehzuschauer verfolgten laut dem Medieninstitut Nielsen durchschnittlich die Oscar-Verleihung am Sonntag in den USA - so wenig wie noch nie seit Beginn der Quotenmessung 1974.
Oscar-Preisträgerin Cotillard: Eine Französin interessiert die US-Zuschauer offenbar nicht
Dieses Jahr gewann die brutale Menschenjagd der Coen-Brüder "No Country for Old Men"; der irische Schauspieler Daniel Day-Lewis wurde für sein Spiel als gewissenloser Ölbaron im düsteren Frühkapitalismus-Western "There will be Blood" als bester Schauspieler ausgezeichnet; die Französin Marion Cotillard in "La Vie en Rose" als beste Darstellerin. Keine US-Stars also und wenig massenverträgliches Popcorn-Kino.
Ganz im Gegensatz zu 1998: Damals sahen 55,3 Millionen US-Zuschauer zu, wie der Kassenschlager "Titanic" elf Oscars erhielt.
Dieses Jahr waren es mit 32 Millionen Zuschauern sogar weniger, als bei der Auftakt-Episode von "American Idol", dem US-Pendant zu "Deutschland sucht den Superstar", zugesehen hatten. Und nur ein Drittel der 97,5 Millionen Menschen, die Anfang Februar den Superbowl verfolgten.
cc/AFP
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