Hamburg/Los Angeles - Nach Monaten der Misere atmen Kinobetreiber dies- und jenseits des Atlantiks auf: Das erste Event-Movie des Jahres ist erfolgreich angelaufen. "Iron Man", der erste vom Comic-Konzern Marvel selbstproduzierte Action-Blockbuster mit Robert Downey Jr. in der Hauptrolle, setzte seit seinem Preview-Start Mitte vergangener Woche weltweit rund 200 Millionen Dollar um.
Comic-Held "Iron Man": Spektakuläre Eröffnung der Sommersaison
Allein in den USA startete die von Regisseur Jon Favreau humorvoll und spektakulär umgesetzte Superhelden-Saga mit 104,2 Millionen Dollar Umsatz (4105 Kinos), laut US-Medien ist das der zweitbeste Start eines Nicht-Sequels; erfolgreicher war nur der erste "Spider-Man"-Film, der 2002 mit 114,8 Millionen Dollar startete. Zweiter zu sein dürfte Marvel also wenig schmerzen, wenn die Nummer eins ebenfalls aus dem New Yorker Comic-Verlag stammt.
"Iron Man" ist nicht nur der bisher erfolgreichste Kinostart in den USA, er ist bereits nach drei Tagen der zweiterfolgreichste Film des Jahres nach "Horton hört ein Hu!". Über die generelle Krise des US-Kinos kann der Erfolg des Eisenmannes jedoch nicht hinwegtäuschen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr, als "Spider-Man 3" mit 151,1 Millionen Dollar Umsatz startete, liegen die Einspielergebnisse der Filme in den Top 12 um 15 Prozent unter den Ergebnissen des Vorjahres. Die Branche hofft nun auf einen durch "Iron Man" ausgelösten Domino-Effekt - und auf Event-Blockbuster wie "Speed Racer" und den vierten "Indiana Jones"-Film, der bereits am 22. Mai startet.
Auf Platz zwei der US-Kinocharts landete die romantische Komödie "Made of Honor" ("Verliebt in die Braut") mit "Grey's Anatomy"-Star Patrick Dempsey und Michelle Monaghan, die in 2729 Kinos 15,5 Millionen Dollar umsetzen konnte. Vorwochenspitzenreiter "Baby Mama" hielt sich mit einem Umsatzverlust von 41 Prozent und 10,3 Millionen Dollar recht passabel, das Gesamtergebnis für die Komödie liegt nach zehn Tagen bei 33 Millionen Dollar. Die Komödie "Forgetting Sarah Marshall" landete mit 6,1 Millionen Dollar auf Platz vier, Rang fünf ging an den in der Vorwoche gestarteten Klamauk "Harold and Kumar Escape from Guantánamo Bay", der sechs Millionen Dollar umsetzte.
Auch in Deutschland vollführte "Iron Man" einen Siegeszug an der Kinokasse, allerdings mit weniger beeindruckenden Ergebnissen. In 632 Kinos gestartet, konnte der Marvel-Held laut "Blickpunkt: Film" etwa 280.000 Besucher anlocken, das ist solide für eine Comic-Adaption, aber auch nicht berauschend. Grund für die Zurückhaltung der deutschen Kinogänger dürfte vor allem das sommerliche Wetter gewesen sein, aber vermutlich auch die Tatsache, dass der 1963 von Marvel vorgestellte "Iron Man" - im Gegensatz zu "Spider-Man" oder "X-Men" - hierzulande keine sehr große Fan-Gemeinde besitzt.
Auf Platz zwei hielt sich die Teenie-Komödie "Sommer" mit 120.000 Zuschauern - der einzige Film in den Top Ten, der sechsstellige Zahlen schreiben konnte. Das Spieler-Drama "21" lockte noch einmal etwas mehr als 70.000 Besucher an - Rang drei, gefolgt von "Ein Schatz zum Verlieben" und "Die Welle" mit jeweils knapp 70.000 Zuschauern.
Zwei weiteren Neustarts gelang der Sprung unter die ersten zehn Plätze: "Urmel voll in Fahrt", mit 407 Kopien gestartet, kam mit knapp 50.000 Besuchern nur auf Platz sieben. Der Vorgänger "Urmel aus dem Eis" war laut "Blickpunkt: Film" vor zwei Jahren mit 165.149 Besuchern auf Platz vier gestartet. Die Komödie "Blind Wedding" startete mit 101 Kopien, aber nur 35.000 Zuschauern - Platz zehn. Gemessen am vergangenen Wochenende, das die schwächsten Besucherzahlen des Jahres hervorbrachte, ging der Trend wieder aufwärts - 1,2 Millionen Tickets wurden gelöst.
bor/AP
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