Cannes - An der französischen Mittelmeerküste hat das 61. Filmfestival von Cannes begonnen. Der französische Filmemacher Claude Lanzmann, Regisseur der berühmten Holocaust-Dokumentation "Shoah", erklärte das Festival am Mittwochabend offiziell für eröffnet. Zuvor präsentierten sich zahlreiche Stars auf dem Roten Teppich den Schaulustigen und Fotografen, unter ihnen die Hollywood-Schauspieler Dennis Hopper, Eva Longoria und Cate Blanchett. Den Auftakt für das knapp zweiwöchige Festival an der Côte d'Azur gab der brasilianische Film "Blindness" mit Hollywoodstar Julianne Moore in der Hauptrolle.
In "Blindness", Verfilmung eines Romans des portugiesischen Nobelpreisträgers José Saramago, erblindet in einer Stadt plötzlich die gesamte Bevölkerung bis auf die Frau eines Arztes. Länderübergreifende Produktionen wie diese seien "die Zukunft des Films", sagte die 47-jährige Moore kurz vor der Eröffnung in Cannes bei einer Pressekonferenz. "Wir haben eine Gemeinschaft gebildet, darum geht es auch in dem Film." Neben Moore und ihren US-Kollegen Danny Glover und Mark Ruffalo spielen in dem Film unter anderem die Brasilianerin Alice Braga, der Kanadier Don McKellar und der Mexikaner Gael Garcia Bernal sowie Yusuke Iseya aus Japan mit.
Die Jury leitet in diesem Jahr Oscar-Preisträger Sean Penn. Bei der Eröffnungszeremonie sagte Penn sichtlich bewegt, dass in Cannes "immer große Filme und große Schauspieler" ausgewählt würden. Doch der Hollywood-Rebell nutzte die Pressekonferenz der Jury auch für neue Kritik an der derzeitigen US-Regierung: Er äußerte sich erleichtert darüber, dass Präsident George W. Bush bald abgewählt werde.
"Blindness" ist einer von 22 Filmen, die in den kommenden zehn Tagen ins Rennen um die Goldene Palme gehen. Unter anderem treten die US-Starregisseure Clint Eastwood, Steven Soderberg und Charlie Kaufman sowie der deutsche Filmemacher Wim Wenders an. Am Sonntag kommender Woche überreicht Hollywoodstar Robert de Niro dem Gewinner den Preis.
Außer Konkurrenz laufen in Cannes neben dutzenden weiteren Filmen der vierte Teil der Abenteuerreihe "Indiana Jones" von Steven Spielberg und "Vicky Cristina Barcelona" von Woody Allen. Für das Filmfest an der französischen Riviera haben sich gut 31.000 Filmschaffende und Journalisten aus aller Welt angemeldet; erwartet werden in den kommenden Tagen auch Stars wie Brad Pitt und Angelina Jolie, Harrison Ford und Adrien Brody.
amz/AFP
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