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25.05.2008
 

Filmfestival Cannes

Sympathiepreis für Andreas Dresen

Sicher, die Goldene Palme des Hauptwettbewerbs ist der wichtigste Preis, den Cannes vergibt. Dennoch fand die Nebenreihe "Un certain regard" große Beachtung. Darin zeigte der deutsche Regisseur Andreas Dresen ein Drama über alte Menschen und die Liebe - und gewann einen Sonderpreis.

Hamburg - Der Berliner Regisseur Andreas Dresen ist in Cannes für sein Drama "Wolke 9" mit einem Sympathiepreis ausgezeichnet worden. Vor dem offiziellen Abschluss des Festivals am Sonntagabend erhielt Dresen zum Ende der Nebenreihe "Un certain regard" den Jurypreis "Coup de Coeur" (Herzschlag).

Szene aus "Wolke 9": Ausgezeichnet mit dem "Coup de Coeur"
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Senator Film

Szene aus "Wolke 9": Ausgezeichnet mit dem "Coup de Coeur"

"Wolke 9" ist eine leidenschaftliche und körperliche Liebes- und Eifersuchtsgeschichte unter drei alten Menschen in Berlin und war außerhalb des Wettbewerbs um die Goldene Palme in Cannes vom Publikum gefeiert worden.

Der Hauptpreis der offiziellen Reihe "Un certain regard" ging an "Tulpan" von Sergej Dvortsevoj aus Russland. Den Jurypreis erhielt der Japaner Kiyoshi Kurusawa für "Tokyo Sonata".

Außerdem verteilte die Jury unter dem Vorsitz des deutsch-türkischen Filmemachers Fatih Akin noch einen "Knockout-Preis" für den Dokumentarfilm über den Boxer Mike Tyson und einen Hoffnungspreis für das in Afrika spielende Kinderdrama "Johnny Mad Dog" von Jean-Stéphane Sauvaire aus Frankreich.

Der 44-jährige Dresen konnte die Auszeichnung am Samstag nicht persönlich entgegennehmen, freute sich aber gemeinsam mit seinem Team: "Wir sind überglücklich und befinden uns auf 'Wolke 9'!", ließ er erklären. "Es war für mich die erste Erfahrung in Cannes und nach der bereits überwältigenden Publikumsresonanz nun auch noch einen Preis zu erhalten, ist natürlich die schönste Bestätigung unserer Arbeit."

Fatih Akin versuchte derweil zu erklären, warum die Jury unter seinem Vorsitz so viele Auszeichnungen verteilte: "Unser Auftrag war, drei Preise zu vergeben. Aber angesichts der Qualität und der Reichhaltigkeit des Angebots und als Beweis unserer großen Begeisterung, haben wir beim Festival um die Erlaubnis gebeten, noch zwei Filme mit Ehrenpreisen anerkennen zu dürfen."

Der Preis der Ökumenischen Jury in Cannes wurde dem Wettbewerbsfilm "Adoration" von Atom Egoyan zuerkannt, der religiöse Elemente mit Terrorangst und der veränderten Kommunikation der Menschen im Internet miteinander verbindet.

Der mit 5000 Euro dotierte Große Preis der Nebenreihe "Critic's Week" ging an den Film "Snijeg" ("Schnee") der in Sarajevo geborenen Regisseurin Aida Begic. Der Film erzählt vom Überleben einer kleinen Gruppe nach einem Krieg während der kalten Wintermonate. Der deutsche Beitrag "Das Fremde in mir" über eine Mutter mit Wochenbettdepression ging in dieser Nebenreihe leer aus.

Der belgische Film "Eldorado" von Bouli Lanners erhielt gleich drei kleinere Auszeichnungen: den Preis der Internationalen Filmkritikerjury, das "Label Europa Cinemas" sowie den Nachwuchspreis "Regards Jeunes". Der ungarische Wettbewerbsbeitrag "Delta" über eine inzestuöse Beziehung zwischen zwei Geschwistern wurde am Samstag ebenfalls mit dem Preis der Filmkritiker ausgezeichnet. Ein weiterer Preis der internationalen Filmkritiker-Vereinigung Fipresci ging an das Debüt "Hunger" des Londoners Steve McQueen.

tdo/dpa

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