Von Daniel Sander
Wer Abba-Lieder nicht mag, hat in diesem Film nichts zu suchen, so einfach ist das. Regisseurin Phyllida Lloyd hätte sich noch so sehr um cineastische Finesse für ihre Kinoversion des Bühnenmusicals "Mamma Mia!" bemühen können, und trotzdem könnte man keinen echten Abba-Gegner davon überzeugen, sich knapp zwei Stunden mit Schauspielern auseinanderzusetzen, die sich alle paar Minuten diverse Heuler der schwedischen Popper entgegenschmettern.
Nun gibt es allerdings viele Leute, die genau das ganz großartig finden – wenn man die Besucherzahlen der weltweit insgesamt 20 Produktionen von "Mamma Mia!" seit 1999 in London, New York oder Berlin nimmt, sind es über 30 Millionen.
In Deutschland haben sich die Menschen nicht einmal davon abhalten lassen, dass die Abba-Lieder für die Bühne einfach eingedeutscht wurden, wodurch so reizvolle Titel wie "Der Sieger hat die Wahl" statt "The Winner takes it all" entstanden sind.
Für die Filmversion hat man sich in Deutschland letztlich gegen eine komplett eingedeutschte Version entschieden (in der Frage gab es bis vor kurzem noch einige Missverständnisse), was eine gute Idee war. Denn wenn schon Meryl Streep die weibliche Hauptrolle spielt, dann will man sie auch original singen hören, die kann das nämlich.
Als leicht verbitterte Hippie-Überlebende Donna betreibt sie auf der fiktiven griechischen Insel Kalokairi eine heruntergekommene Herberge und bereitet sich widerwillig auf die Hochzeit ihrer Tochter Sophie (souverän: Amanda Seyfried) vor, die heimlich ihre drei potentiellen, aber ahnungslosen Väter eingeladen hat: den Abenteurer Bill (gut aufgelegt: Stellan Skarsgård), den Bankier Harry (charmant: Colin Firth) und den Geschäftsmann Sam (hat sich stets bemüht: Pierce Brosnan).
Von denen hat Sophie im Tagebuch ihrer Mutter gelesen und findet nun, dass die eigene Hochzeit der geeignete Rahmen wäre, endlich zu klären, wer sie nun gezeugt hat. Das ergibt als Handlung zwar nicht viel Sinn, dient aber sowieso nur als Entschuldigung, in mehr oder weniger geeigneten Momenten auf die unvermeidlichen Abba-Hits überzuleiten. Donna erklärt ihre finanziellen Probleme: "Money, Money, Money". Donna erschreckt sich, als sie ihre drei Ehemaligen entdeckt: "Mamma Mia!" Das junge Brautpaar erklärt sich zwischendurch noch mal seine Liebe: "Lay all your Love on me". Und so weiter.
An dieser Stelle könnte man sich aufregen über die Löcher im Drehbuch, die immer noch eher bühnenhafte Inszenierung oder ein paar allzu schlichte Dialoge.
Aber warum sollte man? Meryl Streep ist toll, die anderen Darsteller halten meist gut mit, die Lieder sind nun einmal wunderbar, alles ist bunt und aufgekratzt und gut gelaunt, ein Film für den Sommer. Oft am Rande der Peinlichkeit, manchmal mit brillanten Momenten und immer ein Riesenspaß. So wie Abba eben.
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Immer dieses ständige ausdiskutieren - muss das sein? Am Rande der Peinlichkeit, Löcher im Drehbuch? Der Film ist grandios! Ich hatte selten soviel Spaß im Kino wie bei Mamma Mia – viel zu lachen, was fürs Herz, schöne Menschen in [...] mehr...
Wobei es mich irgendwie nicht wundern würde, wenn das auch wieder alles synchronisiert wird. Das wäre jedenfalls mal ne gute Gelegenheit, einen Film im Original mit Untertiteln zu zeigen (sollte es m.E. eh viel öfter geben, ist [...] mehr...
Ich gebe dem Autor recht, wer ABBA noch nie gemocht hat, dem wird auch dieser Film nicht gefallen. Aber wer schon das Musical mit Begeisterung gesehen hat, der wird auch hier auf seine Kosten kommen. Mir hat er auf jeden Fall [...] mehr...
Habe den Film gestern in einer Vorab-Premiere gesehen und für durchaus ansehnlich befunden. Auch wenn die Grenze zur Peinlichkeit meiner Meinung nach öfters überschritten wird - wann habe ich das letzte Mal 90 Minuten lang [...] mehr...
Ich denke der Film ist eine nette Popcorn Unterhaltung und er wird seinen Stammplatz in den Open Air Sommerkinos finden… Eine größer Diskussion über wenn und aber und sollte man…. ist hier eigentlich zu viel des Aufwandes… mehr...
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