Dieser Beitrag ist Teil einer Themenseite. Alle Artikel und Hintergründe
Von Daniel Sander
Vor zehn Jahren war noch alles in Ordnung. Es gab nur drei "Krieg der Sterne"-Filme, und alle waren sie millionenfach geliebte Klassiker, sogar "Die Rückkehr der Jedi-Ritter", trotz dieser albernen Ewoks. Und die ganze Welt freute sich auf eine neue "Star-Wars"-Trilogie, die der Erfinder des Ganzen, George Lucas, angekündigt hatte. Drei Filme, die sich der Vorgeschichte widmen sollten – dem Mysterium, wie aus dem kleinen Anakin Skywalker erst ein großer Jedi und später der gefürchtete Darth Vader wurde. Klang toll.
Dann kam "Episode I: Die dunkle Bedrohung". Eine seelenlose Effekte-Show, langweilig, mit dem dämlichen Reptilwesen Jar Jar Binks streckenweise sogar peinlich. Danach "Episode II: Angriff der Klonkrieger". Schlimm. Und schließlich "Episode III: Die Rache der Sith", über den man sich fast schon freuen konnte, weil er dem unwürdigen Spektakel ein immerhin mittelmäßiges Ende setzte.
George Lucas und seine Firma Lucasfilm haben mit den drei Prequels unvorstellbar viel Geld verdient, aber dem Mythos "Krieg der Sterne" haben sie dabei schweren Schaden zugefügt. Jetzt gibt's noch mehr Geld und noch mehr Schaden, denn nun kommt ohne großen Hype auf einmal noch ein neuer "Star Wars"-Film in die Kinos.
Wobei die Bezeichnung "Film" nicht wirklich zutrifft, denn eigentlich handelt es sich bei dem komplett computeranimierten "The Clone Wars" mehr um ein auf Leinwandgröße gepumptes PR-Instrument für die neue gleichnamige TV-Serie, die bald starten soll. Absurderweise basiert der Film dabei auf einer anderen TV-Serie aus dem "Star Wars"-Universum, deren eher simpel animierte Kurzfolgen hierzulande zusammengefasst auf DVD unter dem doch recht ähnlichen Namen "Clone Wars" erhältlich sind.
Vielleicht wäre die schlichte Story besser zu verkraften, wenn "The Clone Wars" wenigstens schön animiert wäre. Da man für eine spätere TV-Serie aber kein normales Kino-Budget bekommt, sieht der Film mit seinem sehr bunten 3-D-Manga-Look auch noch erschreckend billig aus. Die Hintergründe bleiben stets unbeweglich, auf allzu viele Details hat man lieber verzichtet, und die Figuren bewegen sich immer leicht ungelenk, etwa so wie man es aus älteren Computerspielen kennt. Ihren Schauspieler-Vorbildern aus Episode I–III sehen sie dabei durchaus ähnlich, wirken mangels Mimik aber eher wie Holzpuppen.
Ein bisschen ist das wie die Augsburger Puppenkiste, nur ohne die Fäden.
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH