Hamburg - Er steigt hoch, höher - aber bis ganz nach oben fliegt er nicht. "The Dark Knight" konnte bei seinem Start in Deutschland keine Rekorde aufstellen. Doch die Zahlen waren die bislang besten einer Comic-Verfilmung seit "Spider-Man 3" im Mai des vergangenen Jahres. In 674 Kinos gestartet, brachte es der Sommerüberflieger laut "Blickpunkt: Film" von Donnerstag bis Sonntag auf zunächst einmal 710.000 Besucher.
In der Endabrechnung, wenn die Zahlen aus Previews und Vorstartscreenings addiert sind, sollte der "Dunkle Ritter" deutlich besser abschneiden. Möglicherweise reicht er dann bereits am Startwochenende an das Gesamtergebnis des Vorgängers "Batman Begins" heran, der 2005 auf 881.569 Zuschauer gekommen war.
Das wäre schon eine Superheldentat, vor allem, wenn man bedenkt, dass Comic-Verfilmungen besonders in diesem Jahr einen schweren Stand in Deutschland hatten: Ein US-Superhit wie "Iron Man" schaffte in den Staaten mehr als 300 Millionen Dollar Einspielergebnis, während er in Deutschland nicht einmal die Eine-Million-Besucher-Marke nahm.
Insgesamt erreichte "The Dark Knight" das viertbeste Startergebnis des laufenden Kinojahres, hinter der Will-Smith-Doppelnummer "Hancock" und "I Am Legend" sowie "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels", die jeweils an ihrem Startwochenende mehr als eine Million Zuschauer anziehen konnten.
Auf Platz zwei landete "Leg dich nicht mit Zohan an", eine Komödie mit Adam Sandler in der Rolle eines Mossad-Agenten, der zum Friseur umschulen will (285.000 Zuschauer). Der cineastische Abba-Evergreen "Mamma Mia!" strebt nach 205.000 Kinogängern an diesem Wochenende auf die Drei-Millionen-Besucher-Marke zu und verspricht damit erfolgreichster Film von Universal in diesem Jahr zu werden.
Der Neustart "Räuber Kneißl" schaffte den Sprung unter die ersten Zehn: Marcus H. Rosenmüllers in 73 Kinos gestartete Räuberpistole kam mit 35.000 Zuschauern auf Platz sieben. Insgesamt wurden in Deutschland 1,9 Millionen Tickets gelöst.
In den USA konnte "Tropic Thunder" laut "Blickpunkt: Film" seine Spitzenposition knapp verteidigen. Mit 16,1 Millionen Dollar hieß das für die von Ben Stiller als Regisseur verantwortete Hollywood-Satire (mit Stiller, Jack Black und Robert Downey Jr. in den Hauptrollen) erneut Platz eins.
Insgesamt spielte die Geschichte über Schauspielstars, die sich unvermittelt in einem echten Drogenkrieg wiederfinden, 65,7 Millionen Dollar nach nur zwölf Tagen ein. Voraussichtlich wird "Tropic Thunder" damit der letzte und 15. Titel des Kinosommers sein, der die 100-Millionen-Dollar-Marke erreicht.
Das neu gestartete Häschen-Komödchen "The House Bunny" machte dem Spitzenreiter das Leben überraschend schwer. In 2714 Kinos gestartet, schaffte es der Film mit Anna Faris auf 15,1 Millionen Dollar. Damit war er besser als der Wochenendfavorit "Death Race". Paul W.S. Andersons bestenfalls loses Remake von Paul Bartels böser Satire "Frankensteins Todesrennen" spielte in 2532 Kinos 12,3 Millionen Dollar ein.
Auf Platz vier folgte "The Dark Knight ", der am sechsten Wochenende noch immer achtstellige Umsatzzahlen schrieb: Der Superhit des Sommers spielte 10,3 Millionen Dollar ein - und schraubte sein Gesamtergebnis auf gigantische 489,2 Millionen Dollar. Die Top fünf beschließt der eher maue Animationsfilm "Star Wars: The Clone Wars", der 61 Prozent abbaute und 5,7 Millionen Dollar umsetzte. Nur knapp in die Top Ten schaffte es der eher enttäuschende Footballfilm "The Longshots" mit Ice Cube (4,3 Millionen Dollar).
tdo
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH