Mittwoch, 10. Februar 2010

Kultur



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29.10.2008
 

"Bond"-Weltpremiere in London

Einarmiger Agent auf rotem Teppich

Berauschte Fans, royale Ehrengäste und London bei Nacht: Mit einem Premieren-Spektakel hat sich Daniel Craig für den neuen Bond-Film "Ein Quantum Trost" feiern lassen. Tapfer schritt er mit Schulterverletzung über den roten Teppich - Filmpartnerin Olga Kurylenko bekam Vorwürfe aus der Ferne.

London - Jubel um den Agenten ihrer Majestät: Mit allen Hauptdarstellern und den Prinzen William und Harry hat der neue James-Bond-Film "Ein Quantum Trost" am Mittwochabend in London Weltpremiere gefeiert. Eingetaucht in ein Blitzlichtgewitter ließen sich Bond-Darsteller Daniel Craig, Bond-Girl Olga Kurylenko und Bond- Gegenspieler Mathieu Almaric auf dem roten Teppich von Tausenden Fans bewundern. Die ersten 007-Freunde hatten sich schon zehn Stunden vor der Premiere bei niedrigen Temperaturen an den Absperrgittern auf dem Londoner Leicester Square eingefunden. Als Ehrengäste warben die Prinzen Harry und William für zwei Wohltätigkeitsorganisationen.

Craig kam im schwarzen Smoking und sah elegant wie der Bond im Film aus, abgesehen davon, dass er seinen rechten Arm in einer Schlinge trug. Grund ist eine Schulterverletzung, von der er nicht weiß, wann genau er sie sich zugezogen hat. "Die Premiere ist etwas ganz besonderes, darauf kann man sich nicht vorbereiten", sagte der 40-Jährige ein wenig schüchtern in die Kameras am roten Teppich - ganz anders als der Held im Film.

Bei der Frage nach seinem Lieblings-Bondgirl musste er nicht lange nachdenken: "Die in meinem Arm natürlich", sagte er mit Blick auf seine Partnerin Satsuki Mitchell. Dann nahm er sich einige Minuten Zeit, Autogramme zu schreiben.

Bond-Girl Kurylenko, 28, erschien im eleganten roten Abendkleid und winkte kokett Fans und Journalisten zu. Nicht minder verzückt waren die Fans von den Prinzen Harry und William. Wie Popstars wurden sie von kreischenden Mädchen empfangen, als sie in schwarzen Smokings ihren Limousinen entstiegen.

"Verrat sozialistischer Ideale"

Der 22. Bond-Film, der am 3. November in Berlin seine Deutschlandpremiere hat, knüpft an den Vorgänger an und beginnt inhaltlich dort, wo "Casino Royale" vor zwei Jahren aufhörte. Bond will diesmal herausfinden, wer hinter dem Verrat an seiner großen Liebe Vesper steckt. Dabei kämpft 007 wieder einmal an den unterschiedlichsten Schauplätzen der Welt.

Gar nicht begeistert waren die für scharfe Reaktionen auf westliche Filme bekannten russischen Kommunisten: Sie warfen der Ukrainerin Kurylenko pünktlich zum Filmstart "Verrat sozialistischer Ideale" vor. Dass sich die 28-Jährige in "Ein Quantum Trost" Bond an den Hals werfe, sei unpatriotisch. Zudem sei die Liaison mit dem Spion eine Schande für das Slawentum, hieß es am Mittwoch in einer Stellungnahme der Partei aus St. Petersburg in der Zeitung "Nesawissimaja Gaseta". "Wo ist Dein Gewissen? Während Deine Altersgenossinnen in der Ukraine gegen die Nato demonstrieren, genießt Du die Ruhe an der azurblauen Küste", heißt es darin weiter.

Bei Filmkritikern in Großbritannien hatte "Ein Quantum Trost" ein gemischtes Echo ausgelöst. Die Leistung von Bond-Darsteller Craig in seinem zweiten 007-Streifen wurde zumeist gewürdigt, die Geschichte schien vielen Kommentatoren jedoch zu dünn. Gemessen am Einspielergebnis ist "Casino Royale" bislang der erfolgreichste Film. Der erste Streifen mit Craig in der Hauptrolle hatte weltweit umgerechnet 475 Millionen Euro eingespielt.

Eingefleischte Bond-Fans sind vom Erfolg des neuen Films ohnehin überzeugt, so auch der Vorsitzende des Internationalen James Bond Fanclubs, David Black. "Jeder führt doch ein langweiliges eintöniges Leben, und wenn wir diesen Mann sehen, der mit schönen Frauen in Aston Martins herumfährt und an den exotischsten Plätzen der Welt ist, denken wir: "Ich wünschte, ich wäre er."

Thomas Pfaffe, dpa

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