Hamburg - Mit seiner Kritik hat sich Michael Buback im Streit um den RAF-Film öffentlich auf die Seite von Ignes Ponto gestellt. Die Macher des Films "Der Baader-Meinhof-Komplex" hätten mit den Angehörigen Rücksprache halten müssen, sagte Buback im Deutschlandradio Kultur.
Der Verlust eines Menschen durch Terror sei ein so persönliches Schicksal, dass man jede Empfindung der betroffenen Angehörigen akzeptieren müsse, betonte er. "Ich denke an meine Mutter, die seit 30 Jahren ohne ihren Mann lebt. Wenn sie jetzt in so einen Film kommt und muss sich das anschauen, hätte man ihr vorher schildern können, was etwa auf sie zukommt."
Buback kritisierte die Art, wie mit den Witwen der RAF-Opfer umgegangen worden sei: "Ich hätte gedacht, dass man doch etwas Fürsorge hat und dass man versucht, solche Belastungen, wie sie jetzt bei Frau Ponto spürbar und verständlich sind, von vorneherein versucht zu entschärfen und darauf Rücksicht nimmt."
Nach Informationen des SPIEGEL will Ignes Ponto gerichtlich gegen die Produktionsfirma Constantin Film vorgehen. Damit wolle sie erreichen, dass die Szene der Ermordung ihres Mannes künftig nicht mehr gezeigt werden dürfe. Zuvor hatte Ponto bereits aus Protest gegen die vermeintlichen Verfälschungen des Films ihr Bundesverdienstkreuz zurückgegeben. Der Film habe "in geschmacklosester Weise" ihre Gefühle verletzt. Ignes Ponto habe den Mord an ihrem Mann ganz anders als in den gezeigten Filmszenen erlebt. Insbesondere habe sie während der Ermordung ihres Mannes nicht wie im Film dargestellt auf der Terrasse gesessen, sondern sei im Nachbarraum gewesen und habe letztlich miterleben müssen, wie auf ihren Mann geschossen worden sei.
Die Constantin Film bestätigte am Montag auf Anfrage der ddp, dass Gespräche mit dem Berliner Rechtsanwalt Christian Schertz stattgefunden hätten, der Ignes Ponto vertritt. "Eine konkrete Klagedrohung liegt allerdings nicht vor", erklärte die Produktionsfirma. Rechtsanwalt Schertz wollte sich zu dem Fall nicht äußern.
ely/ddp/dpa
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