Von Daniel Sander
Dies ist ein Film, bei dem man mit klassischer Kinokritik nicht weit kommt. Aus künstlerischer Sicht ist "Marley & Ich" ein Trümmerfeld. Es geht um ein junges und sympathisches Journalistenpärchen (Owen Wilson und Jennifer Aniston), das sich vorm Kinderkriegen sicherheitshalber erst mal einen Hund zulegt, der die nächsten 13 Jahre dann ein fester Bestandteil des Lebens der beiden und ihrer wachsenden Familie wird. Der entzückende Labrador Retriever Marley ist etwas ungehorsam und wild, weswegen es am Anfang ein paar wenig originelle, aber amüsante Szenen mit zerfetzten Möbeln und einer drakonischen Hundetrainerin (Kathleen Turner) gibt.
Viele Zuschauer werden danach auf einen großen dramatischen Konflikt warten, auf einen Höhepunkt, einen Hinweis darauf, was diese Geschichte so besonders macht. Doch da kommt nichts. "Marley & Ich", nach dem autobiografischen Romanerfolg von John Grogan verfilmt von David Frankel ("Der Teufel trägt Prada"), ist keine besondere Geschichte. Im Grunde reiht Frankel nur hoch professionell die Szenen einer zutiefst gewöhnlichen Ehe aneinander. Die beiden streiten sich manchmal ein bisschen, haben sich meistens lieb, es kommen Kinder, er wird befördert, sie gibt den Job auf, sie ist etwas frustriert, dann wieder nicht, sie ziehen um - was eben so passiert in 13 Jahre einer Beziehung, nur dass die ganze Zeit ein Hund durchs Bild läuft.
Ein dramaturgisches Konzept gibt es nicht wirklich, wie zufällig werden die einzelnen Szenen präsentiert - als wären es kleine süße Filmchen für sich und nicht aufeinander bauende Teile eines großen Ganzen. Daraus ergibt sich weniger ein Film als ein plätschernder Zeitvertreib - bis zum einzig wirklich wichtigen Teil von "Marley & Ich": dem großen tränenreichen Finale, das zwar fast schon obszön manipulativ daherkommt, aber niemanden, der jemals einen Hund besessen oder lieb gewonnen hat, trockenen Auges aus dem Kinosaal entlassen wird.
"Marley & Ich" mag kein wertvoller oder gar wichtiger Film sein, aber er ist ohne Frage gut gemacht. Die zwei Hauptdarsteller kommen so charmant und ungezwungen rüber, dass man ihnen das liebenswürdige Pärchen von nebenan sofort abnimmt; immer wenn es langweilig werden könnte, lässt der Regisseur einfach den Hund irgend etwas kaputtmachen, und am Ende hat man vor lauter Rührung sowieso fast vergessen, dass vorher nichts Nennenswertes passiert ist. Und in der Hinsicht macht David Frankel das Entscheidende richtig: Er nimmt das erwartbarerweise größtenteils aus passionierten Hundefreunden bestehende Publikum ernst genug, dass er einfach eine ganz normale Beziehung zwischen Mensch und Hund zum Besonderen und Zeigenswerten erklärt - ein Film für eine verschworene Gemeinschaft, den eben nicht verstehen kann, wer nicht dazugehört.
Katzenfans halten sich besser fern.
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Kommen sie eben nicht, solche Filme kriegen in der Regel was sie verdienen oder sogar noch einiges mehr (ansonsten gerne ein konkretes Gegenbeispiel als Beleg..). Und das obwohl diese Filme zwar einen durchaus simplen Plot [...] mehr...
Ich würde mir den Film sowieo nur wegen Jennifer Aniston ansehen. Da fände ich den Hund eh nur störend. ;-) mehr...
Naja, Katzen lassen sich ja eher schlecht dressieren. Liegt vielleicht daran? ;) Es gibt aber nette Bücher, mit und um Katzen. Das hier: http://www.amazon.de/Die-Katze-nach-Paris-reiste/dp/3442428157 mehr...
...genau wie die meisten Zombie-, Teenieslasher und sonstigen Horrorfilme, bei denen handlungsgmäßig "auch nichts passiert", außer daß halt einen Haufen Leuten der Kopf weggeschossen, abgeschlagen - oder Teile davon [...] mehr...
Gegenfrage: Gibt es denn lustige oder gar gute "Hundefilme"? Wären mir jedenfalls auch noch nicht begegnet. Aber ansonsten, Katzen in tragenden Rollen sind wirklich nicht sehr gebräuchlich, aber wie wärs mit Shrek 2 [...] mehr...
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