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28.06.2009
 

Hollywoods neues Sex-Symbol

Eine ganz schön schlaue Fox

Von Roland Huschke

"Fuck Disney!": Eine ernsthafte Charakterrolle hatte Megan Fox noch nicht, aber eine große Klappe, eine eigene Meinung und ein umwerfendes Äußeres. Der "Transformers"-Star ist Hollywoods neues Sex-Symbol und setzt an, Angelina Jolies Nachfolgerin zu werden - als Everybody's Anti-Darling.

Jedes Jahr im Sommer, wenn Hollywood auf Materialschlachten setzt und computergenerierte Effekte die Regie übernehmen, verwandeln sich auch smarte Schauspieler in Interviewautomaten. Zuletzt Christian Bale und Hugh Jackman zu ihren aktuellen Filmen: Wortreich diktierten sie die psychologische Entwicklung ihrer Figuren in die Mikros der Reporter. Wohl wissend, dass es bei Gelddruckmaschinen wie "Terminator" oder "Wolverine" natürlich nur um Schauwerte geht, zwischen denen charakterliche Nuancen des Personals gerne pulverisiert werden. Der Begriff Blockbuster hat seinen Ursprung nicht umsonst bei Fliegerbomben, die ganze Häuserblocks sprengten.

Ausgerechnet bei "Transformers - Die Rache" jedoch, dem teuersten, lautesten, ja superlativsten Spektakel der Saison, gibt es plötzlich ganz andere Töne zu hören. "Kein Mensch tut so, als ob es hier um die Story ginge - schön bescheuert, wer das alles zu analysieren versucht", stand zum Beispiel im britischen Kinoblatt "Total Film". Oder: "Dieser Film ist nicht dazu gedacht, dein Leben zu verändern - und wenn du ihn nicht sehen willst, dann spar dir dein Geld und bleib verdammt nochmal zu Hause".

Geburtsname Fox

Diese erfrischend wahren Worte stammen von Megan Fox, um die im angloamerikanischen Raum derzeit ein Personenkult veranstaltet wird, wie ihn selbst die Starfabrik Hollywood nicht alle Tage erlebt. Im Wochentakt ziert die 23-jährige Schauspielerin Titelseiten renommierter Popkultur-Magazine. Wahlweise wird die Film-Partnerin von Shia LaBeouf in "Transformers" zur Nachfolgerin Angelina Jolies ("Entertainment Weekly") oder wenigstens zur Frau des Jahres ("Esquire") erklärt. Hyperventilierend verfolgen Fans und Paparazzi den Status ihrer sechs in Produktion oder Planung befindlichen Folgeprojekte.

Ein Blick auf ein beliebiges Foto von Fox, deren unglaubwürdiger, aber sehr effektvoller Nachname angeblich seit ihrer Geburt in Tennessee im Pass steht, erübrigt die Ursachenforschung: Seit sie von Terry Richardson im Oktober 2008 für GQ im Bikini und mit Kirsche oder Eiswürfel zwischen den voluminösen Lippen fotografiert wurde, hat sich die Branche auf ihre Inszenierung als Männerphantasie, als foxy lady, festgelegt.

Die Vorlage lieferte Regisseur Michael Bay vor knapp zwei Jahren im ersten "Transformers"-Film, als er Fox im knappen Minirock und bauchfreien Top einen Automotor inspizieren ließ - und mit diesem abgeschmacktesten aller Schlüsselreize (PS plus Lolita) einen Moment der Kinogeschichte schuf, den mindestens die Generation der heute 16-Jährigen nie vergessen wird.

Im zweiten Teil der Transformers-Saga wird der Effekt "schamlos" (Bay) mit Hot Pants und Motorrad wiederholt, was vielen Rezensionen nach zu urteilen auch Kritikern besser gefällt als explodierende Roboter.

Das alles wäre nur ein weiteres Beispiel für die Degradierung junger US-Schauspielerinnen und -Sängerinnen zu Sex-Objekten und -Symbolen, wenn nicht Fox selbst bei jedem Anlass selbstbewusst und mit herrlich großer Klappe Abstand nähme von derlei Mechanismen. "Schauspielerei ist ein seltsamer Beruf", sagt sie, "denn wir werden dafür bezahlt, Liebe und Attraktivität vorzutäuschen. Das ist letztlich nichts anderes als eine Form von Prostitution. Doch ich hatte keine Ahnung, bevor ich in dieses Geschäft kam, wie viele gestörte Personen der Job anzieht. Die meisten Schauspieler sind narzisstische Deppen oder totale Alkoholiker - es war herzzerreißend zu erleben, wie viele große, von mir bewunderte Stars nichts besseres zu tun hatten, als mich auf schmierigste Weise ins Bett ziehen zu wollen, als ich sie persönlich traf."

Megan hasst Disney, liebt Marihuana

Zu sagen, welche prominenten Kollegen ihr an die Wäsche wollten, so weit geht Fox dann doch nicht. Und es ist sicher nicht so, als ob sie sich mit Händen und Füßen gegen die Vermarktung ihres Äußeren wehrte - man erinnere sich an ihren Auftritt im unverschämt geschlitzten Kleid kürzlich bei der "Transformers"-Premiere in Berlin. Aber weil im Hollywood dieser Tage nur überleben kann, wer bei aller Freude am Geschichtenerzählen auch einen ausgeprägten Geschäftssinn hat, positioniert sie sich durchaus bewusst als Everybody's Anti-Darling. Als Gegenentwurf zu Schauspielerinnen, die "im Sommerkleidchen mit brav überkreuzten Beinen bei David Letterman sitzen und von ihren Umweltautos erzählen, weil man dafür billigen Applaus bekommt."

Stattdessen kompensiert Fox ihren Frust über die ihr zugeteilte Püppchen-Rolle mit gesundem Menschenverstand und scharfer Zunge. Den Disney-Konzern attackiert sie ("Fuck Disney!") wegen seiner rigiden moralischen Ansprüche an Jungstars wie Miley Cyrus. Die religiöse Rechte benennt sie als "engärschige, Bibel-wedelnde Frauenfeinde". Und die Verteufelung leichter Drogen verlacht sie mit den Worten: "Sobald Marihuana legalisiert wird, bin ich die Erste in der Schlange, um ein paar Joints zu kaufen."

Alles Ansichten, die man nicht teilen muss, für deren mutige Verteidigung man Fox aber dennoch umarmen möchte, weil so etwas in Hollywood außer ihr höchstens Männer zu sagen wagen, meistens Sean Penn oder Mickey Rourke. Bei den jungen Frauen in Hollywood ist Haltung ein Fremdwort. Nicht umsonst ätzte Regisseur Steven Soderbergh unlängst, dass er inzwischen "natürlichere Images in der Pornobranche als im Mainstream-Hollywood" finde.

Der Effekt der Foxschen Offenheit mag kalkuliert sein. Doch obwohl sie bisher in keiner nennenswerten Charakterrolle zu sehen war, besitzt die Newcomerin dadurch bereits ein öffentliches Profil, das neugierig macht auf kommende Filme, "in denen ich tatsächlich auch schauspielern darf und nicht nur Dekoration bin".

Noch diesen Herbst startet "Jennifer's Body" nach einem Drehbuch von "Juno"-Oscarpreisträgerin Diablo Cody. Gefolgt von dem Voodoo-Western "Jonah Hex", in dem Schwergewichte wie Josh Brolin ("No Country for Old Men") und John Malkovich ihre Partner sind. Nur zwei von mehreren gezielt gesuchten Wunschprojekten, die in der Comic-Kultur ihren Ursprung haben und Fox, deren privater Filmgeschmack sich mit dem der Zielgruppe deckt, erst recht zum Traum aller Fanboys machen wird. Die Chance aber, das Posieren durch Schauspielerei in den Hintergrund rücken zu lassen, hat sich Megan Fox allemal verdient.

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Würde ich jetzt nicht sagen, es laufen nur viel zu viele Rosamunde Pilcher und sonstige Schmonzetten im TV, das verursacht schon bei den pubertierenden Mädels nicht mehr zu behebende Schäden, außerdem reden die Frauen heutzutage [...] mehr...

06.07.2009 von john mcclane: Bist Du es, Schlaubi-Schlumpf?

Ich gebe hier keine Ratschläge, sondern tue lediglich meine Meinung kund. Soll in Foren so üblich sein, hab ich mir sagen lassen. Ich finde die Filme nun mal Scheisse, in denen Sie mitspielt. Das wird Sie alllerdings mit großer [...] mehr...

01.07.2009 von docmoody: Beifall

Da kann man nichts mehr hinzufügen. 100%ig richtig erkannt. mehr...

29.06.2009 von MarkH: ooo

Da hat er recht.. und an der Kohle alleine kann es nicht liegen, wenn man die abgewrackten Gestalten sieht, die es dort anspült. Westliche Frauen sind leider wirklich ein bischen gestört. mehr...

29.06.2009 von Oi!Olli: Titel

Tja für mich nicht. Ok ich mag Megan Fox nicht. Gibt da viele Frauen die ich hübscher finde. mehr...

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