Los Angeles/Hamburg - Ein Mann kämpft ums Überleben in einer von Monstern beherrschten Welt - klassisches Hollywood-Motiv, das "Zombieland" jedoch nicht ganz so ernst nimmt. Die Horrorkomödie mit Woody Harrelson setzte laut Branchendienst boxofficemojo.com 25 Millionen Dollar in 3036 Kinos um und eroberte damit souverän Platz eins der Kinocharts.
Auf Platz vier gibt's den dritten Neueinsteiger des Wochenendes: In "The Invention of Lying" mimt der britische Comedy-Star Ricky Gervais einen Loser in einer Welt, in der niemand lügt - bis er eines Tages entdeckt, was und wen (Jennifer Garner) er mit Flunkern erreichen kann. Die Komödie spielte 7,4 Millionen Dollar in 1707 Kinos ein, blieb damit aber genauso hinter den Erwartungen zurück wie "Whip It", das Kinoregie-Debüt von Drew Barrymore. Die Coming-of-Age-Komödie mit "Juno"-Star Ellen Page verpasste mit 4,9 Millionen Dollar in 1720 Kinos den Einstieg in die Top fünf und landete einen Platz hinter dem futuristischen Thriller "Surrogates" (Deutscher Titel: "Surrogates - mein zweites Ich") mit Bruce Willis (7,3 Millionen Dollar).
Während die neue Michael-Moore-Doku "Capitalism: A Love Story", die in der zweiten Woche jetzt US-weit zu sehen ist, auf 4,9 Millionen Dollar zulegte, stürzte das ohnehin schon enttäuschende Tanzfilm-Remake "Fame" um die Hälfte auf 4,8 Millionen Dollar ab.
Starke Wikinger, sentimentale Opas und die Ochsenknecht-Gang
Trotz mehrerer Neustarts und einem weiterhin starken "Oben" im Nacken hält sich "Wickie und die starken Männer" weiter an der Spitze des deutschen Box Office. 480.000 Menschen sahen Bully Herbigs Verfilmung des Zeichentrick-Klassikers laut Branchenmagazin "Blickpunkt:Film" - mehr sogar als in der Vorwoche. Damit haben die Wikinger nach knapp einem Monat bereits souverän die Drei-Millionen-Grenze überschritten.
Es mag an der herbstlichen Witterung am Wochenende gelegen haben, die viele Menschen in die Kinos lockte: Auch Wickies direkter Verfolger, Pixars "Oben" (Originaltitel: "Up"), legte noch mal um einige zehntausend Zuschauer zu und verkaufte 430.000 Karten. Beurteilt man die Filme nach ihrem Einspielergebnis anstatt wie hierzulande üblich nach der Anzahl der verkauften Tickets, liegt der berührende Animationsfilm um einen Rentner auf Reisen sogar vor "Wickie und die starken Männer".
Diesen starken Spitzenreitern musste sich "Die nackte Wahrheit" (Originaltitel: "The Ugly Truth") zum Deutschlandstart knapp geschlagen geben. Die romantische Komödie mit Gerard Butler in der Rolle des chauvinistischen TV-Moderators, der mit seiner Produzentin, "Grey's Anatomy"-Star Katherine Heigl, anbändelt, sahen geschätzte 420.000 Zuschauer in 499 Kinos. Die Adaption von Waris Diries Bestseller "Wüstenblume" rutschte um einen Rang ab, lockte aber erneut starke 130.000 Besucher.
Platz fünf in den deutschen Kinocharts geht an "Gangs", den neuen Teenie-Film mit den Ochsenknecht-Jünglingen Jimi Blue und Wilson Gonzalez. Die beiden sollen als draufgängerisches Bruderpaar die jungen Mädchen scharenweise in die Kinos locken - zum Auftakt waren es erstmal 125.000 vermutlich tatsächlich vorrangig weibliche Zuschauer in 378 Kinos.
Direkt dahinter landete "Verblendung", die neu gestartete Verfilmung des ersten Teils von Stieg Larssons erfolgreicher Romantrilogie "Millenium". Den Krimi-Thriller um den investigativen Journalisten Mikael Blomkvist sahen 120.000 Kinogänger.
Gar nicht erfreulich war das erste Deutschland-Wochenende für Christian Alvarts "Pandorum". Der Sci-Fi-Thriller um zwei Astronauten auf einer Rettungsreise, die unter mysteriösen Umständen ihre Mission vergessen, startete nach einem bescheidenen US-Einstand in der Vorwoche nur mit 30.000 Zuschauern in 244 Kinos. Der Horrorfilm "Carriers" der spanischen Pastor-Brüder (76 Kinos) und der Berlinale-Hit "Gigante" (52 Kinos) verkauften jeweils knapp 10.000 Tickets und hätten damit sogar beinahe die Top zwanzig verpasst.
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