Los Angeles/Hamburg - Fünf Männer auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und natürlich der Liebe, romantisch, lustig und starbesetzt - das klingt nach dem jüngsten Komödienhit aus den USA, ist aber der deutsche Episodenfilm "Männerherzen", neuer Spitzenreiter der hiesigen Kinocharts. Die zweite Regiearbeit des Schauspielers Simon Verhoeven ("100 Pro") lockte laut Branchenmagazin "Blickpunkt:Film" 430.000 Besucher in 590 Kinos.
Mit zum Erfolg der romantischen Komödie dürfte die prominente Darstellerriege, bestehend unter anderem aus Christian Ulmen, Jana Pallaske, Wotan Wilke Möhring, Nadja Uhl und Til Schweiger beigetragen haben.
Bully Herbigs Dauerbrenner "Wicki und die starken Männer" musste sich nach vier Wochen an der Spitze mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Die Verfilmung des Zeichentrick-Klassikers blieb aber mit 360.000 Kinogängern weiterhin stark. Auch der Pixar-Film "Oben" konnte sich mit rund 300.000 verkauften Karten in den Top 3 behaupten.
Deutlich bergab ging es am zweiten Wochenende für "Die nackte Wahrheit". Die romantische US-Komödie mit Katherine Heigl und Gerard Butler verlor fast die Hälfte seiner Zuschauer im Vergleich zum Vorwochenergebnis und erreichte nur noch 240.000 Kinogänger. Platz fünf erreichte mit 100.000 Tickets die Verfilmung von Waris Diries erschütterndem Bestseller "Wüstenblume".
Die Ochsenknecht-Sprösslinge rutschten mit ihrem Teenie-Film "Gangs" (Regie: Rainer Matsutani) um zwei Plätze ab, es kamen noch 80.000 Zuschauer, um Jimi Blue, Wilson Gonzalez und ihrer Jugendgang bei ihren Streifzügen durch Berlin zuzuschauen. "Die Noobs - Klein aber gemein" (Originaltitel: "Aliens in the Attic"), ein Familien-Fantasy-Film um eine Gruppe Kinder und ihren Kampf gegen die (animierten) Außerirdischen auf dem Dachboden, verkaufte zum Start 40.000 Kinokarten, gefolgt von der ebenfalls neu gestarteten Neuverfilmung von Paul Maars Jugendbuch "Lippels Traum" mit Moritz Bleibtreu und Anke Engelke und 35.000 verkauften Tickets.
Veronica Ferres versteckt sich im deutsch-französischen Drama "Unter Bauern" als Jüdin Marga Spiegel vor den Nazis. Obwohl die Schauspielerin gemeinsam mit der echten Marga Spiegel, auf deren Lebensgeschichte der Film basiert, von "Wetten, dass...?" bis "Beckmann" getingelt war, kamen am ersten Wochenende gerade mal 17.000 Zuschauer ins Kino, um Ferres' Interpretation zu sehen. Es sind allerdings nur 44 Kopien des Films von Ludi Boeken im Umlauf, so dass "Unter Bauern" nach "Männerherzen" den zweitbesten Zuschauerschnitt des Wochenendes hatte.
Pärchenurlaub, Zombies und eine Chartsensation
Die neue Nummer eins am US-Box-Office ist wie in Deutschland eine Ensemble-Komödie und ebenfalls erst die zweite Regie-Arbeit eines Schauspielers: "Couples Retreat" von Peter Billingsley ("The Sacred Fire") spielte laut Branchendienst boxofficemojo.com zum Auftakt 35,3 Millionen Dollar in 3000 Kinos ein. In dem Film mit etwas merkwürdigen deutschen Titel "All Inclusive" geht es um vier Paare, deren Urlaub im Tropenparadies zur turbulenten Therapiesitzung wird.
Mit ihrem guten Startergebnis behauptet sich die romantische Komödie - unter anderem mit Vince Vaughn ("Trennung mit Hindernissen") - nicht nur gegen die teils vernichtenden Kritiken, sondern auch gegen die Horrorkomödie "Zombieland". Die kam in ihrer zweiten Woche auf solide 15 Millionen Dollar Umsatz in 3038 Kinos und landete damit auf Platz zwei.
Den dritten Rang hinter der Paartherapie im Urlaubsresort und Woody Harrelson auf der Jagd nach Untoten holte sich der Sony-Animationsfilm "Cloudy with a Chance of Meatballs" (Deutscher Titel: "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen") mit einem Einspielergebnis von 13 Millionen Dollar in 2992 Kinos. Dahinter landete das ebenfalls animierte 3-D-Doppelpack aus "Toy Story" und "Toy Story 2", das 7,8 Millionen Dollar umsetzte. Die beiden Klassiker aus den Neunzigern werden noch einmal in die Kinos gebracht, um die Zuschauer auf den dritten Teil der Blockbuster-Reihe einzustimmen, der 2010 anläuft.
In den restlichen Top Ten, bestehend unter anderem aus Drew Barrymores "Whip It" und dem Tanzfilm-Remake "Fame", hat sich nicht viel getan - mit einer Ausnahme: "Paranormal Activity", der in der Vorwoche ausschließlich in Nachtvorstellungen in 33 Kinos gestartet war, wurde jetzt in 160 Locations zu regulären Zeiten gezeigt und feierte einen Überraschungserfolg. Der Horrorthriller im Stil von "Blair Witch Project" spielte 7,1 Millionen Dollar ein. Einen so hohen Wochenendumsatz in weniger als 200 Kinos hat bislang kein anderer Film geschafft - und die US-weiten Vorführungen stehen noch aus!
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