Von Lars-Olav Beier
Megan verkörpert genau die Frau, die mit allen Flüssigkeiten vertraut ist, die das Leben der Männer bestimmen: Öl und Benzin, Blut und Alkohol, Schweiß und Sperma. In der leidlich amüsanten Gesellschaftssatire "New York für Anfänger" (2008) spielt sie ein Hollywood-Starlet, das mitten in einer Party seine Pumps auszieht, angezogen in einen Pool steigt, ihn auf der anderen Seite wieder verlässt und später scheinbar völlig überrascht sagt: "Huch, ich wusste ja gar nicht, wie durchsichtig mein Kleid ist."
Natürlich ist das pure Megan Fox, die dem Betrachter auf zahllosen Paparazzi-Fotos unter dem hauchdünnen Stoff ihrer Kleider stolz ihre Brustwarzen entgegenreckt. In "New York für Anfänger" parodiert Fox so lustvoll wie lustig ein geistig beschränktes Hollywood-Starlet, das gleichwohl einen angeborenen Sinn für Publicity hat. In einer Szene liegt sie an einem Pool und blickt zu den Sternen hoch: "Wissen Sie, was ich mir jetzt wünsche?", fragt sie verträumt und wendet ihren Kopf dem Helden zu, der neben ihr liegt. Er schaut sie ratlos an. "Kokain", sagt sie nüchtern. "Aber vielleicht ist es besser so. Kokain macht mich immer so geil."
Diese Sinnlichkeit, die Fox nach eigenem Bekunden "aus jeder Pore verströmt", macht Männer zu ihren glühenden Verehrern und Frauen zu ihren Feindinnen. Fox verkörpert genau jene Schlampe, die einer anderen Frau in null Komma nichts den Mann wegschnappt - und sei es nur, um zu beweisen, dass sie mehr Sex-Appeal hat. Deshalb hat es Megan Fox beim weiblichen Publikum so schwer. Wer geht schon ins Kino, um seinem Freund dabei zuzusehen, wie er erregt auf die Leinwand stiert?
Männer kriegt Fox viel leichter rum - und vergrätzt sie nun trotzdem. Auf Tausenden Fotos, die man im Internet anklicken kann, präsentiert sich Fox mit Dekolletés, die bis zum Bauchnabel reichen, und hochgeschlitzten Kleidern, die ihre Beine bis zur Hüfte freilegen.
Ich bin eine von euch!
In ihren Filmen gibt sie sich dagegen züchtig. Um einen Mann zu verführen, zieht sie in "Jennifer's Body" einmal den Reißverschluss ihres Sweatshirts herunter, doch ihre Nacktheit bleibt den Blicken des Zuschauers verborgen. "Mein Körper", sagt Fox, "ist die einzige Intimsphäre, die mir noch bleibt."
Das ist ehrenwert, vielleicht sogar schlau. Sharon Stone enthüllte sich in dem Film, mit dem sie zum Star wurde, von Kopf bis Fuß. In "Basic Instinct" (1992) zeigte sie dem Publikum sogar ihre Vulva - fortan ging es mit ihrer Karriere bergab. Fox hält sich dagegen bedeckt. Doch hilft es ihr? In "Jennifer's Body" verführt sie die Männer nach Strich und Faden - doch statt dann mit ihnen zu schlafen, frisst sie sie auf. Fürs männliche Publikum ist das ein frustrierender Coitus interruptus exitus.
Selten wurde ein Film so gänzlich am Publikum vorbeikonzipiert wie "Jennifer's Body". Die Frauen kann sie mit diesem Film von vornherein nicht gewinnen; und Männer fühlen sich übel getäuscht. In einigen Szenen muss sie ein Groupie spielen, das mit der Begeisterung eines Teenagers einen Rocksänger anhimmelt. Doch selbst als Teenager war Fox wohl schon viel zu erwachsen kalkulierend, um glaubhaft einen Teenager spielen zu können.
Hektisch versuchte das Management von Fox, das Image seines kontroversen Stars zu korrigieren, nachdem sich der Misserfolg von "Jennifer's Body" abzeichnete. Sie habe selbst große Komplexe, ließ man Fox verlautbaren, sie sei an der High-School stets ein Außenseiter gewesen, habe als Teenie in einem Supermarkt geklaut - aus der Kollektion der Olsen-Zwillinge gar! Ich bin eine von euch, schrie Fox ihren Zuschauern in diesen Pressemitteilungen entgegen. Doch dafür war es schon viel zu spät.
Nein, Megan Fox ist nicht eine von uns, nicht einer dieser fehlbaren, furchtbar normalen Menschen. Sie ist ein Star, der auf kleinen Flächen lebt wie auf der Doppelseite einer ausgebreiteten Boulevardzeitung oder auf großen wie einer Kinoleinwand. Michael Bay, den sie mit dem Schrumpfgermanen Hitler verglich, hat ihr verziehen. "Transformers 3" mit ihr ist also nur noch eine Frage der Zeit. Im nächsten Jahr wird sie erst mal in dem Horror-Western "Jonah Hex" zu sehen sein. Die Ära von Megan Fox hat gerade erst begonnen.
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Ich bin schockiert über diesen Ausmaß an subjektiver Bewertung. Aussagen wie „extrem knappen Kleidern“, „sie waren genauso durchsichtig wie die Absichten von Fox“ oder gar „Verkraftet Hollywood so viel Sex?“ ließen mich mehr als [...] mehr...
Eigentlich ist es ja richtig was sie da schreiben. Aber eine Kleinigkeit haben sie übersehen. Solche Artikel zielen eben genau auf die Zielgruppe. Journalismus ist ein Business. Dort, wo der Markt am Grössten ist, DAS ist [...] mehr...
So viele Worte für...... who in hell is Megan Fox? mehr...
...was denken wohl die Redaktionskolleginnen (Ihre Frau, Ihre Kinder, Ihre Mutter...) von Ihnen, wenn sie Ihre 'Ergüsse' lesen... mehr...
Das hat der Gute falsch übersetzt, oder nicht nachgeguckt. Im Original heisst der Film "The Perfect Storm", wobei perfect im amerikanischen so in etwa Riesen- oder Wahnsinns- bedeutet. Hört sich im Deutschen [...] mehr...
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