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16.11.2009
 

Box Office

Weltuntergang erfolgreich eingeläutet

"2012": Zivilisation? Weg damit!
Fotos
Sony Pictures

Die Welt geht unter und mehr als eine Million Deutsche sehen zu: Roland Emmerichs Katastrophenspektakel "2012" verwies hierzulande die Konkurrenz auf ihre Plätze. Auch die amerikanischen Kinogänger fanden die Apokalypse am spannendsten - da half selbst George Clooney nichts.

Los Angeles/Hamburg - Man kann ihn inzwischen einen professionellen Weltzerstörer nennen: Nach "Independence Day", "Godzilla" und "The Day After Tomorrow" überzeugt der deutsche Regisseur Roland Emmerich auch mit seinem jüngsten Katastrophenfilm, dem 200 Millionen Dollar teuren "2012", an der Kinokasse.

In den USA setzte sich der Weltuntergangsporno am Wochenende mit einem Einspielergebnis von 65 Millionen Dollar in 3404 Kinos laut Branchenmagazin "Blickpunkt:Film" an die Chartspitze und übertraf damit die Erwartungen deutlich. Auch in den deutschen Kinos schlug der Blockbuster mit John Cusack auf Anhieb ein, mehr als 1,1 Millionen Zuschauer kamen zum Auftakt in 754 Kinos - ein starkes Ergebnis, zumal im November. Es ist der fünfte Film in diesem Jahr, der in Deutschland mit einem Publikum von mehr als einer Million startete, und bereits Emmerichs viertes Katastrophenspektakel, das gleich am ersten Wochenende eine siebenstellige Besucherzahl lockte.

Geizhals vor paranormalen Soldaten

Den zweiten Platz am US-Box-Office sicherte sich Disneys "Eine Weihnachtsgeschichte". Nach dem verhaltenen Start verlor die Verfilmung von Charles Dickens Weihnachtsklassiker mit Jim Carrey als computeranimierter Geizhals nur rund ein Viertel, es reichte für 22,3 Millionen Dollar nach 31 Millionen in der Vorwoche.

Dahinter landete mit einem Einspielergebnis von 6,2 Millionen Dollar die unter anderem mit George Clooney besetzte Polit-Komödie "Männer, die auf Ziegen starren" (Originaltitel: "The Men Who Stare At Goats"). Die irrwitzige Satire über paranormale US-Kriegsführungsexperimente basiert auf einem Enthüllungsbuch des britischen Journalisten Jon Ronson.

Platz vier holte sich der potentielle Oscar-Kandidat "Precious: Based on the Novel Push by Sapphire", der in seiner zweiten Woche von 18 auf 174 Kinos aufgestockt wurde und 6,1 Millionen Dollar umsetzte. Einen besseren Wochenendumsatz in weniger als 200 Locations hat in der bisherigen US-Kinogeschichte nur "Paranormal Activity" geschafft.

Die Michael-Jackson-Konzertdoku "This is it" kam an ihrem letzten US-Wochenende auf 5,1 Millionen Dollar. Dahinter: der Horrorthriller "The Fourth Kind" mit 4,7 Millionen Dollar sowie die Komödie "All Inclusive" (Originaltitel: "Couples Retreat") und der Independent-Erfolg "Paranormal Activity" mit jeweils rund 4,2 Millionen Dollar.

Den zweithöchsten Neueinstieg des Wochenendes (Platz elf) errang die britische Musikkomödie "Pirate Radio", die bei uns schon im April unter dem Titel "Radio Rock Revolution" zu sehen war. Mit rund 2,9 Millionen Dollar Einspiel in 882 Kinos fiel das Ergebnis jedoch eher enttäuschend aus. Einen starken Start legte hingegen der Animationsfilm "Der Fantastische Mr. Fox" des Starregisseurs Wes Anderson ("Darjeeling Limited") hin, der in nur vier Kinos 260.000 Dollar einnahm.

Die Päpstin tritt zurück

In den deutschen Kinocharts nahm "Die Päpstin" die 1,5-Millionen-Zuschauer-Hürde, nachdem am vierten Wochenende 220.000 Besucher gekommen waren. Platz drei hinter dem Blockbuster "2012" und Sönke Wortmanns Bestseller-Verfilmung ging an die Komödie "All Inclusive" mit Vince Vaughn, die 160.000 Kinogänger sahen.

"Eine Weihnachtsgeschichte" verlor rund 30.000 Zuschauer im Vergleich zur Vorwoche, kam also auf 150.000 verkaufte Karten. Stolze zwei Drittel der Tickets entfielen dabei auf 3-D-Vorführungen. Auch den fünften Platz belegt ein Weihnachtsfilm, die deutsch-finnische Animationsproduktion "Niko, ein Rentier hebt ab" mit 110.000 Besuchern. Simon Verhoevens "Männerherzen" sahen 70.000 Kinogänger, die Zwei-Millionen-Hürde ist damit in greifbarer Nähe.

Dahinter landete auf Platz acht "Love Happens", eine romantische Komödie über eine Floristin (Jennifer Aniston) und einen erfolgreichen Selbsthilfeguru (Aaron Eckhart), der sich insgeheim nicht traut, seinen eigenen Ratschlägen zu folgen. Der Neueinsteiger kam in 284 Kinos auf 60.000 Zuschauer.

Ebenfalls neu in den deutschen Kinocharts: Richard Gere und ein treuer Hund in einem Remake des japanischen Achtziger-Jahre-Films "Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft" (45.000 Zuschauer in 158 Kinos) und Michael Moores "Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte" (20.000 Zuschauer in 99 Kinos).

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