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18.01.2010
 

Golden Globes

Hollywood feiert "Das weiße Band", Waltz und Haiti-Schleifen

"Avatar - Aufbruch nach Pandora" ist der große Sieger der Golden-Globe-Verleihung in Los Angeles. Der Fantasy-Film wurde zum besten Drama gekürt und James Cameron zum besten Regisseur. Aber auch deutsche und österreichische Filmschaffende haben Grund zu feiern.

Beverly Hills - Die Stars wurden stürmisch empfangen - von einem Wetter, das wenig Hollywood-like war. Auf dem Roten Teppich dominierten dann auch Regenschirme und auffällige Schleifen an Revers und Dekolletés, mit denen etliche Golden-Globe-Gäste ihre Solidarität mit den Erdbebenopfern in Haiti demonstrierten. Nicole Kidman war eine von vielen, die zu Spenden aufrief.

Der deutsch-österreichische Film "Das weiße Band" ist bei der Verleihung der Golden Globes in Los Angeles am Sonntag als bester ausländischer Film ausgezeichnet worden. Der Film des österreichischen Regisseurs Michael Haneke setzte sich unter anderem gegen "Zerrissene Umarmungen" des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar durch. "Das weiße Band" spielt am Vorabend des Ersten Weltkrieges und thematisiert die strengen Erziehungsmethoden in einem deutschen Dorf. Der Film hatte bei den Filmfestspielen in Cannes bereits die Goldene Palme gewonnen.

Regisseur Michael Haneke nahm den Preis von Filmstar Sophia Loren entgegen. Der in München geborene Österreicher entschuldigte sich für sein "weniges Englisch" und bedankte sich ausdrücklich bei den Kindern, die in seinem Film die Hauptrolle spielten. Vor allem sie verdienten den Preis. Der Schwarz-Weiß-Film ist von deutscher Seite auch zur Nominierung für den Oscar vorgeschlagen worden.


Der österreichische Schauspieler Christoph Waltz wurde für seine Rolle in "Inglourious Basterds" als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. In dem Film von Regisseur Quentin Tarantino spielt der 53-jährige gebürtige Wiener den sadistisch-charmanten SS-Offizier Hans Landa. Waltz, der sich gegen Hollywood-Größen wie Matt Damon durchsetzte, dankte bei der Entgegennahme seines Preises Tarantino für dessen Einfluss auf ihn: "Er nahm meine bescheidene kleine Welt, meinen Globus, und mit der Kraft seines Talents und seinen Worten und seiner Vision schleuderte er ihn in seinen Orbit, eine atemberaubende Erfahrung."

Mit seinem Fantasy-Epos "Avatar - Aufbruch nach Pandora" holte James Cameron den Spitzenpreis für das beste Drama. Zudem wurde der gebürtige Kanadier in Hollywood zum besten Regisseur gekürt. Der Preis für den weltweit erfolgreichen Science-Fiction-Film in 3D ist der zweite Golden Globe für Cameron, der bereits für sein Werk "Titanic" die begehrte Auszeichnung erhalten hatte. Beste Comedy wurde der Sommerhit "Hangover".

Ein Golden Globe krönte Sandra Bullocks Kinoerfolg der letzten Monate: Für ihre Hauptrolle in dem Sportdrama "The Blind Side" wurde sie zur besten Darstellerin gekürt. Jeff Bridges stach mit seinem Auftritt als saufender Country-Musiker in "Crazy Heart" Hauptdarsteller-Kandidaten wie George Clooney, Tobey Maguire und Morgan Freeman aus. Für beide war es die vierte Globe-Nominierung, die am Ende auch mit einem Preis belohnt wurde.

Meryl Streep in der Rolle von Starköchin Julia Child in der Komödie "Julie & Julia" konnte sich über ihre siebente Globe-Trophäe freuen. Sie war in derselben Kategorie auch für "It's Complicated" nominiert, der Film ging jedoch trotz drei Chancen leer aus. Robert Downey Jr.s Darstellung des modernen "Sherlock Holmes" in Guy Ritchies Adaption des Klassikers brachte ihm den Titel als bester Schauspieler in einer Komödie ein. Mo'Nique kam als beste Nebendarstellerin in "Precious" zu Globe-Ehren.

Animierter Erfolg

"Oben", das mitreißende 3D-Abenteuer über Alter, Sterblichkeit und die Erfüllung von Lebensträumen, gewann die goldene Weltkugel für den besten Animationsfilm und für die Filmmusik. Das Drama "Up in the Air" mit George Clooney als vielfliegender Geschäftsmann war mit sechs Nominierungen als Favorit ins Preisrennen gegangen; am Ende gewannen Regisseur Jason Reitman und Autor Sheldon Turner einen Globus für das beste Drehbuch.

Die amerikanische TV-Serie "Mad Men", die seit 2007 vom Kabelsender AMC ausgestrahlt wird, gewann den Golden Globe für die beste Drama-Serie. In der Kategorie Serie Comedy/Musical stach der gefeierte Fernseh-Newcomer "Glee", eine Musical-Serie im Highschool-Milieu, Konkurrenten wie "30 Rock" aus. Für die Serie gab es dennoch einen Award: Alec Baldwin wurde erneut als bester Darsteller gewürdigt. Toni Colette holte sich für ihre Rolle einer multiplen Persönlichkeit in der Comedy-Serie "United States of Tara" den Schauspielerinnen-Globe.

Beste Darstellerin in einer Drama-Serie wurde die aus "Emergency Room" bekannte Schauspielerin Julianna Margulies für ihre Rolle in "The Good Wife". Für ihre Leistung in "Big Love" wurde Nebendarstellerin Chloë Sevigny ausgezeichnet; männliches Pendant ist John Lithgow, der in der vierten Staffel der US-Serie "Dexter" brillierte. Michael C. Hall, Hauptdarsteller dieses bislang im Rennen um die wichtigsten Preise meist vernachlässigten Dramas, bekam einen Golden Globe. Emmy-Abräumer "Grey Gardens" wurde bester Fernsehfilm, auch Hauptdarstellerin Drew Barrymore konnte einen Globus entgegen nehmen. Bester männlicher Darsteller in einer TV-Produktion wurde Kevin Bacon für "Taking Chance".

Die Golden Globes werden vom Verein der Hollywood-Auslandspresse in 25 Kategorien für Film und Fernsehen vergeben und gelten als Stimmungsbarometer für die Oscar-Verleihung im März. Im vergangenen Jahr hatte das einfühlsame Gesellschaftsdrama "Slumdog Millionär" über einen armen indischen Waisenjungen den Königspreis für den besten Film gewonnen.

ler/can/dpa/AFP

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18.01.2010 von fear_less: Golden Moments

Die Intro des Moderators Ricky Gervais hat mich so zum Lachen gebracht, dass ich dabei blieb: Frei uebersetzt: "Wenn ich mich hier so umschaue, erinnern mich all die Gesichter an die gute Arbeit dieses Jahr... von [...] mehr...

18.01.2010 von takeo_ischi: Die folgenden Fehler traten bei der Verarbeitung auf:

Sehe ich auch so, nur dass ich trotzdem auch 2D Filme im Kino schaue und schauen werde. Das Kinoerlebnis ist auch ohne 3D mit keiner Heimkinoanlage zu vergleichen. mehr...

18.01.2010 von wildbrando: Geschmackssache

Diesen Film kann eigentlich niemand versauen, dafür ist er viel zu stark inszeniert und viel zu bildgewaltig. Aber das ist eben Ansichtssache. Tarantino bricht wieder einmal die Sehgewohnheiten des Zuschauers und beweist, daß [...] mehr...

18.01.2010 von sverris: Naja

Wenn mal B. Pitt nicht so schlecht gespielt hätte, der war auch als Parodie nur störend, der hat den Film eigentl. versaut, finde ich. Waltz dagegen eindeutig meisterhaft und alles anderes als nur "Nebendarsteller"... mehr...

18.01.2010 von DefTom: Meilenstein

Ich glaube, man sollte hier Avatar als solches würdigen, was es nun mal ist: ein Meilenstein in der Filmgeschichte. Die 3D-Technik gibt es ja schon länger, doch wird Avatar DER Film sein, der diese Entwicklung zum "neuen [...] mehr...

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