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25.01.2010
 

Hollywood-Senioren

Vom Kerl zum Kaputtnik

Von Daniel Sander

Schauspielerinnen wird das Altern erlaubt - Männer mit Falten müssen gehen.Zur Großansicht
Illustration: Benjamin von Eckartsberg

Schauspielerinnen wird das Altern erlaubt - Männer mit Falten müssen gehen.

Bruce Willis, Michael Douglas, John Travolta - die Altersdiskriminierung in Hollywood trifft jetzt auch Männer. Meist bleibt den Stars nichts mehr zu tun außer peinliche B-Movies zu drehen. Doch es gibt Ausnahmen: Wer seine Seniorenrolle annimmt, erlebt den zweiten Frühling.

Armer Michael Douglas. Er war einer der Großen. Gewann den Oscar für "Wall Street" (1987), lieferte einen Hit nach dem nächsten mit "Eine verhängnisvolle Affäre" (1987), "Der Rosenkrieg" (1989), "Basic Instinct" (1992). Schaffte es, Catherine Zeta-Jones zur Ehe zu überreden. Ein Superstar, eine sichere Bank.

Lange her. Michael Douglas ist mittlerweile 65 Jahre alt - das ist nicht mehr taufrisch, aber eigentlich nicht das Alter, in dem Hollywoods Männer in Rente gehen. Sein Vater Kirk, heute 93, war in jenen Jahren noch ziemlich gut im Geschäft, genau wie Paul Newman oder Jack Lemmon. John Wayne hat mit 63 noch einen Oscar gewonnen.

Und Douglas? Ist seit dem 4. Februar an in Deutschland in dem Gerichtsthriller "Gegen jeden Zweifel" zu sehen, dem Remake eines Fritz-Lang-Klassikers. Er spielt als kompromissloser Staatsanwalt eher eine Nebenrolle, hinter dem 31-jährigen Jesse Metcalfe, den man höchstens als hemdlosen Gärtner aus der Fernsehserie "Desperate Housewives" kennt. Douglas soll wohl ein bisschen Glaubwürdigkeit liefern, in einem "fast klassischen Film noir, nur mit jungen Leuten", wie Regisseur Peter Hyams es uncharmant ausdrückt. 25 Millionen Dollar soll das Werk gekostet haben, was für Hollywood-Verhältnisse einigermaßen günstig wäre, wenn der Film in den USA etwas mehr als gerade mal 32000 Dollar eingespielt hätte - bevor er nach drei Wochen aus den Kinos verschwand. Für Metcalfe und Filmemacher Hyams eine Enttäuschung. Für Douglas eine Demütigung.

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Alternde Stars: Plan B-Movie

Und das geht schon seit Jahren so. Ein einstiger Star als trauriger B-Movie-Söldner - wie konnte das passieren?

Fragen sich vielleicht auch Bruce Willis, John Travolta, Robin Williams oder Harrison Ford. Alle haben sie goldene Zeiten erlebt und finden sich nun in einer Welt wieder, in der sie keiner braucht. Willis, 54, musste mitansehen, wie sein Film "Assassination of a High School President" in den USA nicht einmal in die Kinos kam und 2009 auf DVD versenkt wurde. Williams, 58, und Travolta, 55, verspielten vor kurzem in der trostlosen Komödie "Old Dogs" gemeinsam ihre letzten Reste Würde. Ford, 67, hat im vierten Teil von "Indiana Jones" den Vater von Jungstar Shia LaBeouf gespielt, wirkte aber wie der Opa. Immerhin haben sich den Film ziemlich viele Leute angesehen, im Gegensatz zu Fords letztem Abenteuer, dem Episodendrama "Crossing Over".

Gemütlich in die Nische gekuschelt

Es gibt keine guten Rollen mehr für die Helden von früher, ältere Männer gelten den Studiochefs als Kassenschreck, oder sie sind ihnen egal. In einer Zeit, in der Schauspielerinnen derselben Generation wie Meryl Streep, 60, Helen Mirren, 64, oder Sigourney Weaver, 60, Millionenerfolge feiern, erleben die Männer Hollywoods genau die Altersdiskriminierung, die früher ihren weiblichen Kollegen das Leben schwermachte: Ab 45 wird es kompliziert. Ab 50 bist du tot.

Was bedeutet, dass auch dem männlichen Publikum ab 45 nicht mehr viel geboten wird. Während sich die reifere Frau seit der Streep-Mania und dem "Sex & the City"-Blockbuster regelmäßig auf gepflegte kommerzielle Kinounterhaltung freuen kann, bleiben den Herren abgesehen vom jährlichen Clint-Eastwood-Werk (diesmal: "Invictus", Start: 18. Februar) und George Clooney (Vorsicht: auch schon 48) höchstens noch ein paar unabhängig produzierte Arthouse-Filme.

Die früheren Stars gehen auf verschiedene Weise damit um. Manche werden wunderlich (Mel Gibson, 54), spielen kurzerhand selbst in Filmen mit, die sich an ältere Frauen richten (Robert De Niro, 66, ab dem 18.3. in dem Heulstück "Everybody's Fine"), lassen sich von Clint Eastwood engagieren (Morgan Freeman, 72, in "Invictus" als Nelson Mandela), oder sie lassen sich nur noch selten blicken und konservieren so den Ruhm alter Tage (Jack Nicholson, 72).

Die ideale Idee ist es wahrscheinlich, es sich in der passenden Nische gemütlich zu machen: in der Rolle des abgehalfterten alten Mannes. Mickey Rourke, 57, hat so im vergangenen Jahr als verlotterter Catcher in "The Wrestler" seiner totgeglaubten Karriere zum Erstaunen aller auf spektakuläre Weise neues Leben geschenkt. Jeff Bridges, 60, wird für seinen Auftritt als heruntergekommener Country-Sänger in "Crazy Heart" (in Deutschland ab 4. März.) Anfang Februar todsicher für den Oscar nominiert.

Es kann so einfach sein: Akzeptiere, dass du die besten Jahre hinter dir hast, dann akzeptieren dich auch die anderen.

Wenn man sich Brad Pitt in dem Zottel-Look ansieht, in dem er mit seinen vergleichsweise jugendlichen 46 Jahren in letzter Zeit so herumläuft, scheint der sich auf seine Zukunft jedenfalls schon mal eingestellt zu haben.

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insgesamt 33 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
08.02.2010 von dent42: Re:

Grundsätlich muß man doch sagen, daß viele der genannten Schauspieler in jungen Jahren schonmal Rollen in fragwürdigen Filmen annehmen mussten, um über die Runden zu kommen, was soll man machen wenn die Angebote ausbleiben. [...] mehr...

08.02.2010 von GenerationJung: Ausgemachter Blödsinn

Das man als alternder Schauspieler (ob hier oder in USA) sein Altern akzeptieren sollte ist klar. Damit verbunden vielleicht auch nicht mehr diese Rolle spielen sollte, die man so oft spielte (ich denke da an Harrison...was hat er [...] mehr...

08.02.2010 von serenità: .

Stimmt, Sean Connery hat auch bereits mit Catherine Zeta-Jones (von wegen "Catherine who?"! Ist ja peinlich, wie die SpOn-Altherrenriege hier fast geschlossen pikiert reagiert) einen wunderbaren Agentenfilm gedreht. [...] mehr...

08.02.2010 von serenità: .

Genau, und deshalb unterstreicht dieser Film die These des Artikels, dass ältere Schauspieler nur dann Erfolg haben können, wenn sie wirklich alternde Männer spielen und eben keine junggebliebenen Helden. Darum geht ja dieser [...] mehr...

08.02.2010 von Christ 32: einfach ein selten doofer Artikel

fast generell sind Artikel über Schauspieler/innen nur stronzdoofes Geschreibsel. Im einem Artikel zu Legenden erklärt und im nächsten 6 Monate später als verlebte Looser bezeichnet. Hintergrund des Artikels ist wahrscheinlich [...] mehr...

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