Hamburg/Los Angeles - Vor lauter "Avatar" hat das Kino schon einen weltweiten Blaustich. In Amerika setzte sich nun überraschend das neu gestartete Drama "Dear John" (deutsch: "Das Leuchten der Stille") an die Spitze der Kinocharts. Die Romanvorlage schrieb Nicholas Sparks, einer der großen Romantik-Spezialisten der US-amerikanischen Unterhaltungsliteratur. Es geht um einen Soldaten, der nach dem 11. September seinen Einsatz im Irak verlängert und darüber fast seine große Liebe verspielt. Am Super-Bowl-Wochenende kam der Film auf 32,4 Millionen Dollar in 2969 Kinos - ein Bestergebnis zum American Football-Finale, das für die Kinobetreiber traditionell Umsatzmisere bedeutet.
Auf Platz zwei dann James Camerons ökologische Kriegsromanze (oder ist es ein romantischer Ökokriegsfilm?): Weitere 23,6 Millionen Dollar kamen in die Kasse, das amerikanische Box Office liegt bereits bei 630,1 Millionen Dollar. Der Branchendienst "Blickpunkt:Film" notiert aufgeregt: "Nun darf man bereits Wetten abschließen, ob womöglich unfassbare 700 Millionen Dollar US-Box-Office möglich sind."
Blue, im Sinne von traurig, waren dann wohl die Macher von "From Paris with Love". Der neu gestartete Actionfilm mit John Travolta und Jonathan Rhys Meyers kam nur auf 8,1 Millionen Dollar. Auf Platz vier der Thriller "Auftrag Rache" mit sieben Millionen Dollar am zweiten Wochenende (Gesamtergebnis bislang: 29,1 Millionen Dollar). Schlusslicht der Top Five: "Tooth Fairy" ("Zahnfee auf Bewährung") mit 6,5 Millionen Dollar, Gesamteinspiel 34,3 Millionen.
Neu in den amerikanischen Top Ten: Das hoch gelobte Drama "Crazy Heart" mit Jeff Bridges in der Hauptrolle. Fox Searchlight zeigt den Film nach einem Oscar-Nominierungsregen nun in 819 Kinos. Einspielergebnis am Wochenende: 11,2 Millionen Dollar.
Bushido verliert gegen Blaumänner
Die Deutschen machen weiterhin blau: Zum achten Mal in Serie war "Avatar" die Nummer eins in hiesigen Kinos. 540.000 Kinobesucher wollten den großen Oscar-Favoriten dieses Jahres am vergangenen Wochenende sehen, inzwischen hat James Camerons 3D-Spektakel über acht Millionen deutsche Zuschauer angelockt.
An so viel Fantasy-Action scheiterte dann auch Bernd Eichingers starbesetzte Biografie-Verfilmung "Zeiten ändern dich" über den Berliner Rapper Bushido. Immerhin 310.000 Zuschauer in 426 Kinos wollten Uli Edels Film sehen - Platz drei hinter "Sherlock Holmes" (330.000 Besucher).
Platz vier geht an das neu gestartete Komödienglanzstück "Up in the Air" (180.000 Besucher), Platz fünf teilen sich "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" und "Friendship!" mit je 150.000 Besuchern.
Die Stieg Larsson-Verfilmung "Verdammnis" lockte 100.000 Besuchern und war damit zum Start etwas schwächer als der im vergangenen Oktober gestartete Vorgänger "Verblendung". Die deutsche Komödie "Giulias Verschwinden" schaffte es mit 30.000 Zuschauern in 68 Kinos unter die Top 15.
dan
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