Von Daniel Sander
Eli ist eher der ruhige Typ, ein Einzelgänger in den mittleren Jahren, der seinen iPod liebt und die Bibel, die er überall mit hin schleppt. Aber wenn er angegriffen wird, dann schlägt er zurück. Drastisch. Mit Messer und Säbel. Seine Gegner enden selten in einem Stück.
Altes Pärchen mit Kannibalismusproblem
Etwa eine Viertelstunde lang ist "The Book of Eli" von den Regiebrüdern Allen und Albert Hughes ("Menace II Society") ein zurückgenommenes, düster-gruseliges Endzeitdrama, in dem kaum ein Wort gesprochen wird. Nur der Wanderer Eli und die Leere, alles sehr finster und stimmungsvoll, langsam baut sich die Spannung auf. Um sich dann in einem Schlag zu entladen, als der erste Kampf losbricht. Plötzlich sitzt man in einem anderen Film: Gliedmaßen fliegen durch die Gegend und Blut spritzt, eine hoch elegant choreografierte Metzelei in Sepia, wie sie in eine Comicverfilmung passen könnte, zu Frank Millers "Sin City" vielleicht.
Es ist nicht das letzte Mal, dass "The Book of Eli" die Tonart wechselt. Auf seiner Reise durch die USA - getrieben von dem Auftrag, die letzte Bibel der Welt an einen sicheren Ort zu bringen - wird dieser Eli zum Westernhelden, Psychodramatiker und Esoteriker. Er gerät in eine Kleinstadt der Verkommenen, in der ein größenwahnsinniger Despot (Gary Oldman) das Regiment führt und Elis Bibel gern zum Aufbau eines neuen Schreckensregimes nutzen würde. Ein junges Mädchen (Mila Kunis) schließt sich ihm an, auf der Suche nach Schutz und einer Aufgabe. Er findet Unterschlupf bei einem lustigen, älteren Pärchen, das ein kleines Kannibalismusproblem hat. Bevor es irgendwann langweilig werden könnte, gibt es immer eine Dosis Gewalt.
Wilder Genremix
Es gibt einige gute Gründe, sich "The Book of Eli" anzusehen. Die liebevoll komponierten Actionsequenzen zum Beispiel, der wie immer souveräne Denzel Washington oder die überaus amüsante Episode bei dem alten Ehepaar. Wer immer noch überraschende Schlusswendungen à la M. Night Shyamalan mag, könnte auch auf seine Kosten kommen.
Schade ist nur, dass sich der Film die meiste Zeit so schrecklich ernst nimmt. Um die Macht des Glaubens soll es gehen, um menschliche Urinstinkte, um Hoffnung in alptraumhaften Zeiten - doch innerhalb eines derart wilden Genremixes bleibt keine Zeit, auf irgendetwas näher einzugehen. Die Ideen bleiben vage und unausgegoren, was nicht so schlimm wäre, wenn sie nicht immer so schicksalsschwer vorgetragen würden. "The Book of Eli" will unbedingt spannend sein und unterhaltsam, aber auch wichtig, ein bisschen wenigstens.
Doch ein bisschen wichtig, das gibt es nicht.
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trifft den nagel auf den kopf was soll man sagen, kamera, set, technik und alles was einen guten film ausmacht hat dieser film ... bis auf dieses eine detail: einen vernünftigen plott dieser film beweist das selbst wenn [...] mehr...
Ich habe mir gestern diesen Film angetan (!) und kann die Begeisterung die hier anklingt nicht teilen. Zwar sind die Landschaftsbilder (= Fallout 3)ganz passabel, die Geschichte ist doch ziemlich dünn und nur ein müder Abklatsch [...] mehr...
Natürlich, die wenigsten Leute arbeiten aus Spass an der Freude, das ist selbst bei schauspielernden Grossverdienern nicht anders. Zumal Washington ja definitiv nie wirklich einen radikaleren künstlerischen Anspruch vertreten [...] mehr...
Hallo, lieber Autor, ich plane demnächst einen netten, kleinen Kurzfilm zu drehen, in dem aus verschiedensten Kameraperspektiven, teilweise in Zeitlupeneinstellungen und natürlich hochauflösend zu sehen sein wird, wie ein, [...] mehr...
wäre der Film wohl ohne Slow-Motion? Abgesehen davon, dass es keine Armbrust sondern ein Bogen ist, mit der er am Anfang die Katze bearbeitet, finde ich den Film gut wiedergeben. Ich hatte mich leider nicht über den Inhalt [...] mehr...
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