Los Angeles/Hamburg - "Dieses Paar ist, im Wortsinne, magisch", zitiert die Nachrichtenagentur AP den Vertriebschef von Disney, Chuck Viane. Der Mann hat allen Grund zum Schwärmen: Das bewährte Team aus Regisseur Tim Burton und Hauptdarsteller Johnny Depp hat mit seiner 3-D-Neuverfilmung von "Alice im Wunderland" allem Anschein nach einen ganz großen Kinokassenhit gedreht.
62 Millionen Dollar spielte "Alice im Wunderland" am vergangenen Wochenende in den amerikanischen Kinos ein - das ist ein vergleichsweise geringes Minus gegenüber dem Startwochenende von 46 Prozent. Mit insgesamt 208,6 Millionen Dollar Umsatz hat "Alice" damit nach nur zwei Wochen das Ergebnis einer früheren Burton-Depp-Verfilmung eines Kinderbuchklassikers übertroffen: "Charlie und die Schokoladenfabrik" kam 2005 auf 206,5 Millionen Dollar Umsatz.
Souverän bleibt "Alice im Wunderland" damit auf Platz eins der amerikanischen Kinocharts und lässt einem teuren Konkurrenten keine Chance: "The Green Zone", Paul Greengrass' Irak-Krieg-Drama mit Matt Damon soll in der Produktion um die 100 Millionen Dollar gekostet haben. An seinem ersten Kinowochenende spielte der Film des "Bourne"-Teams 14,5 Millionen Dollar ein, was von Zeitungen wie der "New York Times" und der "Los Angeles Times" einhellig als Flop gewertet wurde.
Auf Platz drei der Charts schaffte es die romantische Komödie "Zu scharf, um wahr zu sein" (9,6 Millionen Dollar Umsatz) und auf vier "Remember Me" mit "Twilight"-Star Robert Pattinson in der Hauptrolle (8,3 Millionen Dollar). Hinter diesen beiden Neustarts hält sich Martin Scorseses "Shutter Island" wacker in den Top Five mit 8,1 Millionen Dollar Umsatz am vergangenen Wochenende - insgesamt spielte der Film in den USA schon stattliche 108 Millionen Dollar ein.
Harter Kampf um den Platz hinter "Alice"
Auch in den deutschen Kinocharts ist "Alice im Wunderland" unangefochten auf Platz eins. Mit etwa 500.000 Besuchern schauten am zweiten Wochenende nur knapp zehn Prozent weniger Menschen die Verfilmung des Klassikers von Lewis Carroll an als am Startwochenende. Damit ist "Alice" der erste 2010 gestartete Film, den nach zwei Wochenenden schon mehr als eine Million Zuschauer gesehen haben.
Der Kampf um Platz zwei war eng am vergangenen Wochenende. Dem Branchendienst "Blickpunkt Film" zufolge sahen 160.000 Zuschauer Martin Scorseses Gefängnisdrama "Shutter Island"; etwas höhere Publikumszahlen somit als die von James Camerons "Avatar", der aber - wohl dank 3-D-Zuschlag - nach Umsatzzahlen klar vor "Shutter Island" liegt.
Der erste Neueinsteiger kommt auf Platz vier mit der Fußballkomödie "Teufelskicker" mit Armin Rohde und Benno Fürmann, die 130.000 Besucher in 400 Kinos anlockte. Auf Platz sechs kommt "Auftrag Rache" mit 80.000 Zuschauern in 318 Kinos, vor "Jerry Cotton", der zwar in 526 Kinos gezeigt wurde, mit 70.000 Besuchern aber nur auf Platz sieben der Rangliste folgt. Zwischen den Neuzugängen tummelt sich auf Platz fünf noch "Männer, die auf Ziegen starren": 110.000 Kinogänger wollten George Clooney und Jeff Bridges als Soldaten eines geheimen Flower-Power-Bataillons der US-Armee sehen.
feb/dpa
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