Von Andreas Banaski
Hervé und Camel, zwei 14-Jährige aus der Bretagne, sind Verlierertypen. Im Hormonchaos stolpern sie gemeinsam von einer Schusseligkeit in die andere, bis ihre Busenfreundschaft auf die Probe gestellt wird. Denn der nicht übermäßig helle Hervé, durch eine bizarre Minnesänger-Frisur entstellt, wird aus heiterem Himmel von der schöngeistigen Mitschülerin Aurore aufgerissen.
Hervés alleinerziehende, allzu verständnisvolle Mutter, dauernd unerbeten mit Rat und Tat zur Stelle, ist beglückt. Kumpel Camel dagegen, ein Heavy-Metal-Gitarrist mit Vokuhila bis zum Hintern, muss weiter auf seine sexuelle Erweckung warten, wird als peinlicher Sozialkontakt sogar verleugnet. Im Gefühlshoch schnappt Hervé nämlich über und hält sich plötzlich für was Besseres.
Das hat man so ähnlich schon oft gesehen, weshalb der Genre-Vergleich mit amerikanischen Teenie-Komödien, vor allem mit dem Zotenklassiker "American Pie", nahe liegt. Die Franzosen erleichtern sich allerdings nicht im Apfelkuchen, sondern in Herrensocken, weil sich diese mitsamt der verräterischen Spuren unbemerkt von den Erziehungsberechtigten im Wäschekorb entsorgen lassen.
Der Regisseur kennt die Pein der Pubertät
In Sachen Selbstbefriedigung ist Regie-Debütant und Autor Riad Sattouf, ein 32-jähriger, in Arabien aufgewachsener Franzose, Fachmann. Über sein "Lieblingsthema", so zitiert ihn das Presseheft, könnte er "Stunden reden". Sattouf, einst selbst ein verschüchterter Teenager und an seiner Schule zum "hässlichsten Jungen" gekürt, kennt die Pein der Pubertät. Der erfolgreiche Comic-Künstler sieht sich daher einem Neorealismus der Gefühle verpflichtet und verortet sich eher in der Tradition von Truffaut, Larry Clark oder Gus Van Sant als in der Tradition von Mainstream-Teeniekomödien.
Bezüge zum Handy- und iPod-Zeitgeist sucht man in diesem sympathisch unmodischen Film vergebens, als Onaniervorlage dienen keine Internetpornos mit aufgepumpten, schamhaarrasierten Sexathletinnen, sondern Retro-Dessouskataloge mit unretuschierten Frauen.
Ein derart liebevoller und ungeschönter Blick auf Teenagernöte lässt sich natürlich erst dann voll goutieren, wenn man das Schlimmste schon hinter sich hat. Deshalb hatte "Jungs bleiben Jungs" den überraschenden, aber verdienten Erfolg in Frankreich auch beim eher gereiften Publikum: bei der Kritik, bei Filmpreisjurys und an der Kinokasse.
"Jungs bleiben Jungs". Start: 1.7. Regie: Riad Sattouf. Mit Vincent Lacoste, Anthony Sonigo, Alice Tremolieres.
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Ungeschönt sicher, aber liebevoll ? Die trotteligen, triebgesteuerten und doch antriebslosen "Helden" öden einen doch ziemlich schnell an. Und der Verzicht auf Mainstream-Optik macht die Pointen auch nicht besser. Im [...] mehr...
Im deutschen Playboy (gelbes Sonderheft 184 Seiten; 12 DM!!!, schätze ca. 1984) hieß die Story "Da gehts lang". Die Lehrerin Miß Gredis: "Wir wußten alle was er machte. Er war so entsetzlich dämlich, daß er [...] mehr...
Wie heißt diese Story? mehr...
Könnt ihr euch noch an die Story von Charles Bukowsky erinnern, wo Hank in der Schule die Netzstrümpfe seiner Lehrerin adäquat verarbeitet.......fump,fump,fump. Köstlich. Einen schönen Tag noch. mehr...
Keinesfalls.... Die Phantasie könnte allerdings mehr versprechen, als dann die Realität halten kann. mehr...
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