Paris - Der französische Schauspieler Bruno Cremer hat seinen Kampf gegen den Krebs verloren: Er starb am Wochenende nach langer Krankheit in einem Pariser Krankenhaus, wie sein Agent mitteilte.
Der Schauspieler wirkte in Dutzenden Filmen an der Seite von Stars wie Alain Delon, Jean-Paul Belmondo und Romy Schneider mit. Bekannt wurde er jedoch vor allem als Kommissar Maigret, der nachdenklich an seiner Pfeife ziehend komplizierte Kriminalfälle löst. Die Rolle, die in bester James-Bond-Manier schon zahlreiche Schauspieler inne hatten, spielte er ab 1991 mehr als 50 Mal.
Er fordere ihn heraus, sagte Cremer mal über den berühmtesten Polizisten Frankreichs: "Ich habe ihm etwas Rätselhafteres gegeben und ihm ein Stück Humor verpasst, einen etwas ironischen Blickwinkel." Jahrelang blieb der Charakter-Darsteller dem kauzigen Kommissar treu, erst ab dem Jahr 2000 nahm er sich auch Zeit, um wieder in Kinofilmen mitzuwirken.
Dort feierte der im Oktober 1929 in Saint-Mandé bei Paris geborene Cremer einst seine ersten Erfolge. Seine Karriere jedoch begann im Theater. Er besuchte eine Schauspielschule in Paris und war im Abschlussjahrgang 1952 mit späteren Größen wie Belmondo zusammen. "Wir waren eine unbekümmerte Truppe, die sich überhaupt nicht ernst nahm", beschrieb Cremer später in seiner Autobiografie die Anfänge. Dabei trat er zur damaligen Zeit bereits als ernsthafter Schauspieler in Stücken von Oscar Wilde, Shakespeare oder Jean Anouilh auf.
Zum Talent gesellte sich ein wenig Glück: Nach seinem Kinodebüt 1957 an der Seite von Alain Delon in "Die Killer lassen bitten" ging es steil bergauf. Ein großer Erfolg wurde der Kriegsfilm "Die 317. Sektion" von Pierre Schoendoerffer. Neben Kriegsfilmen werden Krimis und Spionage-Thriller zu seiner Spezialität. Zu seinen auch in Deutschland bekanntesten Werken zählten "Das Attentat" (1972) mit Jean-Louis Trintignant und Michel Piccoli, "Der Greifer" (1976) mit Jean-Paul Belmondo in der Titelrolle und der Agenten-Thriller "Der Maulwurf" (1982) mit Lino Ventura und Michel Piccoli. In dem Drama "Eine einfache Geschichte" spielte er 1977 an der Seite von Romy Schneider. Insgesamt soll der Vater von drei Kindern in mehr als 100 Kino- und Fernsehfilmen mitgewirkt haben.
In seinem finalen Auftritt als Kommissar Maigret im Jahr 2005 wirkte Cremer schon abgemagert und sehr geschwächt, seine Stimme musste wegen seiner Krebskrankheit gedoubelt werden. Danach stand der Darsteller nicht mehr vor der Kamera. Maigret, diese große Rolle, sie blieb seine letzte.
can/AFP
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Bruno Cremer hat belgische Wurzeln, ist aber bei Paris geboren. Als ruhiger, sachlicher und leicht zynischer Darsteller seiner zahlreichen Filmrollen war er immer ein Genuss anzusehen. Schade, dass jetzt immer mehr der Poids lourd [...] mehr...
Irgendwann erwischt es jeden von uns. mehr...
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