Mittwoch, 10. Februar 2010

Kultur



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02.05.2000
 

Schauspieldebüt von Björk

Regisseur am Rande des Nervenzusammenbruchs

Weder die Sängerin Björk noch der dänische Regisseur Lars von Trier gelten als einfach. Kein Wunder also, dass das Spielfilmdebüt der Isländerin in "Dancer in the Dark" fast in einer Katastrophe endete.

Barfuß in Kopenhagen: Björk (l.) und Deneuve in "Dancer in the Dark"
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AFP

Barfuß in Kopenhagen: Björk (l.) und Deneuve in "Dancer in the Dark"

Kopenhagen - Wie die Kopenhagener Zeitung "Berlingske Tidende" am Dienstag berichtete, zerbiss die 34-jährige Sängerin aus Wut über von Trier ihr eigenes Kostüm, floh barfuß durch Kopenhagen, um vier Tage spurlos verschwunden zu bleiben, und erlitt vor laufenden Kameras mehrfach Nervenzusammenbrüche. Der dänische Regisseur seinerseits war vom täglichen Kleinkrieg mit seiner Hauptdarstellerin so entnervt, dass er im Filmstudio Trollhättan in Schweden zwei Monitore zerschmetterte und sich anschließend krank meldete.

Der Musicalfilm mit der Französin Catherine Deneuve in einer zweiten Hauptrolle läuft im Mai als dänischer Wettbewerbsbeitrag bei den Filmfestspielen in Cannes. Schon während der Dreharbeiten zu dem Musical mit Originalmusik von Björk hatten immer wieder Gerüchte die Runde gemacht, dass sich die Zusammenarbeit zwischen dem eigenwilligen Popstar und dem ebenfalls als nicht einfach geltenden von Trier ("Breaking The Waves") zu einem für alle aufreibenden Dauerkrieg entwickelt habe.

Monitore zerschmettert: Von Trier (r.) mit Deneuve
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DPA

Monitore zerschmettert: Von Trier (r.) mit Deneuve

Augenzeugen zufolge zog sich von Trier den Zorn seines isländischen Stars unter anderem dadurch zu, dass er sie in seinem Ferienhaus hypnotisierte, um die Leistungsfähigkeit seiner als Schauspielerin unerfahrenen Hauptdarstellerin vor der Kamera zu steigern. Er habe versucht, ihr Unterbewusstsein zu manipulieren, warf Björk dem Dänen vor.

Aus dem Aufnahmeteam der Trier-Filmgesellschaft Zentropa wurde berichtet, dass die Sängerin bei den Dreharbeiten im letzten Sommer immer wieder mit den Nerven komplett am Ende war und weinend zusammenbrach, weil sie sich zu sehr mit ihrer Rolle identifizierte. So habe es Björk nicht verkraftet, dass sie in ihrer Rolle als US-Einwanderin Selma laut Drehbuch ihren besten Freund erschießen musste.

Gegen Ende der von allen als "Alptraum" eingestuften Dreharbeiten versuchte Björk, gegen eine Vertragsstrafe von umgerechnet 26 Millionen Mark aus dem Projekt auszusteigen, was den Kosten für den von Trier selbst geschriebenen Film entsprochen hätte. Juristen überredeten die Isländerin jedoch zum Bleiben, von Triers Filmgesellschaft entging so dem Konkurs, und "Dancer in the Dark" konnte nach erneutem Streit zwischen Hauptdarstellerin und Regisseur über den Endschnitt doch noch rechtzeitig für Cannes fertig gestellt werden.

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