06. September 2003, 21:49 Uhr

Biennale in Venedig

Katja Riemann ist die Goldene Löwin

Die deutsche Schauspielerin Katja Riemann hat für ihre Hauptrolle in dem Trotta-Film „Rosenstraße" bei der Biennale in Venedig den Preis für die beste Schauspielerin erhalten. Den Goldenen Löwen für den besten Film bekam das russische Drama "Die Rückkehr".

Preisträgerin Riemann: Der Löwe ist die erste internationale Auszeichnung für die Schauspielerin
REUTERS

Preisträgerin Riemann: Der Löwe ist die erste internationale Auszeichnung für die Schauspielerin

Venedig - Katja Riemann wurde für ihre Hauptrolle in dem Film "Rosenstraße" von Margarethe von Trotta am Samstagabend mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Als bester Schauspieler wurde am Samstagabend der Amerikaner Sean Penn für seine Rolle in "21 Grams" ausgezeichnet. Der Goldene Löwe für den besten Film ging an den Regisseur Andrey Zvyagintsev, der in "The Return" ("Die Rückkehr") von zwei Brüdern erzählt, die nach Jahrzehnten ihren Vater wiedersehen.

Der Film "Rosenstraße", der als einziger deutscher Film im offiziellen Wettbewerb um den Goldenen Löwen war, basiert auf einer wahren Geschichte: 1943 protestierten hunderte nicht-jüdische Frauen gegen die Deportation ihrer jüdischen Ehemänner, bis die Gefangenen freikamen. Die 39-jährige Katja Riemann spielt Lena, die um ihren jüdischen Ehemann bangt und sich um die kleine Ruth kümmert, deren Mutter von den Nazis verschleppt wurde.

Für Katja Riemann ist es die erste internationale Auszeichnung. Die höchsten deutschen Filmpreise hat sie bereits: Das Filmband in Gold des Deutschen Filmpreises bekam sie 1996 (für `Stadtgespräch" und "Nur über meine Leiche") und noch einmal 1998 (für `Die Apothekerin" und "Bandits"). Die Schauspielerin stammt aus dem niedersächsischen Kirchweyhe bei Bremen und hatte ihren ersten großen Kinoerfolg 1993 mit dem preisgekrönten Kurzfilm "Abgeschminkt".

Biennale-Sieger Sean Penn, hier in dem Film "Dead Man Walking"
AP

Biennale-Sieger Sean Penn, hier in dem Film "Dead Man Walking"

Bei der Verleihung des Goldenen Löwen zeigte sich Regisseur Zvyagintsev immer noch erschüttert über den Tod des 15-jährigen Hauptdarstellers. Vladimir Girin war kurz nach dem Ende der Dreharbeiten in einem See ertrunken, in dem zahlreiche Szenen des Films gedreht worden waren. Zvyagintsev wollte sich während des Festivals nicht zu dem Vorfall äußern.

Der Silberne Löwe ging an "The Kite" von Randa Chahal Sabbag aus Libanon, ein Drama vor dem Hintergrund des Nahost-Konflikts. Der Japaner Takeshi Kitano wurde für "Zatoichi" als bester Regisseur ausgezeichnet. Den mit 50.000 Euro dotierten San-Marco-Preis für den besten Film erhielt Hiner Saleems "Vodka Lemon", Scarlett Johansson wurde als beste Schauspielerin in Sofia Coppolas "Lost in Transition" ausgezeichnet.

Die 60. Filmfestspiele von Venedig waren am Mittwochabend mit der Galapremiere von Woody Allens Film "Anything Else" eröffnet worden. Insgesamt wurden während des elftägigen Festivals 143 Filme gezeigt, davon 20 im offiziellen Wettbewerb. Der Schauspieler Omar Sharif und der Produzent Dino de Laurentiis wurden für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Das Filmfestival konnte sich in diesem Jahr mit einem Reigen von Stars schmücken: Unter anderen erschienen George Clooney und Catherine Zeta-Jones, die für den Film "Intolerable Cruelty" warben, Anthony Hopkins ("The Human Stain"), Nicolas Cage ("Matchstick Men") sowie Salma Hayek und Antonio Banderas ("Once Upon a Time in Mexico"). Der internationalen Jury gehörte neben Italiens Regie-Altmeister Mario Monicelli auch der deutsche Kameramann Michael Ballhaus an.


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