Filmfestival: "12 Years a Slave" gewinnt Publikumspreis von Toronto

Sklaverei-Drama "12 Years a Slave": Mit dunkler Geschichte auf Oscar-Kurs Fotos
TOBIS

"12 Years a Slave" gilt als klarer Oscar-Favorit: Beim Toronto-Filmfestival hat das Sklaverei-Drama des britischen Regisseurs Steve McQueen nicht nur die Kritiker überzeugt - das Publikum wählte den Film jetzt zum Sieger des Festivals.

Toronto - Kaum ein anderes Werk wurde beim 38. Toronto International Film Festival (TIFF) mehr bejubelt als "12 Years a Slave". Der dritte Kinofilm des britischen Konzept- und Installationskünstlers Steve McQueen ("Shame") wird unter Kritikern schon als Oscar-Favorit gehandelt. Auch das Publikum ließ sich von dem bildgewaltigen Drama mitreißen - und wählte den Film jetzt zum Sieger des diesjährigen Festivals.

Der Film mit dem britischen Schauspieltalent Chiwetel Ejiofor ("American Gangster") in der Hauptrolle erzählt die reale Geschichte des in Saratoga, New York beheimateten Afroamerikaners Solomon Northup, der 1841 gekidnappt und in den Südstaaten als Sklave verkauft wurde. Nach zwölf Jahren Demütigung und Folter gelangte der ehemals freie, gebildete Bürger und begabte Violinist zurück zu seiner Familie. 1853 veröffentlichte er seine Erfahrungen als Buch.

McQueen präsentiert mit "12 Years a Slave" nach seinen gefeierten Dramen "Hunger" und "Shame" ein formalästhetisch konventionelleres Werk, das eine emotionale und intellektuelle Wucht innehat. Ejiofor brilliert als Mann, der sein kostbarstes Gut verliert, seine Freiheit, Michael Fassbender begeistert als innerlich zerrissener Sklavenhalter. Filmstart in Deutschland ist am 31. Oktober.

Beim Filmfest in Toronto standen in diesem Jahr 288 Filme und 78 Kurzfilme aus 70 Ländern auf dem Programm. Deutschland war mit 26 Filmen vertreten, darunter Dokumentarfilme und Co-Produktionen. Anders als in Berlin, Cannes und Venedig gibt es in Kanada keine Festival-Jury für den Gewinnerfilm.

Toronto gilt als Signalgeber für die Oscar-Saison. In der kanadischen Metropole stellen die großen US-Studios ihre prestigeträchtigsten Produktionen vor, testen Kritiker- und Publikumsgeschmack - und starten den "Buzz" für die Saison der Preisverleihungen im Januar und Februar.

vks/dpa

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1.
heine3000 15.09.2013
Offensichtlich gehen der dpa-Korrespondent und abschreibender Bearbeiter dieser Meldung nur äußerst selten ins KIno oder schauen gar ausländische Serien. Sonst würden sie - bloß weil sie seinen Namen nicht kennen - Chiwetel Ejiofor nicht zum Talent erklären. C'mon, der Mann hat den Britischen Filmpreis gewonnen, ist bald als Patrice Lumumba zu erleben und ist spätestens seit 2002 eigentlich unübersehbar. Genauso wie andere schwarze Schauspieler, die toll sind, viel drehen - und doch von jedem einzelnen Fan, von jedem begeisterten Kritiker immer wieder neu als Entdeckung gefeiert werden. DIESES PHÄNOMEN und die derzeitige Welle "schwarzer" Filme ist doch eigentlich das Subthema dieses Erfolgs von 12 YEARS A SLAVE, etwa der großartige Idris Elba als Morgan FReeman und Oprah Winfreys perfekte PR-Maschinerie für den gigantischen Erfolg von "The BUtler".
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heine3000 15.09.2013
Zitat von heine3000Offensichtlich gehen der dpa-Korrespondent und abschreibender Bearbeiter dieser Meldung nur äußerst selten ins KIno oder schauen gar ausländische Serien. Sonst würden sie - bloß weil sie seinen Namen nicht kennen - Chiwetel Ejiofor nicht zum Talent erklären. C'mon, der Mann hat den Britischen Filmpreis gewonnen, ist bald als Patrice Lumumba zu erleben und ist spätestens seit 2002 eigentlich unübersehbar. Genauso wie andere schwarze Schauspieler, die toll sind, viel drehen - und doch von jedem einzelnen Fan, von jedem begeisterten Kritiker immer wieder neu als Entdeckung gefeiert werden. DIESES PHÄNOMEN und die derzeitige Welle "schwarzer" Filme ist doch eigentlich das Subthema dieses Erfolgs von 12 YEARS A SLAVE, etwa der großartige Idris Elba als Morgan FReeman und Oprah Winfreys perfekte PR-Maschinerie für den gigantischen Erfolg von "The BUtler".
3. Oder falsch übersetzt? Talent ungleich talent
heine3000 15.09.2013
Ich sinnierte grade noch so sonntäglich vor mich hin, als mir auffiel, dass es sich statt um einen Fehler in der Bewertung des schaupielerischen Talents ja vielleicht auch um einen Übersetzungsfehler, einen sogenannten "false friend", handeln könnte, falls in einer englischen Vorlage vom "British talent" die Rede war, also vom "britischen Darsteller", "Schauspieler" oder "Künstler"...?
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