Box Office: Til Schweiger floppt als Animator
Wochenlang kein neuer Kinderfilm in den US-Kinos: Kein Wunder also, dass "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2" direkt an die Chartspitze springt. In Deutschland aber mieden die meisten Eltern und Kinder den Animationsfilm "Keinohrhase und Zweiohrküken".
USA
1. Gewinner der Woche
An Animationsfilmen herrschte kein Mangel bisher im Kinojahr 2013, "Ich, einfach unverbesserlich 2" und "Die Monster-Uni" waren große Erfolge. Gegen Ende des Sommers ballten sich die Angebote für die ganze Familie mit "Turbo", dem zweiten "Schlümpfe"-Film und "Planes". Aber seither fehlte neuer Stoff für die Kinokinder. Deshalb setzte ein richtiger Run auf "Cloudy With A Chance Of Meatballs 2" ein, dem zweiten Teil der Geschichte über einen Tüftler mit einer Frikadellen-Maschine.
Das Team von Sony Animation kann sich über ein Einspielergebnis von 35 Millionen Dollar freuen, das damit sogar über dem des Startwochenendes vom ersten Teil liegt (vor vier Jahren waren das 30,3 Millionen).
Stark startete auch die Komödie "Baggage Claim" mit Paula Patton, die sich vornehmlich an ein afro-amerikanisches Publikum richtete. Für ein Einspielergebnis von 9,2 Millionen Dollar gab es Platz vier in den Charts.
2. Verlierer der Woche
Wir sind mal harsch in dieser Woche und nennen die Nummern drei und fünf Verlierer!
Auf den dritten Platz der US-Kinocharts kam der Rennfahrerfilm "Rush" über die Formel-1-Rivalen Niki Lauda und James Hunt. Er war in der Vorwoche zunächst in nur fünf Kinos angelaufen, um nach der Premiere beim Filmfest von Toronto den Hype weiter anzufüttern. Doch nun, als es darauf ankam und der Film auf 2297 Leinwänden gezeigt wurde, blieb "Rush" mit einem Kassenumsatz von 10,3 Millionen Dollar hinter den Erwartungen zurück.
Mit Scarlett Johansson, Julianne Moore und sich selbst in den Hauptrollen hatte Hollywood-Star Joseph Gordon-Levitt eigentlich alle Erfolgsvoraussetzungen für sein Regiedebüt geschaffen. Auch die Pressekritiken waren überwiegend positiv für den Film um einen Pornosüchtigen - doch das Publikum nahm "Don Jon" nur zögerlich an (neun Millionen Dollar Einspiel) und äußerte sich bei Zuschauerbefragungen nach der Vorführung auch eher kritisch über die Nummer fünf der US-Kinocharts.
3. Zahl der Woche
Metallica in 3D in 308 Kinos: Recht vorsichtig wurde die Mischung aus Konzertfilm und Dokumentation über die Rockband in die amerikanischen Kinos gebracht. Dafür startete "Metallica Through The Never" mit einem Einspielergebnis von 1,67 Millionen Dollar ganz ordentlich - Platz 13 in den Charts.
Deutschland
1. Gewinner der Woche
Machtwechsel in den deutschen Kinocharts: "White House Down" von Roland Emmerich trat nach drei Wochen ab von Platz eins und ließ "2 Guns" ran an die Spitze: 133.000 Besucher hatte der Ballerfilm mit Denzel Washington und Mark Wahlberg als Undercovercops.
Stark startete auchdie Google-Komödie "Prakti.com" mit Vince Vaughn und Owen Wilson auf Platz vier. 62.000 Zuschauer wollten den Film sehen.
2. Verlierer der Woche
In Deutschland kann man sich auf die Kinder und ihre Eltern offenbar nicht so eindeutig verlassen. Der Nachfolgefilm zu den "Wilden Kerlen" namens "V8 - Du willst der Beste sein" fand nur 32.000 Zuschauer und verpasste somit die Top Ten.
Doch auch für den erfolgsverwöhnten Til Schweiger brachte das Wochenende eine Enttäuschung: Sein erster Animationsfilm "Keinohrhase und Zweiohrküken", in dem die Kuscheltiere aus den Romantischen Komödie Leben eingehaucht bekamen, interessierte nur 42.000 Zuschauer. Platz sieben also zum Start für einen Film, in dem neben Til Schweiger selbst auch dessen Tochter Emma Tiger und der treue Freund Mathias Schweighöfer Synchronisationsrollen übernommen hatten. Von Schweiger stammt das Drehbuch, zudem war er Co-Produzent und Co-Regisseur.
3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?
Glenn Close mit einer grandiosen Leistung in einer Männerrolle: Zum Start kam "Albert Nobbs" nicht unter die Top Ten der deutschen Kinocharts, doch der Butlerfilm, der zwei Oscar-Nominierungen bekam, hätte ein größeres Publikum verdient.
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Volker Hage:
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