Berlin - Das Motto der 60. Berlinale ist ein eher peinliches Wortspiel: "Happy Bärsday Berlinale". Festival-Direktor Dieter Kosslick verspricht aber, dass die Internationalen Filmfestspiele im Februar nicht nur ein sehnsüchtiger Blick zurück werden. Er sagt der Nachrichtenagentur APD, man wolle auch in die Zukunft schauen: "Technologische Veränderungen stehen an, Stichwort Digitalisierung." Zum 3D-Kino - gerade mit David Camerons "Avatar" prominent im Kino vertreten - lässt der Berlinale-Chef aber eine eher skeptische Haltung erkennen: "Als epochales Werk würde ich es dann sehen, wenn man keine Brille aufsetzen müsste, sondern es 3D-Kontaktlinsen gäbe."
Die Wirtschaftskrise werde beim Festival, anders als in diesem Jahr keine Rolle spielen, sagte Kosslick. "Die Menschen haben keine Lust mehr auf Krise." Stattdessen wolle man einen Beitrag leisten, "dass die Welt besser weitergeht." Der Glamourfaktor soll auch nicht zu kurz kommen. Kosslick erwartet unter anderem den Regisseur Martin Scorses, dessen Film "Shutter Island" in Berlin Weltpremiere hat, sowie die Hauptdarsteller Leonardo di Caprio und Ben Kingsley. Auch der Bollywood-Star Shah Rukh Khan habe sein Kommen angekündigt.
Im APD-Interview verteidigte der Festival-Direktor einen Vielgeschmähten - Til Schweiger. Der Schauspieler feiert gerade mit "Zweiohrküken" Erfolge an der Kinokasse, der Film wird aber wie die meisten seiner Werke von den Kritikern zerrissen. Laut Kosslick hätte Schweiger dennoch "absolut" Chancen, für den Berlinale-Wettbewerb ausgewählt zu werden. Er sei "ein guter Filmemacher", lobte Kosslick. "'Knockin on Heaven's Door' würden wir sofort zeigen."
cte/APD
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