Trauer um Alan Rickman "Er war der ultimative Verbündete"

"Harry Potter"-Kollegen und Weggefährten trauern um Alan Rickman. Besonders bewegende Worte findet seine langjährige Freundin und Filmpartnerin Emma Thompson.

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Tiefe Trauer um den britischen Schauspieler Alan Rickman: Freunde, Weggefährten und Fans erinnern an den Mann, der sich in seinen Paraderollen als komplexer Widersacher in das kollektive Gedächtnis einer Generation spielte - ob als legendärer "Stirb Langsam"-Bösewicht Hans Gruber, als exaltierter Sheriff von Nottingham in der "Robin Hood"-Verfilmung von 1990 - oder in seiner wohl bekanntesten Rolle als fieser Professor Severus Snape in der "Harry Potter"-Serie. Zwischen 2001 und 2011 verkörperte er acht Mal den ambivalenten Charakter, der vielen Fans nicht zuletzt wegen Rickmans Spiel als heimlicher Held der Reihe gilt.

"Alan Rickman ist zweifellos einer der größten Schauspieler, mit denen ich jemals zusammenarbeiten werde", schreibt Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe. "Er ist auch einer der loyalsten und hilfsbereitesten Menschen, die ich je in der Filmindustrie getroffen habe (...) Er war einer der ersten Menschen, die mich am Potter-Set ebenbürtig behandelt haben und nicht wie ein Kind. In diesem prägenden Alter mit ihm zusammenzuarbeiten war unglaublich wichtig für mich, und ich werde das, was er mir beigebracht hat, für den Rest meines Lebens und meiner Karriere bei mir tragen."

"Ich bin sehr traurig", schreibt Emma Watson, die im Alter von zehn Jahren erstmals Hermine spielte, "und ich fühle mich geehrt, mit so einem besonderen Menschen und Schauspieler gearbeitet und Zeit verbracht zu haben. Ich werde unsere Gespräche vermissen. Ruhe in Frieden, Alan, wir lieben dich."

I'm very sad to hear about Alan today. I feel so lucky to have worked and spent time with such a special man and actor. I'll really miss our conversations. RIP Alan. We love you

Posted by Emma Watson on Thursday, January 14, 2016
Als eine der Ersten hatte sich Harry Potter-Autorin J.K. Rowling via Twitter geäußert. "Es gibt keine Worte, um auszudrücken, wie schockiert und am Boden zerstört ich nach Alan Rickmans Tod bin. Er war ein fantastischer Schauspieler und ein wundervoller Mann." Rowling, so heißt es, hatte Rickman bereits beim Schreiben des ambivalenten Lehrers Severus Snape als Protagonisten im Kopf und versorgte ihn während der Dreharbeiten immer wieder mit Informationen über Snapes Doppelleben.

"Ich habe ihn gerade zum Abschied geküsst"

Eine über zwanzig Jahre währende Freundschaft verband Rickman und die britische Schauspielerin Emma Thompson. Gemeinsam standen sie 1995 in der legendären Jane-Austen-Adaption "Sinn und Sinnlichkeit" von Ang Lee vor der Kamera, es folgten sieben weitere gemeinsame Filme, darunter drei "Harry Potter"-Verfilmungen und der Episodenfilm "Love Actually". Thompson hatte offenbar die Möglichkeit, sich am Sterbebett von ihrem langjährigen Vertrauten zu verabschieden.

Rickman und Thompson in "Sinn und Sinnlichkeit": "Komplett vertraut"
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Rickman und Thompson in "Sinn und Sinnlichkeit": "Komplett vertraut"

"Alan war mein Freund, und das Schreiben fällt mir schwer, denn ich habe ihn gerade zum Abschied geküsst." Mit diesen bewegenden Worten beginnt die britische Schauspielerin Emma Thompson einen Abschiedsbrief, den ihr Management veröffentlichte. "Woran ich mich in diesem schmerzhaften Moment des Abschieds am meisten erinnere, ist sein Humor, seine Intelligenz, seine Weisheit, seine Güte... Er war der ultimative Verbündete. Im Leben, künstlerisch, politisch. Ich habe ihm komplett vertraut."

Via Facebook verneigte sich der große britische Charakterdarsteller Sir Ian McKellen, der mit Rickman und Greta Scacchi 1996 in "Rasputin" vor der Kamera stand: "Hinter seiner Sorglosigkeit und der legeren Eleganz, hinter diesem trauervollen Gesicht, was ebenso wunderschön war, wenn es von Lachen erfüllt wurde, lebte ein überaktiver Geist, strebend und durchsetzungsfähig, ein Superheld, bescheiden, aber von tödlicher Effektivität."

Oscar-Preisträgerin Kate Winslet, die an Rickmans Seite in "Sinn und Sinnlichkeit" erstmals auf sich aufmerksam machte, erinnert sich: "Ich war erst von ihm eingeschüchtert, denn ich war 19, und er hatte so eine kraftvolle und bestimmende Art. Und die Stimme! Oh, diese Stimme... aber in Wirklichkeit war er der sanfteste und wunderbarste Mann."

50 Jahre war Alan Rickman mit seiner Partnerin Rima Horton zusammen, erst vor drei Jahren hatten sie geheiratet. Am Donnerstag erlag er im Alter von 69 Jahren einem Krebsleiden.

VIDEO: Alan Rickman ist gestorben

ayy



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insgesamt 3 Beiträge
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zieglerm 15.01.2016
1. Auch als Metatron in Dogma war er wunderbar
Mit seiner zugleich zynischen und humorvollen Art gepaart mit seiner prägnanten Stimme als die Stimme Gottes in Dogma oder auch als Dr. Lazarus in Galaxy Quest zeigte er auch seine Fähigkeit in Komödien. Er war in guten wie bösen, in tragischen wie lustigen Rollen immer sehenswert. Ich hoffe Gott hat soviel Humor wie Du sie in Dogma beschrieben hast.
klebmarke 15.01.2016
2. Schade um den Verlust dieses Menschen.
Wirklich sehr schade um ihn. Wie Emma Thompson hier sagt, war er ein starker Verbündeter für viele Kollegen und auch für humanitäre Angelegenheiten. Gerne erinnert man sich hier an das Stück “My Name Is Rachel Corrie” für das er mit viel Wärme und Hingabe Regie geführt hat. Ruhe in Frieden, Alan.
nariu 19.01.2016
3. Snape war das schauspielerische Highlight der Harry Potter Filme
Ein großartiger Schauspieler und... (was sagt Wikipedia? Zweites von vier Kindern eines Fabrikarbeiters. Künstlerisch hochbegabt, seit 1965 mit seiner Frau, einer Professorin zusammen.) ..ein zweifellos, kluger und interessanter Mensch, wie Millionen andere, die kaum jemand kennt.
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