Mafioso-Darsteller Schauspieler Alex Rocco gestorben

Im Mafia-Filmklassiker stellt er sich als Spielbank-Besitzer gegen die Corleone-Familie, nach "Der Pate" spielte er immer wieder Mafiosi. Nun ist Alex Rocco, einer der prägnantesten Nebenrollen-Darsteller Hollywoods, gestorben. Er wurde 79 Jahre alt.

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Seine Rolle ist eher klein, doch sein Auftritt prägnant: Im ersten Teil der Mafia-Saga "Der Pate" wird dem Kasino-Besitzer Moe Greene vom Juniorchef der Corleone-Familie, Michael (Al Pacino), das berühmte Angebot gemacht, das er nicht ablehnen kann. Moe ist ein großes Tier in Las Vegas, er will sich nicht herauskaufen lassen von einem, der noch mit Cheerleadern ausging, als er schon im Geschäft war. Bald darauf stirbt er, auf der Massagebank, mit einem Schuss durchs Brillenglas.

Die Rolle des Moe Greene in Francis Ford Coppolas "Der Pate" hat dem US-Schauspieler Alex Rocco einen kleinen, aber schönen Platz in der Filmgeschichte gesichert. Kurioserweise - für einen italienischstämmigen Schauspieler in einem Film über eine Familie aus der italienischen Community - nicht als Italiener: "Coppola sagte: 'Ich hab meinen Juden'", so erzählte es Rocco 2012 dem Onlinemedium "The A. V. Club", "ich sagte 'Oh nein, Mr. Coppola, ich bin Italiener. Ich wüsste nicht, wie ich einen Juden spielen sollte.' Er sagte bloß: 'Ach, halt den Mund!'"

Wie das Magazin "Vanity Fair" 2009 berichtete, war Alex Rocco sehr scharf darauf, in "Der Pate" mitzuspielen; gegenüber dem Casting-Direktor des Films machte er sogar Andeutungen, er kenne sich in der Welt der Mafia gut aus, ohne in Details gehen zu wollen.

Tatsächlich landete der 1936 als Alexander Federico Petricone Jr. geborene Jugendliche einmal in einer Besserungsanstalt, weil er für Gangster in der Region um Boston arbeitete. Einmal freigelassen, beschloss er, in Los Angeles ein neues Leben anzufangen. Ersten Schauspielunterricht hatte er beim späteren "Mr. Spock", Leonard Nimoy.

Mit seiner ersten Filmrolle, nun unter dem Namen Alex Rocco, schaffte es der Jungschauspieler gleich in einen zukünftigen Trash-Klassiker, Russ Meyers "Motorpsycho ... wie wilde Hengste" von 1965, in dem er einen Tierarzt spielt, der sich für die Vergewaltigung seiner Frau an einer Motorradgang rächen will.

Doch so richtig startete Alex Roccos Karriere erst nach dem Auftritt in "Der Pate" durch. Er wurde immer wieder als Gangster und/oder Italiener eingesetzt, etwa in "Find Me Guilty - Der Mafiaprozess" (2006, von Sidney Lumet), "The Wedding Planner" (2001, als Vater von Jennifer Lopez' Figur) oder "Smokin' Aces" (2006).

Zu sehen war er außerdem in "Die Freunde von Eddie Cole" mit Robert Mitchum aus dem Jahr 1973 und in Tom Hanks' Regie-Debüt "That Thing You Do!". 1990 hatte der Schauspieler einen Emmy Award für seine Rolle in der Sitcom "The Famous Teddy Z." gewonnen.

Alex Rocco ist am Samstag im Alter von 79 Jahren gestorben, wie die "New York Times" am Sonntag (Ortszeit) unter Berufung auf seine Managerin berichtete. Todesursache sei eine Krebserkrankung gewesen.

feb/dpa/AP

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speicobra12 20.07.2015
1. Cop Land
Seine Rolle als kokainsüchtiger Polizist in Cop Land neben Silvester Stallone hat er auch sehr gut gespielt.
seriousernst82 20.07.2015
2. Verwechslung
Zitat von speicobra12Seine Rolle als kokainsüchtiger Polizist in Cop Land neben Silvester Stallone hat er auch sehr gut gespielt.
Ich glaube Sie verwechseln den Herrn mit Ray Liotta.
pleromax 20.07.2015
3. Das war nicht Mo Greene
Das mit dem nicht abzulehnenden Angebot (nebst blutigem Rennpferdkopf) war nicht Mo Greene - der endet mit einer Kugel im Auge.
Hans_Suppengrün 21.07.2015
4.
Zitat von pleromaxDas mit dem nicht abzulehnenden Angebot (nebst blutigem Rennpferdkopf) war nicht Mo Greene - der endet mit einer Kugel im Auge.
Beide (Jack Waltz und Moe Greene) haben ein solches Angebot erhalten!
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