Arbeitskampf in Hollywood Regisseure einigen sich mit Filmstudios auf neuen Tarifvertrag

Nur fünf Tage haben sie verhandelt. Dann einigten sich Hollywoods Filmemacher mit den Studios sogar darüber, was sie für die Weiterverwertung ihrer Arbeiten bekommen. An diesem Punkt scheitert seit Wochen der Arbeitskampf der Drehbuchautoren. Die geraten nun unter Druck.


Los Angeles - Das "Wall Street Journal" berichtete unter Hinweis auf informierte Kreise, dass sich die amerikanischen Film- und Fernsehregisseure nach nur fünftägiger Verhandlung mit den großen Hollywood-Studios auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt haben. Nun müssen die Drehbuchautoren entscheiden, ob sie ähnliche Bedingungen wie die Regisseure akzeptieren wollen. Sie befinden sich seit November im Streik.

"Zwei Worte beschreiben die Vereinbarung: wegweisend und substanziell", sagte Gil Cates, Vorsitzender des Verbandes der Regisseure (Directors Guild of America, DGA). Dem "Wall Street Journal" zufolge verständigten sich die Regisseure mit den Studios auf einen Drei-Jahresvertrag. Darin werde auch die Schlüsselfrage geregelt, wie viel die Filmemacher für die Weiterverwertung ihrer Arbeiten im Internet bekommen.

Das ist auch ein zentraler Streitpunkt im Arbeitskampf der Drehbuchautoren. Auch ihnen geht es um Anteile an der Vermarktung ihrer Produkte im Internet und anderen neuen Medien. Der Streik, der Anfang November begann, hat im Fernsehen viele Programme lahmgelegt. Auch Kinofilmprojekte wurden verzögert. Mit einzelnen Arbeitgebern wurde inzwischen eine Einigung erzielt. In den meisten Fällen aber sind die Verhandlungen blockiert.

Wegen des Streiks der Drehbuchautoren wurde bereits die zweitwichtigste Mega-Show des Jahres in Hollywood abgesagt, die Verleihung der Golden Globes. Sollte es zu keiner Einigung kommen, dürfte auch die Gala zur Oscar-Verleihung am 24. Februar platzen.

esp/dpa/AP



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