Schauspielerpreise: Noch ein Überraschungssieg für "Argo"

Screen Actors Guild Awards: Das sind die Sieger Fotos
AFP

Es ist eine Kampfansage an den Oscar-Favoriten "Lincoln": Ben Afflecks Geiselfilm "Argo" hat am Sonntag bei den Awards der Screen Actors Guild überraschend den Hauptpreis gewonnen - und etabliert sich damit als größter Konkurrent beim Kampf um die Goldstatue.

Los Angeles/Hamburg - Lange Zeit galt Steven Spielbergs Historiendrama "Lincoln" als klarer Oscar-Favorit. Mit zwölf Nominierungen führt er die Liste des wichtigsten Kinopreises der Welt an. Doch ein anderer Film kann ihm gefährlich werden: Ben Afflecks Geiselstory "Argo" entpuppt sich als Kritikerliebling - und sackt immer mehr Auszeichnungen ein.

Am Sonntagabend erhielt "Argo" bei den Screen Actors Guild (SAG) Awards den Hauptpreis für das beste Schauspielerensemble. "Lincoln" musste sich mit zwei kleineren Preisen zufrieden geben: Daniel Day-Lewis wurde für seine Rolle als 16. Präsident der Vereinigten Staaten ausgezeichnet, Tommy Lee Jones gewann für seine Darbietung des Abolitionisten Thaddeus Stevens. Weitere Auszeichnungen gingen an Jennifer Lawrence, die sich mit "Silver Linings" gegen die Favoritin Jessica Chastain ("Zero Dark Thirty") durchsetzen konnte, und an Anne Hathaway ("Les Misérables").

Die SAG Awards werden von der US-amerikanischen Schauspielergewerkschaft verliehen und gelten als eines der zuverlässigsten Barometer für die Oscar-Verleihung. Der Grund: Viele Schauspieler gehören auch zu den Juroren der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die die Oscar-Gewinner kürt. Ein gutes Zeichen für Ben Afflecks Geiselfilm. "Argo" schildert eine wahre CIA-Befreiungsaktion während der islamischen Revolution in Teheran. Um fünf amerikanische Botschaftsangehörige außer Landes zu schaffen, verkleidete man sie als Filmcrew. Affleck hat bei "Argo" nicht nur Regie geführt, sondern auch die Hauptrolle übernommen.

Mit dem Preis am Sonntag konnte sich sein Film bereits zum dritten Mal gegen "Lincoln" durchsetzen. Sowohl bei den Golden Globes als auch bei der Verleihung der Produzentengewerkschaft (Producers Guilde of America) hatte "Argo" die Nase vorn. Sollte er auch in der Oscar-Nacht am 24. Februar gewinnen, wäre er der vierte Film in der Geschichte des Academy Awards, der den Hauptpreis erhält, ohne dass der Regisseur überhaupt nominiert worden war. So eine Konstellation kam zuletzt 1989 bei Bruce Beresfords "Miss Daisy und ihr Chauffeur" vor.

Bei den Fernsehserien zeichnete die SAG-Jury die Crew von "Modern Family" und "Downton Abbey" aus. Bester Hauptdarsteller in der Sparte Comedy wurde Alec Baldwin ("30 Rock"), bei den Dramen ging der Preis an Bryan Cranston ("Breaking Bad"). Claire Danes ("Homeland") und Tina Fey ("30 Rock") erhielten Auszeichnungen als beste Hauptdarstellerinnen. In der Sparte "TV-Film oder Minserie" wurden Julianne Moore ("Game Change") und Kevin Costner ("Hatfields & McCoys") ausgezeichnet.

sbr/AP/Reuters

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1. Schief gewickelt
rasner 28.01.2013
Wieso die Auszeichnung für den Besten Hauptdarsteller bei den SAG Awards zu den "kleineren Preisen" gehört, kann wohl nur jemand erklären, dem dies im Hinblick auf sein Lincoln-Kleinreden besser in den Kram passt ...
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