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06. Juli 2015, 16:14 Uhr

Actionstar Schwarzenegger

Der Terminator zeigt Gefühle

Ein Interview von

Arnold Schwarzenegger feiert sein Comeback als Killer-Android. Hier spricht er über Vatergefühle eines ergrauten Terminators.

SPIEGEL ONLINE: Mr. Schwarzenegger, im neuen "Terminator" haben Sie ungewöhnlich viel Text für einen T-800 - wollten Sie endlich mal mehr Storytelling als Action?

Schwarzenegger: Um ehrlich zu sein, hatte ich überhaupt nichts mit der Entwicklung der Figur zu tun. Ich bekam das Skript, las es, fand es gut. Dass ich in meiner Rolle so viel reden und erklären muss, liegt eher daran, dass der Film schließlich auch für alle funktionieren soll, die die vorangegangenen nicht kennen.

SPIEGEL ONLINE: Formen Sie denn Ihre Rollen nicht mit?

Schwarzenegger: Doch, als Schauspieler kann ich schließlich interpretieren, wie humorvoll ich meine Figur spiele, ob ich mehr Mensch oder mehr Maschine zeige. Der Terminator selbst hat sich seit den Achtzigern stark verändert, ist immer menschlicher geworden. Daraus besteht auch der comic relief im neuen Film: Er versucht, seine Gefühle zu zeigen, aber das klappt meist nicht so ganz.

SPIEGEL ONLINE: Er ist jedenfalls sehr väterlich, der Kern der Geschichte ist ein Familienmelodram...

Schwarzenegger: Das hat mir auch sehr gut gefallen am Drehbuch: Wenn man die Action und die Effekte wegnimmt, bleibt eine hochemotionale Geschichte übrig, es geht im Grunde darum, die eigenen Kinder zu beschützen.

SPIEGEL ONLINE: Daneben geht es aber auch um die Gefahr der zentralen Datenspeicherung: Ein Computersystem kann die Macht übernehmen, weil die Menschen ihre Daten freiwillig zur Verfügung gestellt haben. Sehen Sie das als Problem in der heutigen Welt?

Schwarzenegger: Ja. Ich weiß, dass sich jede Technologie, die man sich zunutze macht, auch gegen einen wenden kann, und dann ist die Hölle los. Künstliche Intelligenz, wie der "Terminator"-Schöpfer James Cameron sie sich damals vorgestellt hat, lauert schon um die Ecke, die Idee des hybriden Gehirns - ein Teil der Information ist in einer Cloud, der andere im eigenen Kopf - ist schließlich fast Realität.

SPIEGEL ONLINE: Wie gehen Sie persönlich damit um, wie schützen Sie ihre Daten?

Schwarzenegger: Ich kaufe zum Beispiel überhaupt nie etwas im Internet, nicht mal unter falschem Namen. Das machen andere für mich. Für Promotion nutze ich es natürlich schon. Und ich kommuniziere über verschiedene Instant-Messaging-Dienste.

SPIEGEL ONLINE: Es gibt ein Buch eines deutschen Philosophen über Sie, in dem Bodybuilding mit Kunst, mit dem Herstellen von Skulpturen verglichen wird. Können Sie das nachvollziehen?

Schwarzenegger: Ja, ich liebe Kunst, speziell Skulpturen. Ich war in jedem Rodin-Museum der Welt. Und natürlich ist Bodybuilding ein kreativer Vorgang - wenn man keinen Sinn für Kunst hätte, würde man einfach nur riesige Oberschenkel- oder Schultermuskeln aufbauen. Das Ganze hätte keine Harmonie. Als Bodybuilder muss man Visionen haben - wir Bodybuilder sind Künstler, nur dass wir statt Hammer und Meißel eben Gewichte benutzen. Aber solche Sachen sage ich natürlich auch, um Medienaufmerksamkeit zu bekommen: Als ich als lebendiges Kunstwerk im Whitney-Museum vor dieser ganzen High Society posierte, glaubten die mir das sogar, und begannen, über das Verhältnis von Bodybuilding und Kunst nachzudenken.

SPIEGEL ONLINE: Wieso haben Sie als 15-Jähriger in Österreich überhaupt mit dem damals unbekannten Sport angefangen?

Schwarzenegger: Ich wollte unbedingt in die USA und habe mir darum einen Sport gesucht, der das Ticket dorthin sein könnte. Der andere Grund war, dass ich immer anders sein wollte. Vielleicht lag es an der Konkurrenzsituation mit meinem Bruder, vielleicht daran, dass ich aus einem so kleinen Kaff komme - aber ich wollte unbedingt etwas machen was auffällt, nicht Fußball spielen wie die anderen. Ich würde mir auch nie ein normales Auto kaufen, dann lieber gleich einen Panzer.

SPIEGEL ONLINE: Stimmt es, dass es in dem österreichischen Dorf, wo Sie aufgewachsen sind, nicht mal fließend Wasser gab?

Schwarzenegger: Ja, mein Bruder und ich mussten unser Wasser zum Kochen und Waschen immer aus einem fast 200 Meter entfernten Brunnen holen. Meine Mutter durfte zuerst darin baden, danach die anderen, und ich als letztes, alle im gleichen Wasser!

SPIEGEL ONLINE: Hat Sie das zu einem energiebewussten Menschen gemacht?

Schwarzenegger: Absolut. Später in der Schule habe ich Münzduschen benutzt, zehn Schilling für eine Minute heißes Wasser. Man konnte sich so gerade mal die Haare und die Achselhöhlen waschen, dann war es schon wieder eiskalt. Und als ich vor einiger Zeit feststellte, dass meine Kinder, vor allem meine Töchter, sich einen Hocker in die Dusche unseres Hauses gestellt haben, und dort ewig unter dem rieselnden Wasser saßen, hab ich bei uns die gleiche Technik eingebaut: Nach fünf Minuten wird das Wasser eiskalt.

Sehen Sie hier den Trailer zu "Terminator: Genisys"

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