Autounfall "Q" ist tot

Die James-Bond-Fans kennen ihn alle: Als der exzentrische Wissenschaftler "Q" stattete der walisische Schauspieler Desmond Llewelyn den Agenten 007 mit geheimen Waffen und Raffinessen aus. Am Sonntag starb der 85-Jährige bei einem Autounfall.


Firle (Großbritannien) - Llewelyn war allein in seinem Auto auf der Heimfahrt von einer Signierstunde. Sein Wagen stieß frontal mit einem entgegenkommenden Pkw zusammen, dessen drei Insassen verletzt wurden.

Desmond Llewelyn
REUTERS

Desmond Llewelyn

Der Sohn eines Ingenieurs im Kohlenbergbau wollte eigentlich einmal Buchhalter werden, fand dann aber zur Schauspielerei und trat 1939 erstmals in einem Spielfilm auf. Dann kam der Zweite Weltkrieg, und Llewelyn diente bei den Königlich-Walisischen Füsilieren. Im besetzten Frankreich geriet er in deutsche Kriegsgefangenschaft und konnte erst fünf Jahre später nach London zurückkehren. Nach kleineren Rollen wie in "Kleopatra" (1963) fand er dann seine Traumrolle als Q in 17 James-Bond-Filmen von "Liebesgrüße aus Moskau" bis zum aktuellen Bond "Die Welt ist nicht genug", in dem der alte Q bereits seinen Abschied von 007 andeutet. "Das muss dann wohl R sein", begrüßt er John Cleese als seinen neuen Assistenten.

Stets hielt Q für 007 das modernste Handwerkszeug für Spione bereit. Privat aber war Llewelyn der modernen Technik eher abgeneigt. "Bei mir funktioniert das alles nicht", sagte er einmal dem Magazin "Computer Life", "noch nicht einmal diese Plastikkarten für die Tür zum Hotelzimmer."

Llewelyn verbrachte seine meiste Zeit in seinem Haus in Bexhill in East Sussex. Er hinterlässt seine 85 Jahre alte Frau Pamela, zwei Söhne im Alter von 45 und 50 Jahren sowie zwei Enkelkinder.



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