"Axolotl Overkill" von Helene Hegemann Weltpremiere auf dem Sundance Festival

"Axolotl Overkill", Helene Hegemanns Verfilmung ihres Debütromans, feiert ihre Weltpremiere beim Sundance Festival 2017. Noch wichtiger ist das Festival allerdings für US-Filme, die hier um Verleih und Oscar-Buzz kämpfen.

Jasna Fritzi Bauer in "Axolotl Overkill"
Sundance Institute/ Constantin

Jasna Fritzi Bauer in "Axolotl Overkill"


Helene Hegemanns zweiter Spielfilm "Axolotl Overkill" wird seine Weltpremiere im Wettbewerbsprogramm des Sundance Festivals haben. Das gaben die Veranstalter des größten US-Filmfests für unabhängige Produktionen am Mittwoch bekannt. Das Festival, das im Januar im US-Staat Utah stattfindet, umfasst vier Wettbewerbsparten, in denen insgesamt 56 Filme gezeigt werden.

In der Sparte "World Cinema"-Dokumentarfilm ist die indisch-deutsch-finnische Koproduktion "Machines" von Regisseur Rahul Jain über die Arbeit in einer indischen Textilfabrik vertreten. Mit "Axolotl Overkill" schaffte es Hegemann in die Sparte "World Cinema" für ausländische Spielfilm-Produktionen. Hier feierte auch schon Nicolette Krebitz' "Wild" 2016 seine viel beachtete Weltpremiere.

Bei "Axolotl Overkill" handelt es sich um Hegemanns Adaption ihres eigenen Debütromans "Axolotl Roadkill" von 2010, der erst von der Kritik gefeiert wurde, bevor bekannt wurde, dass Hegemann zahlreiche Autorinnen und Autoren zitiert hatte, ohne Quellennachweise zu erbringen. In der Verfilmung wird Jasna Fritzi Bauer in der Hauptrolle der 16-jährigen Mifti zu sehen sein. Weitere Rollen übernehmen Arly Jover, Hans Löw und Laura Tonke. Als deutscher Kinostart ist der 29. Juni 2017 angesetzt.

Bieterstreit um die Oscar-Anwärter

Insgesamt werden 113 Spielfilme und Dokumentationen aus 32 Ländern bei der kommenden Festival-Ausgabe gezeigt. Neben bekannten Namen der Independent-Filmszene wie Alex Ross Perry ("Listen Up, Philipp") oder Gillian Robespierre ("Obvious Child") viele Filmemacherinnen und Filmemacher sind mit ihrem Regiedebüt vertreten. Besonders für US-Produktionen gilt Sundance als wichtige Plattform, um einen Verleih zu finden. So zeigten sich die Streamingdienste Amazon und Netflix in den vergangenen Jahren äußerst spendabel und schlossen teure Deals sowohl für Dokumentar- als auch für Spielfilme ab.

2016 machte der Bieterstreit um das Sklaverei-Drama "The Birth of a Nation" Schlagzeilen: Sowohl Paramount, Sony, Netflix als auch die Weinstein Company hatten für den Film geboten, am Ende bekam Fox Searchlight für die Rekordsumme von 17,5 Millionen US-Dollar den Zuschlag. Der Film, der nach seiner umjubelten Premiere in Sundance als sicherer Oscar-Kandidat galt, nahm in der Folge jedoch erheblichen Schaden, als bekannt wurde, dass Regisseur, Hauptdarsteller und Co-Drehbuchautor Nate Parker als Student in ein Verfahren wegen Vergewaltigung verwickelt war.

Stattdessen gilt nun das Familiendrama "Manchester by the Sea" von Kenneth Lonergan, das 2016 ebenfalls in Sundance debütierte und von Amazon erworben wurde, als große Oscar-Hoffnung. Vom National Board of Review wurde der Film bereits zum besten des Jahres gekürt. Diverse Nominierungen und Auszeichnungen, insbesondere für Hauptdarsteller Casey Affleck, Nebendarstellerin Michelle Willliams als auch für Lonergan für Buch und Regie, dürften folgen. "Manchester by the Sea" startet am 19. Januar 2017 in Deutschland, "The Birth of a Nation" am 23. März.

hpi/dpa

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