Kathryn Bigelow wurde als erste Frau in der Geschichte der BAFTA mit dem Regie-Preis ausgezeichnet; außerdem gewann "The Hurt Locker" auch in den Kategorien Bester Film, Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bester Schnitt und Bester Ton. James Cameron schaute dagegen zu, wie der Film seiner Ex-Frau, einen Preis nach dem anderen abräumte - sein "Avatar" gewann nur in den Kategorien Bestes Produktionsdesign und Beste visuelle Spezialeffekte.
Cameron kann sich allerdings damit trösten, dass die BAFTAs nicht als zuverlässiges Orakel für die Oscars gelten können - wie die "Los Angeles Times" analysierte, war seit 2000 nur dreimal der BAFTA-Gewinner später auch der Oscar-Preisträger für den Besten Film. Bessere Vorhersagekraft haben die Schauspielerpreise der britischen Filmakademie: 2006 und 2007 siegten alle vier BAFTA-Gewinner bei den Academy Awards, 2008 waren es immerhin drei.
Insofern könnten sich in den Hauptrollen-Kategorien des Oscar Überraschungen anbahnen. Als männlicher Hauptdarsteller wurde in London Colin Firth ausgezeichnet für seine Rolle als schwuler College-Professor in "A Single Man". Bei den Frauen gewann die junge Britin Carey Mulligan für ihre Hauptrolle in "An Education" - sie tritt bei den Oscars gegen Hollywood-Größen wie Meryl Streep oder Sandra Bullock an.
Keine Überraschung hingegen: Auch diesmal gewann wieder der Österreicher Christoph Waltz eine Trophäe in der Kategorie Bester Nebendarsteller für seine Rolle als SS-Standartenführer im Kriegsfilm "Inglourious Basterds" von Quentin Tarantino. "Ich war mal ein Schauspieler, der sich in London abgestrampelt hat, und ich musste wieder nach Deutschland, weil ich keinen Fuß auf den Boden bekommen habe und nicht unbedingt Kellner sein wollte", sagte Waltz am Rande der Preisverleihung. "Für das hier zurückzukommen, ist unglaublich."
Prinz William, der älteste Sohn von Thronfolger Prinz Charles wurde bei der Veranstaltung zum neuen Präsidenten der BAFTA ernannt. Er wandelt damit auf den Spuren seines Großvaters Prinz Philip, der früher auch einmal Präsident der Britischen Filmakademie war. Direkter Vorgänger von Prinz William als Präsident der BAFTA ist der Schauspieler Richard Attenborough.
feb/dpa/apn
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