Berlin - Sie galt als Favoritin und wurde diesem Ruf auch gerecht: "Barbara" ist von German Films, der Dachorganisation für die Auswahl der deutschen Bewerber um die Oscars, als Kandidat für die Rubrik "bester fremdsprachiger Film" ausgewählt worden. "Der Film 'Barbara' überzeugt durch seine große formale Klarheit und eine starke Frauenfigur, die im Widerspruch zwischen individueller Freiheit und sozialer Verantwortung ihre persönliche Entscheidung trifft", begründete der Jury-Vorsitzende Stefan Schubert die Wahl.
"Barbara" (Buch und Regie: Christian Petzold) erzählt von einer Ärztin, die ihre Flucht aus der DDR vorbereitet, sich jedoch immer stärker in einem Netz von Beziehungen verfängt, bis sie nicht mehr weiß, ob sie das Land wirklich verlassen will. Bei der Berlinale 2012 war der Film umjubelt worden, Christian Petzold wurde mit dem silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet.
Unter den Bewerbern, die "Barbara" ausgestochen hat, waren Leander Haußmanns "Hotel Lux" und "Schutzengel" von Til Schweiger. Ebenfalls zur Auswahl standen drei weitere in Ostdeutschland spielende Filme: das Neonazidrama "Kriegerin" von David Wnendt, der Skater-Film "This Ain't California" sowie das Fluchtdrama "Wir wollten aufs Meer". Mit Ulrike Schamoni ("Abschied von den Fröschen"), Margarethe von Trotta ("Hannah Arendt") und Anna Justice ("Die verlorene Zeit") waren auch drei Regisseurinnen in der letzten Runde vertreten.
Die Auslandsvertretung des deutschen Films schlägt jedes Jahr einen Kandidaten vor, der für Deutschland ins Oscar-Rennen geht. Nicht alle schaffen es allerdings unter die letzten fünf, die dann wirklich auch von der Academy nominiert werden.
Bislang haben vier deutsche Filme den Oscar in der Kategorie Auslandsfilm gewonnen: Volker Schlöndorffs "Blechtrommel" (1979), István Szabós "Mephisto" (1981), Caroline Links "Nirgendwo in Afrika" (2002) und zuletzt "Das Leben der Anderen" von Florian Henckel von Donnersmarck (2006). Im vergangenen Jahr war "Pina" von Wim Wenders nominiert, allerdings nicht als Auslandsfilm, sondern als Dokumentation.
Ein Expertengremium der Oscar-Akademie in Beverly Hills trifft aus den weltweiten Einreichungen eine Vorauswahl. Im vergangenen Jahr hatten 63 Länder Filme für den Auslands-Oscar vorgeschlagen. Die endgültigen Nominierungen werden am 15. Januar verkündet, die Verleihung ist am 24. Februar.
hpi
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