Box Office "Battleship" versenkt Panem-Tribute

In Deutschland wurde die Bestseller-Verfilmung der "Tribute von Panem" abgelöst von der Spitze der Kinocharts - durch den Action-Film "Battleship". Die Amerikaner müssen auf die Leinwandversion von "Schiffe versenken" noch bis Mai warten - sie gucken weiterhin "The Hunger Games".

Universal Studios

Los Angeles/Hamburg - "Die Tribute von Panem - The Hunger Games" hat zum vierten Mal in Folge die nordamerikanischen Kinokassen dominiert. Das düstere Zukunftsdrama mit Jennifer Lawrence in der Hauptrolle nahm in den USA und Kanada in seiner vierten Woche 21,5 Millionen Dollar (16,4 Millionen Euro) ein, berichtete die "Los Angeles Times". Der letzte Film, der vier Wochen lang die Spitze der Kinocharts verteidigen konnte, war "Avatar", der bis dato umsatzstärkste Film der Kinogeschichte.

In dieser Liste steht der Blockbuster über Teenager, die in einer Arena um ihr Leben kämpfen müssen, nach den vom Branchendienst Box Office Mojo gesammelten Informationen auf Platz 22 mit den 337,1 Millionen Dollar, die er seit seinem Start eingespielt hat - einen Platz hinter "Findet Nemo".

Der stärkste Neueinsteiger "The Three Stooges" war trotz einer ordentlichen Einspielsumme von 17,1 Million Dollar keine große Konkurrenz und landete auf Platz zwei. Die Slapstick-Komödie, die auf einer legendären Kurzfilmreihe basiert, die auch erfolgreich im Fernsehen lief, wurde von den Farrelly-Brüdern ("Dumm & Dümmer", "Verrückt nach Mary") gedreht. Unter dem grauenvollen Verleihtitel "Die Stooges - Drei Vollpfosten drehen ab" soll sie am 23. August in deutschen Kinos starten.

Auf den dritten Platz schaffte es der Horrorfilm "Cabin in the Woods" mit 14,8 Millionen Dollar zum Debüt. Der Schocker mit Chris Hemsworth ("Thor") irritierte Genre-Fans, die in Umfragen am Kinoausgang nur mäßige Noten gaben - wurde aber von der Kritik sehr gelobt, die satirische Elemente ausmachte. In Deutschland kann sich das Publikum ab dem 14. Juni einen Eindruck machen.

Die 3-D-Version von "Titanic" rutschte in ihrer zweiten Woche auf Platz vier ab. James Camerons historischer Leinwandromanze half es nicht, dass sich am Wochenende der Untergang des Luxusschiffes zum 100. Mal jährte. Im neuen dreidimensionalen Format spielte das Drama, mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio in den Hauptrollen, in der zweiten Woche nur noch 11,6 Millionen Dollar ein.

Hier ist die beeindruckende Zahl des weltweiten Gesamteinspiels von "Titanic": mehr als zwei Milliarden Dollar. Der einzige Film, der bisher so viel Umsatz machte, war der, den James Cameron nach "Titanic" drehte - "Avatar". Allein in China konnte die 3-D-Fassung 58 Millionen Dollar einspielen, was sie zum erfolgreichsten Start der dortigen Kinobilanz macht. Die Originalversion lief 1997 nur in 180 Kinos, berichtet die "Los Angeles Times", während die neue Fassung nun auf 3500 Leinwänden zu sehen war.

Starker Start für "Battleship" in Deutschland

Ebenfalls 58 Millionen Dollar spielte der Actionfilm "Battleship" in 26 Ländern ein, zu denen aber noch nicht die USA gehören, wo die Leinwandversion des Kinderspiels "Schiffe versenken" erst im Mai anlaufen wird.

Der von Regisseur Peter Berg ("Hancock") inszenierte Actionfilm hat sich zum Startwochenende in den deutschen Kinocharts an die Spitze gesetzt. Trotz teilweise verheerender Kritiken wollten 390.000 Kinobesucher die Abenteuer der Crew um Taylor Kitsch, Rihanna und Liam Neeson sehen, teilten die Marktforscher von Media Control am Montag mit.

Damit verdrängte "Battleship" den bisherigen Spitzenreiter "Die Tribute von Panem - The Hunger Games" auf den zweiten Rang. Mit weiteren 186.000 Besuchern steigerte der Science-Fiction-Film sein Gesamtergebnis auf 1,75 Millionen Zuschauer - eine sehr gute, aber im Vergleich mit Nordamerika natürlich eher blasse Bilanz.

Rang drei ging dem Branchenblatt "Blickpunkt:Film" zufolge an die 3-D-Fassung von "Titanic", Platz vier sicherte sich "Türkisch für Anfänger" - damit hat die Kinoversion der deutschen TV-Serie insgesamt schon mehr als zwei Millionen Zuschauer angelockt. Seit nunmehr 15 Wochen hält sich "Ziemlich beste Freunde" in der Film-Hitliste. Erneut sahen 133.000 Kinogänger den französischen Überraschungshit, der sich damit auf Rang fünf platzierte.

Der zweitbeste Neueinsteiger der Woche, das Alaska-Drama "The Grey - Unter Wölfen" mit Liam Neeson, verpasste mit 58.000 Zuschauern die Top Ten und kam auf Platz zwölf.

feb/dpa/AP/Reuters



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Seite 1
Oberleerer 16.04.2012
1.
Battleship war gute Unterhaltung, besser als gedacht. Und im Gegensatz zu den Kritikern mag ich ein Happyend. Seltsam war allerdings, dass die Aliens immer nur auf Agression antworteten aber unbewaffnete oder ängstliche Soldaten verschonten. Als Dank wurden sie dann stets hinterrücks erledigt.
Moewi 16.04.2012
2.
Zitat von OberleererBattleship war gute Unterhaltung, besser als gedacht. Und im Gegensatz zu den Kritikern mag ich ein Happyend. Seltsam war allerdings, dass die Aliens immer nur auf Agression antworteten aber unbewaffnete oder ängstliche Soldaten verschonten. Als Dank wurden sie dann stets hinterrücks erledigt.
Nehmen Sie es nicht so schwer: Die Frage nach der Ursache aller filmischen Unsinnigkeiten ist ganz leicht zu beantworten. Ich habe mir mehr als einmal "Freunde" gemacht, als ich auf ebenjene Frage nach dem "Warum" die einzig korrekte Erklärung gab: "Weil es im Drehbuch stand!" Die Bösen verlieren nie weil sie so dumm sind, und die Guten gewinnen nie weil sie so intelligent sind, sondern weil sie glücklicherweise das Drehbuch auf ihrer Seite haben. Sie ahnen nicht wie gehässig man mitunter angeschielt wird, wenn man die Wahrheit verkündet. Einzig passende Antwort:"Dann frag doch nicht so blöd"
dererkenner 16.04.2012
3. Es zählt nur der Erfolg
Zitat von sysopUniversal StudiosIn Deutschland wurde die Bestseller-Verfilmung der "Tribute von Panem" abgelöst von der Spitze der Kinocharts - durch den Action-Film "Battleship". Die Amerikaner müssen auf die Leinwandversion von "Schiffe versenken" noch bis Mai warten - sie gucken weiterhin "The Hunger Games". http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,827740,00.html
Rhianna, Krawumm und Standard-Hollywood-Produktion. Da war der Erfolg vorprogrammiert. Was irgendwelche Kritiker von dem Film halten ist völlig irrelevant. Liefert ein Hollywood-Regisseur einen Kassenhit ab, darf er weitermachen, liefert er Kassengift, ist er erledigt. Das ist rational und vollkommen in Ordnung, Filmstudios sind schließlich (fast) ganz normale Unternehmen. Nur diese absolute Professionalität, diese perfekte Maschine Hollywood ermöglicht es, dass ab und an (eher zufällig) auch handwerklich und künstlerisch herrausragende Meisterwerke zustande kommen. Die Deutschen werden das leider nie kapieren und weiterhin mit viel Fördergeldern mittelmäßiges Zeug produzieren, das a) keiner sehen will und b) noch schneller vergessen sein wird als Filme wie "Battleship"
tobicus 16.04.2012
4. Die Macht der Kritiker
Hat wohl die Kritik nicht viel gebracht. Die Leute gehen trotzdem ins Kino und wollten sich unterhalten lassen. Hört man da etwas Verärgerung über die unterschätzte Macht der Kritiker raus in dem Artikel ??? :) Aber mal ehrlich, die Kritik war so übertrieben, dass das schon nicht mehr ernst zu nehmen war.
Zephira 18.04.2012
5.
Zitat von OberleererBattleship war gute Unterhaltung, besser als gedacht. Und im Gegensatz zu den Kritikern mag ich ein Happyend. Seltsam war allerdings, dass die Aliens immer nur auf Agression antworteten aber unbewaffnete oder ängstliche Soldaten verschonten. Als Dank wurden sie dann stets hinterrücks erledigt.
Das ist tatsächlich insektoides Denken, wie es auch die Borg in Star Trek pflegen. Das hat nichts mit Gnade oder Mitgefühl, sondern allein mit Effizienz zu tun. Warum Ressourcen auf ein irrelevantes Objekt verschwenden?
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