Marine-Trash "Battleship" Hirn versenkt

Wenn ein Film auf dem Spiel "Schiffe versenken" basiert, kann eigentlich nur Müll dabei herauskommen. Doch "Battleship" hat noch ganz andere Probleme als die hanebüchene Story. Zum Beispiel die grottenschlechten Schauspieler, allen voran Rihanna, die hier ihr desaströses Filmdebüt gibt.

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Wenn Sie heute Nacht im Bett liegen und ein schlechtes Gewissen haben, weil Sie im Büro einen dieser teuren Polsterumschläge haben mitgehenlassen, nach einer Tafel "Amaretto Crunch" gleich noch eine Tüte "Frühlings-Knusper-Mandeln" gegessen haben oder Ihrem Kind erzählt haben, dass es von "Gregs Tagebuch" wirklich nur diesen einen Band gäbe - dann lassen Sie sich vom aktuellen Kinoprogramm trösten: Etwas so Schlimmes wie "Battleship" haben Sie in Ihrem Leben noch nicht verbrochen.

Natürlich kann man von einem Film, der auf dem Spiel "Schiffe versenken" basiert, nicht viel erwarten. Die Vorlage ist aber nicht das Problem. Tatsächlich gibt es schlechtere Plotideen für einen Actionfilm als den Dreh, dass sich die Aggressoren nicht orten lassen und man sich bei der Verteidigung auf Strategie und genaue Kenntnis des Kampffelds verlassen muss. Das Problem sind eher Regie, Drehbuch, Besetzung, Schnitt und Soundtrack. Also so ziemlich alles andere.

Vom Bruder in die Navy gebrüllt

Noch bevor das internationale Marinemanöver vor Hawaii so richtig begonnen hat, kochen die Emotionen bereits hoch. Die Teilnehmerstaaten haben ein kleines Fußballturnier organisiert, bei dessen Finale die USA auf Japan treffen. Kurz vor Schluss haben die Amerikaner noch die Möglichkeit zum Ausgleich, doch - wie könnte es vor der Kulisse von Pearl Harbor anders sein? - ein böses Foul der Japaner verhindert das. Fortan sind der Gefoulte, Alex Hopper (Taylor Kitsch, "John Carter"), und der Foulende, Nagata (Tadanobu Asano), so verfeindet, dass sie nur eins ablenken kann: der drohende Weltuntergang.

Aliens haben fünf Vehikel auf die Erde geschossen, eines weicht durch eine Kollision vom Kurs ab und zerstört große Teile Hongkongs, ein anderes aktiviert einen undurchlässigen Schutzschirm, der die Inselgruppe von Hawaii samt Aliens isoliert. Fortan können nur die am Manöver beteiligten Schiffe ihnen die Stirn bieten. Da Alex' besonnener Bruder Stone (Alexander Skarsgard, "True Blood") einen der Zerstörer kommandiert, scheinen die Dinge zunächst nicht schlecht zu stehen. Doch als die Aliens dessen Schiff vernichten, liegt die Verantwortung plötzlich in den Händen von Heißsporn Alex. Kann er die übermächtigen Außerirdischen noch besiegen?

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Action-Film "Battleship": Unbeschadet kommt hier keiner raus
Die Antwort auf diese Frage gehört zu den wenig absehbaren Dingen bei "Battleship". Denn es überrascht dann doch, wie wirr hier Versatzstücke des Action-Kinos aneinander geklatscht werden. Zwischen Actiongetöse und unappetitlichen Patriotismus haut Regisseur Peter Berg ("Hancock") jede Menge AC/DC und einen Humor, der so gar nicht zum sonstigen Säbelrasseln passen mag.

In einer Art Prolog, bei dem Alex seine große Liebe Sam (Brooklyn Decker) kennenlernt und ihr auf Teufel komm raus einen Chicken Burrito besorgen will, erscheint er erst als freundlicher Liebestolpatsch, wird dann aber im Handumdrehen von seinem Bruder buchstäblich in die Navy gebrüllt. Ähnlich holprig geht es weiter, wenn Rihanna als Schützin auftaucht und regional eingefärbt, aber dennoch zutiefst unlogisch "Mahalo, motherfucker!" sagt, als sie ein Alienschiff ins Fadenkreuz nimmt. Mahalo heißt auf Hawaiianisch "danke". Wer Rihanna zu dieser Rolle bei ihrem Filmdebüt geraten hat, hat ihr bestimmt auch den Tipp gegeben, mal wieder ein Duett mit ihrem Ex-Freund Chris Brown, der sie einst zusammengeschlagen hat, aufzunehmen.

Nicht überraschen kann einen hingegen die Präsenz von Liam Neeson als Admiral und Vorgesetzten der Hopper-Brüder. Neeson hat mittlerweile eine so imposante Serie von schlechten Actionfilmen ("A-Team", "Unknown Identity") vorgelegt, dass man dahinter schon wieder eine Form von Ehrgeiz vermuten muss. Allein Brooklyn Decker als love interest Sam dürfte diesen Klumpen von Film unbeschadet überstehen. Sie sieht mit ihren blonden Haaren, blauen Augen und großen Brüsten so austauschbar aus, dass man sie schon in der nächsten Szene nicht mehr wiedererkennt.

Ihren Namen sollte man sich trotzdem merken. Als jemand, der nach "Battleship" bei der Verfilmung des Schwangerschaftsratgebers "What to Expect When You're Expecting" mitgespielt hat, scheint sie sich zu einem verlässlichen Indikator für richtig schlechte Filme zu entwickeln.

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insgesamt 65 Beiträge
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Seite 1
deSelby 12.04.2012
1. ...
Schon bei der hirnrissigen Idee, Videospiele zu verfilmen hoffte ich ja auf eine Kinoversion des Genreklassikers "Pac-Man". Aber ich habe noch Hoffnung daß Hollywood mich nun nicht enttäuscht, wo Papier-und-Bleistift-Spiele verfilmt werden und freue mich riesig auf die "Käsekästchen" Premiere 2013 in 3D...
DJ Doena 12.04.2012
2.
OK, das klingt ja mal richtig grottig. Selbst für eine SpOn-Rezension. ;-) Der Film mit Liam Neeson hieß aber "Unknown Identity" (Original: "Unknown"), nicht "Identity Unknown". Und den A-Team-Film fand ich in der Guilty-Pleasure-Ecke gar nicht soo schlecht, aber ich hab ja auch das 80er Original geliebt.
frubi 12.04.2012
3. .
Zitat von deSelbySchon bei der hirnrissigen Idee, Videospiele zu verfilmen hoffte ich ja auf eine Kinoversion des Genreklassikers "Pac-Man". Aber ich habe noch Hoffnung daß Hollywood mich nun nicht enttäuscht, wo Papier-und-Bleistift-Spiele verfilmt werden und freue mich riesig auf die "Käsekästchen" Premiere 2013 in 3D...
Also Pacmann müsste entweder mit Danny deVito oder Zach Galif .... (kann mir die Schreibweise des Nachnamens nicht behalten - der pummelige aus Hangover halt) verfilmt werden. Dann könnte es etwas werden. Wer sich freiwillig Filme mit Rihanna, Britney Spears, Madonna, Justin Timberlake oder anderen Trällermariechen anschaut, darf sich nach dem Film nicht über verschwendete 90 Minuten aufregen. Ich gucke deren Filme aus Prinzip nicht weil ich brauche Schauspieler, denen ich die Rolle abnehme, mit denen ich in die Rolle und die Story abtauchen kann. Wenn ich Rihanna auf der Leinwand sehe dann denke ich doch zwangsläufig an "ella .. ella ey ey ey" und nicht an eine mögliche Figur, die für die Handlung wichtig ist. Ich habe erst vor kurzem Michael Fassbender in "Hunger" gesehen. Oder Tom Hardys Perfomance in Bronson. Das nenne ich mal eine junge Garde von Schauspielern, bei denen ich nicht direkt an irgendein Boulevard Thema denken muss.
tetaro 12.04.2012
4. Kulturell bedeutungslose Zeit
Zitat von deSelbySchon bei der hirnrissigen Idee, Videospiele zu verfilmen hoffte ich ja auf eine Kinoversion des Genreklassikers "Pac-Man". Aber ich habe noch Hoffnung daß Hollywood mich nun nicht enttäuscht, wo Papier-und-Bleistift-Spiele verfilmt werden und freue mich riesig auf die "Käsekästchen" Premiere 2013 in 3D...
Gab's doch schon...unter dem Namen "Cube" obwohl ich dieses durchaus spannend fand. Ansonsten: Vielleicht sind alle möglichen menschlichen Ideen ja bereits gedacht worden und wir stehen einer endlosen Schleife der Wiederholung gegenüber. Das letzte originelle Jahrzehnt waren offensichtlich die 80er, danach hat sich kulturell doch nichts Ernsthaftes mehr getan. Die aktuell letzten beiden Jahrzehnete waren übrigens auch die ersten, die keine Bezeichnung wie "die Nuller" oder "die Zehner" mehr abbekommen haben. Schon das zeigt deren völlige Bedeutungslosigkeit.
_varg 12.04.2012
5.
Zitat von sysopUniversal StudiosWenn ein Film auf dem Spiel "Schiffe versenken" basiert, kann eigentlich nur Müll dabei herauskommen. Doch "Battleship" hat noch ganz andere Probleme als die hanebüchene Story. Zum Beispiel die grottenschlechten Schauspieler, allen voran Rihanna, die hier ihr desaströses Filmdebüt gibt. http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,826763,00.html
Was ist eigentlich aus Liam Neeson geworden? Nur noch Bullshit-Filme drehen oder wie? Wenn ich da noch an "Schindlers Liste" denke, der wohl mit Abstand seine beste Charakterrolle war, dann wird mir bei Filmen wie "Kampf/Zorn der Titanen" oder eben jetzt "Battleship" ganz schlecht. Ich frag mich ja immer, ob die da noch einen minimalen Einfluss haben oder ob deren Agenten das Sagen haben und mitspielen müssen. Ich mein, kann man sich ja gar nicht ausdenken. Wenn ich so ein Drehbuch lesen würde, dann würde ich mich doch schon vorher fragen, ob das auch nur den Ansatz von Sinn und Verstand hat.
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