Bayerischer Filmpreis Kirschblütenfest in München

Der Film ist traurig, aber seine Regisseurin glücklich: "Kirschblüten Hanami" von Doris Dörrie wurde in München als bester Film des Jahres geehrt. Und Fatih Akin bekommt zwar dieses Jahr keinen Oscar, aber wenigstens einen Pierrot.


München - Als bester Film des Jahres wurde "Kirschblüten Hanami" von Doris Dörrie geehrt. Die Regisseurin bekam am Freitag nicht nur das weiße Porzellan-Männchen Pierrot als Hauptpreis überreicht, sondern gewann auch 200.000 Euro für ihr Leinwand-Drama. Als bester Regisseur wurde Fatih Akin für seinen Film "Auf der anderen Seite" ausgezeichnet, als beste Schauspieler Elmar Wepper und Martina Gedeck. In "Kirschblüten Hanami" erzählt Dörrie die Geschichte eines an Krebs erkrankten Mannes, dessen lebenslustige Frau (Hannelore Elsner) bei einer Reise an die Ostsee plötzlich stirbt. Stellvertretend reist er daraufhin an den Ort ihrer Sehnsüchte. Das Drama überzeuge als ein "rundum stimmiger Film", begründete die Jury ihre Entscheidung. Der Film schaffe es, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen und von der ersten Einstellung bis zur letzten Szene tief zu bewegen.

Elmar Wepper mimt in "Kirschblüten Hanami" den krebskranken Mann. Die Zeit der Besinnung, als er sich auf die Spuren seiner verunglückten Frau begibt, spiele Wepper mit einer darstellerischen Intensität und Reife, die anrührt und zuweilen "überwältigt", urteilte die Jury und verlieh Wepper den Preis als bester männlicher Hauptdarsteller.

Als beste Schauspielerin wurde Martina Gedeck ausgezeichnet. In der Komödie "Meine schöne Bescherung" beweise sie mit präzisem Stil und feinem Humor erneut die Bandbreite ihres schauspielerischen Könnens, erklärte die Preisjury. Gedeck sei das Glanzlicht eines herausragenden Schauspielerensembles, welches das Publikum intelligent und glänzend unterhalte.

Mit viel Lob wurde auch Regisseur Fatih Akin im Münchner Prinzregententheater bedacht. "Auf der anderen Seite", sein deutschtürkisches Drama über Liebe und Tod, zeige sowohl Unterschiede, als auch Gemeinsamkeiten verschiedener Generationen und Kulturen auf, hieß es in der Begründung.

Der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein überreichte dem deutschen Kameramann Michael Ballhaus den Ehrenpreis der Jury. Ballhaus, der für Rainer Werner Fassbinder, aber auch Hollywood-Regisseure wie Martin Scorsese und Francis Ford Coppola gearbeitet hat, habe in den 40 Jahren seines Wirkens Filmgeschichte geschrieben, sagte der Regierungschef.

Zum besten Kinder- und Familienfilm wurde Detlev Bucks "Hände weg von Mississippi" nach dem Buch von Cornelia Funke gekürt - "eine wunderbare filmische Erzählung, die mit viel Humor, aber auch mit Tiefgang und Hintergründigkeit sein Publikum gleichermaßen anrührt und zum Lachen bringt", meinte die Jury.

Der Spezialpreis der Jury ging an Veit Helmers "wunderbar skurril verrückte" Tragikkomödie "Absurdistan".

cc/ap



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