Berlinale 2013: Claude Lanzmann erhält Goldenen Ehrenbären

Seine Filme gehören zu den eindrücklichsten und gehaltvollsten Auseinandersetzungen mit dem Holocaust. Jetzt wird der französische Dokumentarfilmer Claude Lanzmann auf der Berlinale 2013 für ein Lebenswerk geehrt. Zudem wird sein Gesamtwerk im Rahmen einer Hommage laufen.

Claude Lanzmann: Berlinale zeichnet Dokumentarfilmer aus
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Corbis

Berlin - Die Berlinale 2013 startet erst in über zwei Monaten, der erste Preisträger steht aber schon fest: Der französische Dokumentarfilmer Claude Lanzmann wird bei den kommenden Filmfestspielen mit dem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Dem 87-jährigen Produzenten wird auf der 63. Berlinale auch eine Hommage gewidmet, wie der Veranstalter am Donnerstag mitteilte.

"Claude Lanzmann ist einer der großen Dokumentaristen. In seiner Darstellung von Unmenschlichkeit und Gewalt, von Antisemitismus und seinen Folgen hat er eine neue filmische wie ethische Auseinandersetzung geschaffen", sagte Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.

Lanzmanns neuneinhalbstündiger Dokumentarfilm "Shoah" über den Völkermord an den europäischen Juden wurde 1986 im Berlinale-Forum gezeigt und mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Die Vorbereitungen und Dreharbeiten zu "Shoah" dauerten fast zwölf Jahre. Lanzmann zeigt in seinem Film Interviews mit Überlebenden und Zeitzeugen des Holocaust, darunter auch mit Tätern.

Claude Lanzmann wurde 1925 als Sohn jüdischer Eltern in Paris geboren. Er kämpfte im Widerstand der Résistance, studierte in Frankreich und Deutschland Philosophie. Im Wintersemester 1948/49 war er Dozent an der neugegründeten Freien Universität Berlin. Seine Auseinandersetzung mit der Shoah, dem Antisemitismus und den politischen Freiheitskämpfen begleiten sowohl sein filmisches Werk als auch seine journalistische Tätigkeit.

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin (7. bis 17. Februar 2013) zeigen im Rahmen der Hommage Lanzmanns Gesamtwerk - darunter die Erstaufführung der restaurierten und digitalisierten Fassung von "Shoah". Außerdem werden die Filme "Warum Israel" (1973), "Tsahal" (1994), "Ein Lebender geht vorbei" (1997), "Sobibor, 14. Oktober, 16 Uhr" (2001) und "Der Karski-Bericht" (2010) zu sehen sein.

hpi/dapd/dpa

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  • Donnerstag, 29.11.2012 – 15:30 Uhr
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