Berlinale: Rumänisches Drama gewinnt Goldenen Bären
Ein erwarteter und verdienter Gewinner: Das Sozialdrama "Child's Pose" von Calin Peter Netzer hat den Goldenen Bären der 63. Berlinale gewonnen. Silberne Bären gingen an den Iraner Jafar Panahi und den Bosnier Danis Tanovic. Als bester Darsteller wurde ein Laie ausgezeichnet.
Berlin - "Child's Pose" aus Rumänien ist der Gewinner des Goldenen Bären 2013. Das gab die internationale Jury unter der Leitung des chinesischen Regisseurs Wong Kar-wai am Samstagabend bekannt. Regisseur und Co-Autor Calin Peter Netzer, der zum Teil in Deutschland aufgewachsen ist, bedankte sich sichtlich berührt auf Deutsch für die Auszeichnung. In dem eindringlichen Drama, das im Vorfeld bereits als Favorit gehandelt worden war, kämpft eine neureiche Frau mit allen Mitteln darum, ihren Sohn vor einer Gefängnisstrafe zu bewahren, obwohl er ein Kind totgefahren hat.
Der zweitwichtigste Preis, der große Preis der Jury, ging an das Drama "An Episode in the Life of an Iron Picker" des Bosniers Danis Tanovic. Nazif Mujic, ein Laiendarsteller, der in dem Film Erlebnisse seiner eigenen Familie nachspielt, wurde zugleich zum besten Darsteller gekrönt. Bei den Darstellerinnen setzte sich Paulina García durch, die in dem Publikums- und Kritikerliebling "Gloria" (Chile) die Titelrolle spielt.
Mit dem dritten Hauptpreis wurde der Kanadier Denis Côté für seinen Film "Vic + Flo haben einen Bären gesehen" ausgezeichnet. Der Preis für die beste Regie ging an den US-Amerikaner David Gorden Green, der mit "Prince Avalanche" eine lakonische Komödie im Wettbewerb zeigte.
Kameramann Aziz Zhambakiyev wurde für seine Arbeit an dem kasachischen Film "Harmony Lessons" mit dem Silbernen Bären für die beste technische Leistung geehrt. Für das beste Drehbuch wurde der Iraner Jafar Panahi ("Pardé") ausgezeichnet. Da Panahi in seiner Heimat unter Hausarrest steht, nahm sein Co-Regisseur Kamboziya Partovi den Preis stellvertretend an.
Der Preis für den besten Erstlingsfilm, dotiert mit 50.000 Euro, ging an "The Rocket" vom australischen Regisseur Kim Mordaunt. Er handelt von einem kleinen Jungen in Laos, der von seiner abergläubischen Umgebung als Unglücksbringer abgestempelt wird. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte "The Rocket" mit ihrem Filmpreis bedacht.
Bereits am Samstagvormittag waren Preisträger jenseits des offiziellen Wettbewerbs bekannt gegeben worden. Die Publikumspreise der Panorama-Sektion gewannen der Spielfilm "The Broken Circle Breakdown" (Belgien/Felix van Groeningen) und der Dokumentarfilm "The Act of Killing" (USA/Joshua Oppenheimer). Auch beim Preis der Ökumenischen Jury setzte sich der Oppenheimers Film durch, neben ihm wurden noch "Gloria" und "Circles" von Srdan Golubovic ausgezeichnet. Die FIPRESCI-Preise des internationalen Verbandes des Filmkritik gingen an "Child's Pose", "Inch'Allah" (Kanada/Anaïs Barbeau-Lavalette) sowie "Hélio Oiticica" (Brasilien/Cesar Oiticica Filho).
hpi/dpa
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