Berlinale-Gala "Cinema for Peace" Dustin Hoffman begeistert mit Friedensappell

Bei der Friedensgala "Cinema for Peace" wurden auf der Berlinale rund 250.000 Euro für das Unicef-Projekt "Kinder in Kriegsgebieten" gesammelt. Für Begeisterung sorgte Hollywood-Star Dustin Hoffman mit einem Statement gegen die Politik George W. Bushs.




Schauspieler Hoffman: "Ich bin kein Antiamerikaner"
AP

Schauspieler Hoffman: "Ich bin kein Antiamerikaner"

Berlin - "Ich bin kein Antiamerikaner, aber ich bin gegen die amtierende amerikanische Regierung", sagte Hoffman unter stürmischen Bravo-Rufen des Publikums. Er fühle sich an die sechziger Jahre und den Vietnam-Krieg erinnert; dieser Krieg habe mit einer Lüge begonnen, sagte der 65-Jährige mit bewegter Stimme. "Diese Zeit könnte sich vielleicht wiederholen", warnte Hoffman und meinte den drohenden Krieg im Irak. Seine spontane Rede schließt er mit einem Zitat des amerikanischen Dichters Carl Sandburg, das die zarte Blume beschreibt, die auf dem Weg nach oben so manches Mal einen Stein zerschmettert und gesprengt hat.

Die Gala "Cinema for Peace" erbrachte am Montagabend in Berlin einen Erlös von rund 250.000 Euro für das Unicef-Projekt "Kinder in Kriegsgebieten".

Der Oscar-Preisträger Danis Tanovic wurde während der Veranstaltung mit dem Friedensfilmpreis ausgezeichnet. Mit seiner Kriegssatire "No Man's Land" habe er sich um Humanität und Verständigung verdient gemacht, sagte der Laudator Sir Bob Geldof. Der Film erzählt die Geschichte zweier Soldaten im Bosnien-Krieg. Tanovic wurde mit dem internationalen Friedens-Filmpreis (Diamond Bucherer Award for Peace) ausgezeichnet. Teile des Erlöses der Gala kommen Kindern in Kriegsgebieten zugute. Dabei will Unicef den Blick besonders auf das Schicksal von Kindersoldaten lenken

An dem gesellschaftlichen Höhepunkt der 53. Internationalen Filmfestspiele nahmen im Konzerthaus am Gendarmenmarkt rund 600 Gäste teil, darunter Weltstars wie George Clooney und Roger Moore. Zu den Gästen zählten auch Christopher Lee, die Schauspielerinnen Veronica Ferres und Katja Riemann sowie die Sängerin Nina Hagen, ferner Politiker wie der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, und CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer. Christopher Lee bekam stehenden Applaus für die Verlesung eines 1941 geschriebenen Briefes von Mahatma Gandhi an Hitler mit der Aufforderung: "Im Namen der Menschlichkeit, stoppen Sie den Krieg!"

Anlässlich der Gala wurde erstmals in Berlin die Weltfriedensflamme entzündet. Dazu sang ein 100-köpfiger Chor die "Ode an die Freude". Die Idee zu dem Friedenssymbol wurde 1999 geboren, als sieben Flammen von fünf Kontinenten vereinigt wurden. Höhepunkt der Gala war die Versteigerung von Geschenken Prominenter vorgesehen. Dafür hatte Ralf Möller ein "Gladiator"-Schwert gestiftet, Veronica Ferres bot ein persönliches Abendessen, Hannelore Elsner eine Rolle in ihrem nächsten Film.



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