Berlinale Goldener Bär geht an "Fuocoammare"

Die Lampedusa-Doku "Fuocoammare" ist der beste Film der Berlinale. Das hat die Jury unter Vorsitz von Meryl Streep entschieden. Silberne Bären gehen nach Polen, Tunesien und auf die Philippinen.

DPA

Seit seiner Premiere hatte er als Favorit gegolten, nun hat er tatsächlich gewonnen: Gianfranco Rosis Dokumentarfilm "Fuocoammare" über die Insel Lampedusa, die wie kaum ein Ort sonst für die Flüchtlingskrise steht, ist Gewinner des Goldenen Bären der 66. Berlinale. "Fuocoammare" (Feuer auf dem Meer) wurde zuvor bereits mit dem Preis der ökumenischen Jury ausgezeichnet und erhielt auch den Filmpreis von Amnesty International.

In der von Meryl Streep geführten internationalen Jury, die die Preise vergibt, waren die Schauspieler Clive Owen, Lars Eidinger, Alba Rohrwacher, die Regisseurin Malgorzata Szumowska, die Fotografin Brigitte Lacombe und der Filmkritiker Nick James vertreten. Sie hatte über insgesamt acht Preise zu entscheiden.

Mit dem Großen Preis der Jury, gewissermaßen dem zweiten Platz, wurde überraschend Danis Tanovics Politfarce "Smrt u Sarajevu" (Tod in Sarajevo) ausgezeichnet. Der längste Film im Wettbewerb, Lav Diaz' achtstündiges Mammutwerk "Hele sa hiwagang hapis", erhielt den Alfred-Bauer-Preis für einen Spielfilm, der neue Perspektiven eröffnet.

Doppelter Triumph für Tunesien

Die Französin Mia Hansen-Løve gewann den Silbernen Bären für die beste Regie - ihr Film "L'Avenir" über eine Philosophielehrerin, gespielt von Isabelle Huppert, deren Leben langsam umgekrempelt wird, hatte unter Kritikern als einer der Favoriten auf den Hauptkreis gegolten. Aus den Händen von Jurypräsidentin Meryl Streep erhielt die Dänin Trine Dyrholm den Preis als beste Darstellerin in Tomas Vinterbergs Kommunendrama "Kollektivet".

Den Silbernen Bären als bester Darsteller erhielt Majd Mastoura aus dem tunesischen Wettbewerbsbeitrag "Hedi" - eine einstimmige Entscheidung, wie Juror Clive Owen mit sichtbarem Stolz für die Leistung seines Kollegen bekannt gab. Mohamed Ben Attias Film war zuvor bereits von der unabhängigen Jury für den besten Erstlingsfilm ausgezeichnet worden. Als bestes Drehbuch wählte die Jury das polnische Drama "Zjednoczone stany milosci" von Autor und Regisseur Tomasz Wasilewski aus.

Der chinesische Kameramann Mar Lee Ping-Bing wurde für seine Arbeit in "Chang Jian Tu" mit dem Silbernen Bären für eine herausragende künstlerische Leistung geehrt.

Zuvor waren bereits die Preisträger in den Nebensektionen bekannt gegeben. Als bester queerer Spielfilm wurde der "Kater" von Händl Klaus aus Österreich mit dem Teddy ausgezeichnet. In der Reihe Generation 14plus setzte sich das lettische Jugenddrama "Es esmu šeit" durch.

hpi



insgesamt 2 Beiträge
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schmidthomas 21.02.2016
1. Merkwuerdig?!
Damit war echt nicht zu rechnen.
kalim.karemi 21.02.2016
2. ja was kann man anderes erwarten
von einer provinziellen Veranstaltung in der Provinz? Hat Tilda Swindon eigentlich in der Vergangenheit ein Teilnahmeabo gewonnen? Ich mag sie, ist aber auffällig, daß sie jedes Jahr die internationale Speerspitze bildet.
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