Berlinale-Film von Terrence Malick Im Dolce-Vita-Wahn

Schauspieler auf Sinnsuche in der Scheinwelt von L.A.: Klingt wie Kino-Standard. Regie-Eigenbrötler Terrence Malick macht daraus jedoch in seinem Berlinale-Wettbewerbsfilm "Knight of Cups" einen bildgewaltigen Esoteriktrip mit Starbesetzung.

Szene aus "Knight of Cups" (Schauspieler Bale, Portman): Trügerische Leichtigkeit
Melinda Sue Gordon/ Dogwood Pictures/ Berlinale

Szene aus "Knight of Cups" (Schauspieler Bale, Portman): Trügerische Leichtigkeit

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Als Christian Bale die Hauptrolle in "Knight of Cups" annahm, hatte er keine Ahnung, worum es in dem Film gehen würde. Aber Terrence Malick, der große Naturmystiker des amerikanischen Kinos, ist einer der wenigen Regisseure, bei dem selbst große Stars blind anheuern. Im wahrsten Sinne des Wortes: Zwar arbeitete Malick mit Bale an der Entwicklung seines Filmcharakters, aber ein Drehbuch bekam er nie zu sehen, erzählte der britische Schauspieler am Sonntag auf der Berlinale. Malick selbst war natürlich nicht nach Berlin gekommen, der 71-Jährige ist scheu und setzt sich seit jeher weder dem Festivaltrubel noch Journalisten aus.

Dabei werfen Malicks Filme stets eine ganze Menge Fragen auf. In der jüngsten Phase seiner Karriere, die 2011 mit "Tree of Life" begann, hat sich Malick komplett vom traditionellen Kinoerzählen verabschiedet und liefert stattdessen symbolschwangere, traumwandlerische Bilderreigen, zu denen bedächtige Stimmen aus dem Off über den Sinn des Lebens philosophieren, manchmal phrasieren sie auch nur, denn Malicks Kino ist weniger intellektuell als instinktiv. Bilder, Worte und Musik fließen zu einer Art Meditation, zu einem emotionalen Vibe zusammen, für dessen Schwingung man empfänglich ist oder auch nicht. Malick polarisiert auch die Kritiker: Für die einen ist er der letzte große Poet des New Hollywood, für die anderen ein esoterischer Spinner, dessen Filme immer unerträglicher werden.

Entsprechend gespalten waren am Sonntag auch die Meinungen nach der Pressevorführung seines neuesten, siebten Films. Dabei ist "Knight of Cups" vielleicht der zugänglichste und kohärenteste Malick-Film seit seinem Pazifikkrieg-Tableau "The Thin Red Line" ("Der schmale Grat", 1998). Der Inhalt ist in einem Satz erzählt: Ein Hollywoodschauspieler um die vierzig (Bale) sucht in der Illusionsmetropole Los Angeles nach seiner Identität. Dabei durchstreift er neue und alte Liebschaften, tastet im Ozean, zwischen Betonhochhäusern und in öden Wüsteneien nach Wahrhaftigkeit in einer Welt aus Lug und Trug.

Ein Leben in der Schwebe

Zu Beginn des Films erzählt eine Stimme das Märchen eines Ritters, der sich in fremden Ländern auf die Suche nach einer kostbaren Perle begibt, sich aber in einem Wunderland voller Verlockungen verliert, und seine wahre Bestimmung, sein altes Leben vergisst. Kameravirtuose Emmanuel Lubetzki ("Birdman", "Gravity") inszeniert die Traumfabrik L.A. folglich, als wäre sie selbst das mit abstrakter Architektur ausgestattete Traumreich, eine virtuelle Gaukelei wie die "Matrix", bevölkert von Feen und Phantasiewesen in Gestalt von Models, leichten Partymädchen mit rosa Perücken oder einer Hohepriesterin, die als Stangentänzerin arbeitet. Sie alle sorgen mit allerlei Einflüsterungen und sinnlichen Betörungen dafür, dass der Schauspieler nicht aus seinem Dolce-Vita-Wahn erwacht. Die Palmen, raunt es einmal bei sonnengetränkten Kalifornien-Bildern, suggerieren dir, dass du hier alles sein kannst; wer du willst, was du willst. Aber zu viele Wahlmöglichkeiten sorgen eben auch für Bodenlosigkeit, ein Leben in der Schwebe.

In einer grandiosen Partysequenz auf einem protzigen Hollywood-Anwesen entwirft Malick einen ganzen Zirkus der Eitel- und Oberflächlichkeit, und doch merkt sein Protagonist, dass etwas nicht stimmt. Immer wieder sieht man Bale mit sorgenvoller Miene in einer kargen Wüstenlandschaft stehen - für kurze Augenblicke offenbart sich das Wasteland Hollywood in seiner eigentlichen Ödnis. Aber die meiste Zeit schnappt der Schauspieler so vergeblich nach der Wahrheit wie jener Hund, der - in irritierender Zeitlupe aus der Unterwasserperspektive gefilmt - mit weit aufgerissener Schnauze versucht, einen im Wasser schwimmenden Ball zu erwischen. Eine der absurdesten, aber auch wirkungsmächtigsten Szenen dieser Berlinale.

Meisterliches Brimborium

Gleich reihenweise werden Bale ebenso hochkarätige Kollegen zur Seite gestellt, darunter Cate Blanchett, Natalie Portman, Ben Kingsley, Antonio Banderas und Altstar Brian Dennehy, an denen sich das bisherige Leben des Schauspielers spiegelt: Eine vertrackte, vom Selbstmord eines Bruders überschattete Beziehung zum Vater, eine gescheiterte Ehe, eine Affäre mit einer verheirateten Frau, die schwanger wird, das Kind aber abtreiben lässt. Ganz klar: Der Mann durchlebt eine schwere Midlife-Crisis - und Malick überhöht diese eigentlich banale Sinnsuche eines alternden Dandys zu einer weiteren Erforschung der Zusammenhänge zwischen Mensch und Natur, kosmischer Vorherbestimmung und freier Entscheidung, Fakt und Firlefanz.

Findet der Schauspieler, der Ritter der Kelche aus den Tarotkarten, die im Film auch als Kapitelmotive dienen, am Ende die Perle? Schwer zu sagen. Aber was Terrence Malick zumindest bei jenen, die sich auf sein meisterliches Brimborium einlassen, erreicht haben dürfte, ist die selbstkritische Frage danach, ob man einen das glitzernde Traumreich nicht selbst schon eingelullt hat. Malick habe ihn als Schauspieler torpediert, sagt Christian Bale. Und meinte damit, dass er ihm in sein gewohntes Handwerk gepfuscht hat, ihn aus seiner Routine geschubst hat. Und das tun, darauf können sich wahrscheinlich Kritiker wie Adepten einigen, auch Malicks Filmimpressionen immer wieder.

Neue Filme, neue Serien - Best of Berlinale

Und wieder dient ein Fluss als Bild für die Wege des Schicksals, diesmal ist es der Mekong nahe Saigon. Im vietnamesischen Wettbewerbsfilm "Cha Và Con Và" ("Unsere sonnigen Tage") steht der junger Fotografiestudent Vu zwischen Tradition, einfachem Landleben und staatlicher Kontrolle des Privatlebens einerseits - und seiner aufwallenden homoerotischen Liebe zu seinem Freund Thang. Regisseur Phan Dang Di, der in seiner von Zensur geplagten Heimat als Kino-Erneuerer gefeiert wird, inszeniert die sozialen und gesellschaftlichen Dilemmata Vietnams vielleicht auch aus der Not heraus mit allzu viel Symbolismus und Natur-Metaphern. Andreas Borcholte

Die Beach Boys kennt jeder, weniger bekannt ist allerdings das Schicksal des Bandleaders und Musikgenies Brian Wilson, dem Regisseur und Produzent Bill Pohlad mit "Love & Mercy" (Berlinale-Special) ein rührendes, audiovisuell virtuoses Biopic gewidmet hat. Erzählt wird einerseits von Wilsons beginnender Psychose als er Mitte der Sechziger an seinem Meisterwerk "Pet Sounds" schreibt, andererseits von den dunklen Jahren unter dem Einfluss des manipulativen Psychiaters Eugene Landy (Paul Giamatti), aus dessen Fängen ihn seine heutige Ehefrau Melinda (Elizabeth Banks) befreit. Paul Dano verkörpert den jungen Brian Wilson, John Cusack den älteren. Andreas Borcholte

Eine umgekehrte Transgender-Geschichte erzählt die italienische Regisseurin Laura Bispuri in ihrem Wettbewerbsfilm "Vergine Giurata" (Vereidigte Jungfrau). Nachdem sie Jahre lang nach den Regeln des albanischen Verhaltenskodex Kanun als enthaltsamer Mann gelebt hat, entschließt sich Hana, zu ihrer Ziehschwester nach Mailand zu fliehen. Wie sie beginnt, sich vorsichtig wieder ihrem biologischen Geschlecht anzunähern. inszeniert Bispuri angenehm unaufgeregt, wenngleich vorhersehbar. Alba Rohrwacher brilliert in der Hauptrolle, indem sie nicht ums Mitgefühl der Zuschauer buhlt, sondern Hana Stärke und Eigenständigkeit verleiht. Hannah Pilarczyk

Acht neue TV-Serien wurden auf der Berlinale präsentiert. Kein Format bewies dabei so viel Mut wie die schwedische Serie "Blue Eyes". Sie begleitet - neben weiteren Figuren - zwei junge Erwachsene, deren Mutter, eine rechtspopulistische Politikerin, auf offener Straße ermordet wird. Vom Nationalismus bis zum offenen Rassismus beleuchtet die Serie Spielarten der Intoleranz und Abgrenzung, sie zeigt dabei ungewohnt viel Verständniswillen für die Hintergründe rechten Gedankenguts. Während der Recherche habe man sich, so erzählen die Macher in Berlin, etwa mit Mitgliedern des Ku-Klux-Klans getroffen. Kaspar Heinrich

In Dänemark haben Autoren die globale Finanzkrise als Anstoß für "Follow the Money" genommen. "Wir waren uns sicher, alle würden dieses Thema aufgreifen", so Jeppe Gjervig Gram, mitverantwortlich schon für "Borgen". "Nun sind wir die Einzigen, die eine Serie aus dem Stoff gemacht haben." Seine Geschichte lässt Gram rund um ein fiktives Energieunternehmen spielen. Während innerhalb der Firma Machtkämpfe entbrennen, rufen Insidergeschäfte und tödliche Unfälle die Polizei auf den Plan. Wurde in "Borgen" die Polit-Welt so packend wie anschaulich seziert, gewähren Gram und sein Team diesmal einen sehenswerten Einblick in die obersten Ebenen der Wirtschaft. Kaspar Heinrich

Produzent Nico Hofmann ist seit jeher spezialisiert auf historische Stoffe im bekömmlichen Gewand ("Dresden", "Mogadischu"). Mit der RTL-Serie "Deutschland 83" diesmal erreicht seine Zeitreise die Hochphase des atomaren Wettrüstens. Ein DDR-Grenzsoldat, gespielt von Jungstar Jonas Nay, wird samt neuer Identität in die Bundesrepublik geschickt – mit dem Auftrag, fortan den Klassenfeind auszuspionieren. Entwickelt hat die Serie mit Anna und Jörg Winger ein amerikanisch-deutsches Ehepaar, offenbar mit dem nötigen Feingefühl auch für den transatlantischen Markt. Denn als erste deutschsprachige Dramaserie wurde die Produktion jüngst in die USA verkauft, dort soll sie in der Originalversion mit Untertiteln laufen. Kaspar Heinrich

Von androgyner Eleganz war Annemarie Schwarzenbach, die weltreisende Schweizerin, promovierte Historikerin, literarisch tätige Journalistin. Befreundet mit Klaus und Erika Mann, verheiratet mit einem homosexuellen Diplomaten, liebte sie selbst Frauen, hing am Morphium und kam mit 34 Jahren nach einem Fahrradunfall ums Leben. Die französische Künstlerin Véronique Aubouy begegnet dieser faszinierenden Figur mit ihrem Film "Je suis Annemarie Schwarzenbach" (Panorama) auf ganz eigene Weise: 16 Schauspielerinnen und Schauspieler lud sie zum Casting nach Paris, Frauen und Männer schlüpften in die Rolle der Schwarzenbach, rezitierten Texte, sangen sie zu Musik, interagierten miteinander. Ein assoziatives filmisches Experiment ist daraus entstanden, dessen Erkenntniswert sich in Grenzen hält. Kaspar Heinrich

Wim Wenders überrascht die Berlinale mit seinem Spielfilm "Every Thing Will Be Fine" (außer Konkurrenz), einer Charakterstudie, die visuelle Opulenz und Pathos ungewohnt ökonomisch und stimmig einzusetzen weiß. Der Schriftsteller Tomas (James Franco) tötet zu Beginn des im winterlichen Kanada spielenden und in opulenter 3-D-Optik gefilmten Films bei einem Autounfall ein kleines Kind. In kapitelhaften Zeitsprüngen und Begegnungen mit drei verschiedenen Frauen (Charlotte Gainsbourg, Marie-Josée Croze und Rachel McAdams) sowie dem überlebenden Bruder des toten Knaben, erkundet Wenders, wie Wendepunkte im Leben funktionieren. Hannah Pilarczyk

Ob er auf der Berlinale einen Bären gewinnt oder nicht, dürfte dem chinesischen Regisseur Jiang Wen eher egal sein. "Let The Bullets Fly", der Vorgänger seines Wettbewerbsfilms "Yi Bu Zhi Yao" ("Gone With The Bullets") ist einer der erfolgreichsten Filme, die je in China starteten. Erzählt wird die Geschichte des Gauners und Gauklers Ma Zouri (Regisseur Jiang persönlich), der sich in den unruhigen Zwanzigerjahren in politische und amouröse Intrigen verstrickt. Filmzitate, Geopolitik, Operngesang und allerlei kulturelle Verweise werden zu einem knallbunten Bilder- und Soundstakkato verwirbelt. Chinesisches Blockbuster-Kino, das westliche Zuschauer staunen und rätseln lässt. Andreas Borcholte

So viel Penis war lange nicht: Kunstkino-Veteran Peter Greenaway widmet sich in "Eisenstein in Guanajuato" (Wettbewerb) der offenbar sehr eindrucksvollen Reise des russischen Stummfilmpioniers Sergei Eisenstein nach Mexiko, wo er sein Spätwerk "Que Viva Mexico" zu drehen. Statt sich allerdings auf die Spuren der mexikanischen Revolution zu begeben, lässt sich der exzentrische Filmemacher (grandios: Elmer Bäck) von einem Latino-Schönling entjungfern und in die morbide Todeskultur Mexikos einführen. Greenaway bedient sich nicht nur einer virtuos expressiven, manchmal surrealen Bildsprache, er zeigt in seiner schwungvoll-bunten Farce auch demonstrativ immer wieder Männergemächte und Analverkehr. Ob es dabei um Künstlers oder Russlands Potenz geht, lässt er offen. Andreas Borcholte

Endlich mal wieder ein Western auf der Berlinale! Genau gesagt ein Balkan-Western, denn "Aferim!" (Wettbewerb) des rumänischen Regisseurs Radu Jude handelt von einem dauerquengelnden Konstabler, der mit seinem Sohn und Gehilfen im Jahre 1835 durch die Walachei (sic!) reitet, um einen entflohenen "Zigeuner"-Sklaven zu fangen. Sie reiten. Und reden. Über Gott, Christen und Juden, über die russischen Besatzer und die türkischen. Dabei entsteht ein teils derbes, aber sehr amüsantes Panorama der von Ressentiments, Kleinstaaterei, Brutalität und Bräsigkeit geprägten Gesellschaft des spätfeudalen Osteuropas, das trotz Schwarzweiß-Ästhetik erschreckend aktuell wirkt. Andreas Borcholte

Ein Land traumatisiert von seiner Vergangenheit und desillusioniert von seiner sich abzeichnenden Zukunft: Es ist nicht schwer, in dem Uferstück, an dem der Großteil von Alexey German Juniors Wettbewerbsfilm "Pod electricheskimi oblakami" (Under Electric Clouds) spielt, ein Sinnbild für Russland zu erkennen. Deutlich anspruchsvoller ist es dagegen, der fragmentierten Handlung zu folgen, in der ein kirgisischer Arbeiter, eine aus dem Ausland zurückgekehrte Erbin und ein Touristenführer, der 1991 gegen den Militär-Coup kämpfte, Schlüsselrollen spielen. Mit Tarkovsky im Hinterkopf fügen sich die Stücke jedoch zu einem Gesellschaftspanorama zusammen, das so komplex ist, dass ein einziges Sichten diesem beeindruckenden Film nicht gerecht wird. Hannah Pilarczyk

Das britisch-amerikanische Drama "Woman in Gold" (Berlinale-Special) erzählt von Raubkunst und Restitution, lange bevor die Sammlung Cornelius Gurlitt das Thema großflächig in die Schlagzeilen spülte. Helen Mirren spielt Maria Altmann, eine Jüdin, die einst vor den Nazis aus Wien nach L.A. floh. Als 80-Jährige verklagt sie den österreichischen Staat auf Herausgabe eines Porträts ihrer geliebten Tante – es ist Klimts weltberühmtes Gemälde "Adele Bloch-Bauer I". Die Brisanz dieses wahren Stoffes entschärft Regisseur Simon Curtis leider mit zu viel Pathos. Daran ändert auch das Starensemble (u.a. Ryan Reynolds, Daniel Brühl) nichts. Kaspar Heinrich

Zwei Menschen zwischen den Lebenden und den Toten: In Malgorzata Szumowskas "Body" (Wettbewerb) treffen ein Untersuchungsrichter, der die blutigsten Verbrechen Warschaus aufklären muss, und eine Therapeutin, die mit schwer magersüchtigen Mädchen arbeitet, aufeinander. In kleinen, funkelnden Szenen, die erstaunlich viel Raum für Humor lassen, erzählt "Body" von Trauer, Abschied und der Erkenntnis, dass man manchmal anderen Menschen besser helfen kann als sich selbst. Unsentimental und gleichzeitig umwerfend menschlich. Hannah Pilarczyk

In seiner Verfilmung von Clemens Meyers Roman "Als wir träumten" (Wettbewerb) spürt Andreas Dresen dem utopischen Potenzial der Post-Wendezeit nach. Für eine kurze Zeit erscheint für Dani (Merlin Rose) und seine Freunde alles möglich zu sein – die Liebe, die Karriere als Profiboxer, der eigene Techno-Club. Doch die Freiräume, die ihnen das Leipzig der frühen Neunzigerjahre bietet, schließen sich schneller als erwartet. Auch wenn so viel geprügelt, getanzt und gesoffen wird wie noch nie zuvor bei Dresen, ist "Als wir träumten" zuvorderst von seinem Interesse und Mitgefühl für seine Figuren getragen. Hannah Pilarczyk

Sherlock Holmes (Ian McKellen) ist alt geworden, züchtet Bienen und ärgert sich über die Bücher seines früheren Partners John Watson. Regisseur Bill Condon, seit "Gods and Monsters" und "Kinsey" auf clever konstruierte Biopics spezialisiert, erzählt eine Geschichte vom ewigen Kampf der kalten Vernunft gegen die Unkontrollierbarkeit der Gefühle: Am Ende des Lebens kehrt alles zurück, die Einsamkeit, die Schuld, die Trauer. Dass "Mr. Holmes" (außer Konkurrenz) trotzdem kein schwergängiger, sondern ein sehr vergnüglicher Film geworden ist, liegt zum einen an den großartigen Schauspielern, zum anderen an dem Spiel, das er mit seiner mythenbeladenen Figur treibt. Benjamin Moldenhauer

Nach Motiven aus dem Leben von Josephine Peary schickt der Eröffnungsfilm "Nobody Wants the Night" Juliette Binoche auf die Suche nach ihrem Ehemann, einem umtriebigen Entdecker mit Ziel Nordpol, ins ewige Eis. Dort trifft sie auf eine Inuitfrau (Rinko Kikuchi), deren Schicksal bald mit ihrem eigenen verbunden ist. Leider bietet Isabel Coixet nur teures und pathetisch übersteuertes Überwältigungskino, das vom Leiden und Hungern vorzugsweise weiblicher Menschen in maximaler Bibberkälte erzählt. Selbst für hemmungslosen Kitsch ist der Film zu brav. Wolfgang Höbel

Jafar Panahi darf offiziell keine Filme drehen – in seiner Heimat Iran hat er Berufsverbot. Wie passend, dass sein neuer, heimlich gedrehter Film "Taxi" (Wettbewerb) ein Mockumentary ist, also ein Spielfilm, der tut, als wäre er keiner. Panahi selbst spielt einen Taxifahrer, in dessen Auto die iranische Zivilgesellschaft einsteigt und von den Repressalien des Regimes spricht, aber auch von ihren Strategien, den angstdurchwirkten Alltag zu bewältigen. Mancher Auftritt gerät deklamatorisch, doch im klaustrophobischen Setting des Taxis hat Panahis den perfekten Ort fürs Träumen von großen, ungebändigten Filmen und damit auch der Freiheit gefunden. Hannah Pilarczyk

Seit 30 Jahren fabriziert Guy Maddin radikal eigensinnige Experimentalfilme. Mit "The Forbidden Room" (Forum) hat der kanadische Regisseur es nun richtig krachen lassen: eine delirierende, über zweistündige Aneinanderreihung von lose verbundenen Geschichten in grellen Farben. Männer, die sich in sprechende Bananen verwandeln, ein träumender Schnurrbart – bald wundert man sich über nichts mehr. "The Forbidden Room" ist bewusst überladen mit Zitaten und Verweisen auf die Geschichte des Kinos, wirkt aber an keiner Stelle prätentiös. Nach kurzer Zeit hat man sich in diesem Paralleluniversum unbekannter Ordnung heimisch gemacht. Benjamin Moldenhauer

Wollen wir heiraten? Kriegen wir Kinder? Für das Paar aus Andrew Haighs Wettbewerbsbeitrag liegen die großen Lebensentscheidungen die titelgebenden "45 Years" zurück. Kurz vor der großen Feier zu ihrem 45. Hochzeitstag erreicht Geoff (Tom Courtenay) die Nachricht, dass man die Leiche seiner vor fünf Jahrzehnten tödlich verunglückten Freundin, mit der er vor seiner Ehefrau Kate (Charlotte Rampling) zusammen war, gefunden hat. Parallel und doch nicht gemeinsam treibt der Fund Kate und Geoff an den Abgrund. Ein behutsames Ehedrama, dem die letzte Wucht fehlt, aber das mit zwei tollen Darstellern zu kompensieren weiß. Hannah Pilarczyk

Bei den Maya-Bauern am Fuße eines aktiven Vulkans ist die Welt noch in Ordnung? Von wegen. Die junge Maria träumt in "Ixcanul" (Wettbewerb) davon, mit dem jungen Nichtsnutz Pepe in die USA zu gehen, um damit der arrangierten Ehe mit dem Kaffeeplantagen-Vorarbeiter zu entkommen. Pepe flüchtet jedoch und lässt Maria schwanger zurück. Regisseur Jayro Bustamante stammt selbst aus den ländlichen Regionen Guatemalas und kehrte für sein souveränes, mit Mystik, Natur-Metaphorik und Gesellschaftskritik verwobenes Spielfilm-Debüt zurück zu seinen eigenen, indigenen Wurzeln. Eine gelungene Premiere des mittelamerikanischen Landes auf der Berlinale. Andreas Borcholte

Renoir, Buñuel und jetzt also Benoit Jacquot: Octave Mirbeaus Fin-de-Siècle-Roman "Tagebuch einer Kammerzofe" ("Journal d’une femme de Chambre", Wettbewerb) wurde bereits zweimal prominent verfilmt, einmal 1946, einmal 1964, und nachdem man das 2015-Update von Festival-Routinier Jacquot ("Lebwohl meine Königin") gesehen hat, fragt man sich, ob ein drittes Mal wirklich nötig war. Hauptdarstellerin Léa Seydoux spielt das opportunistisch-amoralische Dienstmädchen Célestine mit viel Verachtung für die bigotte französische Provinz-Bourgeoisie im Trotzblick, aber so richtig stürmisch wird das Unwetter des 20. Jahrhunderts in Jacquots saft- und kraftlosem Kostümdramolett nicht heraufbeschworen, es herrscht eher Flaute. Andreas Borcholte

Wieso werden in Großbritannien eigentlich keine Filme über aktuelle Kriegseinsätze gedreht? Das fragte sich Regisseur Paul Katis und begann damit, die wahre Geschichte eines tragisch verkorksten Einsatzes britischer Soldaten im afghanischen Bezirk "Kajaki" (Markt) zu verfilmen. Die in Jordanien gedrehte Independent-Produktion, die für einen Bafta-Award als bester Debütfilm nominiert ist, zeigt den kameradschaftlichen Überlebenskampf einer Patrouille in einer verminten Schlucht so packend und ungeschminkt blutig, dass die lokale Fachpresse sogar Kathryn Bigelows Oscar-Gewinner "The Hurt Locker" als Referenz nannte. Das mag etwas hoch gegriffen sein, aber dennoch ist Katis mit einem beherzten Darsteller-Ensemble unbekannter Talente ein kleiner, aber sehr intensiver Kriegsfilm gelungen. Andreas Borcholte

Andreas Baader, Jugendfreund von Fassbinder? Holger Meins, Filmstudent an der dffb? Selbst wer die Geschichte der RAF zu kennen glaubt, dürfte im Dokumentarfilm "Une Jeunesse Allemande" ("Eine deutsche Jugend", Panorama) Neues erfahren. Regie führte mit Jean-Gabriel Périot ein junger Franzose. Warum er sich gerade dem bundesdeutschen Terror annahm, jahrelang Archive durchstöberte? Weil nirgendwo sonst die Radikalisierung von rebellischen Studenten zu Staatsfeinden derart gut nachzuvollziehen ist - anhand von Filmmaterial, auch selbst produziertem. Périot fügt ausschließlich Originaldokumente aneinander, mitunter läuft nur eine Tonspur. Das Ergebnis: überraschend packend. Kaspar Heinrich

Catherine (Elisabeth Moss) ist von ihrem Freund verlassen worden und verbringt eine Woche mit Virginia (Katherine Waterston) in einem Ferienhaus am See: Ungeklärte Konflikte brechen auf. Alex Ross Perrys tränenreiches Psychodrama "Queen of Earth" (Forum) zeigt, wie sich zwei nominell beste Freundinnen verbal zerlegen. Die Kamera filmt die Gesichter aus nächster Nähe und mit sezierendem Blick, jede Gemeinheit findet ihre direkte Entsprechung in der Mimik. Mit der Zeit wird dann auch klar, was die beiden jeweils umtreibt. Trotz der Intensität, die "Mad Men"- Star Moss dem Film streckenweise verleiht, bleibt das Geschehen allerdings seltsam abstrakt und thesenhaft. Benjamin Moldenhauer

Dokumentationen über Kurt Cobain und seine Band Nirvana gibt es viele, "Cobain: Montage of Heck" (Panorama Dokumente) ist die erste von den Erben autorisierte. Regisseur Brett Morgen bekam als erster Filmemacher Zugriff auf das Familienarchiv. Sein gut zweistündiger Film verbindet Interviews, animierte Sequenzen, Tagebucheinträge und Live-Sequenzen mit teils bestürzend offenherzigen Home Videos zu einem dichten Porträt des 1994 gestorbenen Sängers. Morgen gelang es, jede Leichenfledderei zu vermeiden. Eher wird hier etwas wieder lebendig - man wird daran erinnert, welche brachiale Wucht die Musik von Nirvana damals hatte. Einer der berührendsten und vielschichtigsten Musikfilme der letzten Jahre. Benjamin Moldenhauer

Einige Kritiker stöhnen schon bei der Erwähnung seines Namens, treue Anhänger von Terrence Malick schätzen hingegen sein Narrative sprengendes Kino, das symbolschwere Bilder, aufwallende Musik und aus dem Off gesprochene Monologe zu einem mystisch-esoterischen Flow formt. "Knight of Cups" (Wettbewerb) ist nach "Tree of Life" und "To the Wonder" Malicks dritter Film, in dem ein einzelner Mann nach seinem Platz im Leben, im Einklang mit Gott und der Natur sucht: Christian Bale spielt einen gefeierten Drehbuchautor, der sich in den Dolce-Vita-Betörungen von Hollywood verloren hat. Poetischer, bildmächtiger und spirituell überhöhter wurde eine Midlife-Crisis im Kino noch nicht inszeniert. Andreas Borcholte

Warum liegen auf dem Meeresgrund vor Chile so viele Teile von Bahnschienen? In "El Botón de Nácar" (Der Perlmuttknopf), dem einzigen Dokumentarfilm im Wettbewerb, beginnt Patricio Guzmán seine Erzählung mit elegischen Bildern von Wasser in seinen unterschiedlichsten Zuständen. In deklamatorischen Voice-Overs erläutert er die Bedeutung, die Wasser für die Entwicklung der Erde und speziell für Chile mit seiner 4200 Kilometer langen Küste hat. Erst langsam, aber dann umso eindrücklicher gelingt Guzmán der Anschluss an die jüngere chilenische Geschichte und den Pinochet-Terror. Wenn sich die eingangs gestellte Frage klärt, sieht man das Meer nurmehr als Grab. Hannah Pilarczyk

"Angelica" (Panorama) beginnt wie ein klassischer Horrorfilm: Eine hübsche junge Frau (Jena Malone) heiratet einen Wissenschaftler (Ed Stoppard), der finstere Dinge in seinem Labor treibt. Das Paar bekommt ein Kind, Sex ist von da an verboten, und es dauert nicht lange, bis sich die ersten Risse im Gefüge zeigen. Der Film spielt im viktorianischen London, und wie so oft im Horror ist es auch hier das verdrängte Begehren, das die Monster gebiert. Erneut nimmt Regisseur Mitchell Lichtenstein das Genre als Folie für einen genauen und radikalen Blick auf die Geschlechterverhältnisse. In seinem Debüt "Teeth" spielte eine Vagina mit Zähnen die eigentliche Hauptrolle. Und auch in dem um einiges dunkleren "Angelica" bekommt der Mann am Ende, was er verdient. Benjamin Moldenhauer

Sebastian Schippers Wettbewerbsbeitrag "Victoria" ist ein Gangster- und Großstadtfilm, der die Geschichte einer späten Berliner Nacht und eines Berliner Morgens erzählt, in der vier junge Männer und eine junge Frau sich am Eingang eines Technoklubs über den Weg laufen. Gedreht in einer einzigen Einstellung gelingt Schipper und Kameramann Sturla Brandth Grøvlen ein 140-Minuten-Rausch, der gleichzeitig einen Triumph für das Ensemble rund um die junge Hauptdarstellerin Laia Costa darstellt. Wolfgang Höbel

Den schönsten Genre-Kurzschluss hat in diesem Jahr die Generationen-Reihe zu bieten: Im Eröffnungsfilm "Prins" verbindet der Niederländer Sam de Jong die unbeholfene Identitätssuche einer Gruppe von Jungs in einer Vorortssiedlung mit den Selbststilisierungsstrategien amerikanischer Neo-Noir-Gangster in L.A. Nicht zufällig erinnert das an "Drive", aber angereichert mit viel Gespür für die Peinlichkeiten der Pubertät. "Prins" ist ein richtig lustiger Jugendfilm, der sein Publikum durch den inszenatorischen Aufwand, den de Jong betreibt, gleichzeitig so ernst nimmt wie kaum ein anderer. Hannah Pilarczyk

Hedi Schneider ist jenseits der dreißig, doch im Herzen ein Kind. Sie kleidet sich mädchenhaft und albert hemmungslos mit ihrem Mann herum. Dabei hat sie selbst einen Sohn im Vorschulalter, außerdem einen leidlich spannenden, aber sicheren Bürojob. Doch als sie plötzlich Opfer einer Panikattacke wird, bekommt Hedis scheinbar ausgeglichenes Leben Risse. Unter dem Einfluss von Beruhigungspillen driftet sie zusehends ab, entfernt sich von Mann und Kind, ständig in Angst vor der Angst. Mit ihrem zweiten Langfilm "Hedi Schneider steckt fest" (Forum) gelingt Sonja Heiss ein Kunststück: Mit warmem Humor erzählt sie die Geschichte einer seelischen Krankheit, getragen von einem umwerfenden Ensemble rund um Laura Tonke. Kaspar Heinrich

Der Filmtitel "Mar" (Forum) entspricht nicht nur dem spanischen Wort für "Meer", sondern ist zugleich der Spitzname von Martin, einem Mittdreißiger, der seinen Urlaub gemeinsam mit der Freundin in einem argentinischen Badeort am Südatlantik verbringt. Der Kinderwunsch liegt in der Luft, allein die Liebe scheint erkaltet. Als Martins aufgedrehte Mutter zum Paar stößt, hebt das nicht eben die Stimmung. Die bedächtig erzählte chilenisch-argentinische Koproduktion transportiert das (Nicht-)Geschehen fast ausschließlich in statischen Kameraeinstellungen, die Lethargie der Figuren überträgt sich so auf die Filmästhetik. Kaspar Heinrich

In "Queen of the Desert" (Wettbewerb) spielt Nicole Kidman die britische Spionin und Forscherin Gertrude Bell, die in den Zehnerjahren des 20. Jahrhunderts als politische Beraterin von Winston Churchill maßgeblich für die Grenzziehung des heutigen Irak verantwortlich war, also, wie sich spätestens heute zeigt, für eine Menge Unsinn. Autor und Regisseur Werner Herzog verblüfft, in dem er auf echte Sandstürme und große Gefühle setzt und damit ein Hollywood-Spektakel für Zuschauer von Acht bis Achtzig auffährt. Lars-Olav Beier

Als hätte David Lynch ein Drehbuch von Helge Schneider verfilmt. So fühlt sich Nikias Chryssos’ Groteske "Der Bunker" (Perspektive Deutsches Kino) an, der in der Sektion Perspektive Deutsches Kino läuft. Um in Ruhe an seiner Arbeit über die Higgs-Teilchen zu schreiben, mietet sich ein Student bei leicht sonderbaren Eheleuten ein. Weil deren achtjähriger Sohn (gespielt vom 30-jährigen Daniel Fripan) Präsident werden soll, aber nicht mal die Hauptstädte der Welt kennt, muss der Zwischenmieter als Hauslehrer einspringen. Und dann ist da noch Heinrich, die sprechende Wunde am Bein der Mutter. Ein stilsicheres, düster-absurdes Kammerspiel. Kaspar Heinrich

Zwei Brüder voller Gegensätze stehen im Mittelpunkt von Tom Sommerlattes Langfilmdebüt "Im Sommer wohnt er unten" (Perspektive Deutsches Kino). Auf der einen Seite David, zielstrebiger Banker mit Machoattitüde, auf der anderen Seite Matthias, freundlich-schluffiger Taugenichts. Plötzlich müssen beide miteinander den Urlaub verbringen, im französischen Familiendomizil – und samt Freundinnen. Sowohl zwischen den Paaren als auch innerhalb der Beziehungen entspinnen sich folgenreiche Machtspielchen. Man hat das schon oft gesehen, in "Ein fliehendes Pferd" oder "Alle anderen", doch die Konstellation "Paare im Urlaub" sorgt auch hier für sehenswert schmerzhafte Szenen. Kaspar Heinrich

Wenn das Kino schnell aufs Existenzielle kommen will, setzt es auf Religion und tote Tiere. Beides gibt es in Pablo Larraíns Wettbewerbsbeitrag "El Club", doch von formelhaftem Pathos könnte dieser Film nicht weiter entfernt sein. Mit einer Gnadenlosigkeit, die man ansonsten nur von Lars von Trier kennt, rechnet Larraín mit der katholischen Kirche Chiles ab. Nicht einen Strahl Sonnenlicht ins Gesicht gönnt er den Kinderschändern, Menschenhändlern und Schlägern, die einst der Kirche dienten und nun in einem Haus an der Küste von ihr geschützt werden. Einen dunkleren, verbitterteren Film wird man in diesem Jahr kaum finden. Hannah Pilarczyk

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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
richardb 08.02.2015
1. Frage
Dies gehört wohl nicht hierher, aber ich wundere mich sehr darüber, daß ich in der deutschen Presse kein einziges Wort zu dem Film finden kann, der die Niederlande zurzeit geradezu in Aufruhr versetzt: Am 29. Januar hatte "Michiel de Ruyter" (auf Englisch wohl "Admiral") seine Première, ein historisches Drama mit fünf spektakuären Seeschlächten - und ich hoffe sehr, daß der Film auch in Deutschland in den Kinos kommen mag. Weiß vielleicht jemand mehr darüber?
Hochbeet 09.02.2015
2. Nichts Neues...
... nur der Versuch etwas europäsche Melancholie ins oberflächliche Hollywood zu bringen.
seriousernst 09.02.2015
3. Ach?
Zitat von Hochbeet... nur der Versuch etwas europäsche Melancholie ins oberflächliche Hollywood zu bringen.
Sie haben den Film also schon gesehen? Als großer Terrence Malick Fan beneide ich Sie!
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