Berlinale-Sektion Panorama Wieland Speck gibt nach 25 Jahren Leitung ab

Als Leiter der Berlinale-Sektion Panorama und Miterfinder des Teddy Award hat Wieland Speck schwul-lesbische Filme stark gemacht. Nun übernimmt ein Trio die Leitung der Reihe.

Von links nach rechts: Wieland Speck, Paz Lázaro, Michael Stütz und Andreas Struck
Ali Ghandtschi/ Berlinale

Von links nach rechts: Wieland Speck, Paz Lázaro, Michael Stütz und Andreas Struck


Wechsel bei der Berlinale - aber noch nicht an der Spitze: Während weiterhin unklar ist, ob Festivalleiter Dieter Kosslick den Berliner Filmfestspielen auch nach 2019 erhalten bleibt, hat die Nebenreihe Panorama eine neue Leitung bekommen. Wie schon in der Branche vermutet, übergibt der bisherige Chef Wieland Speck nach 25 Jahren an ein dreiköpfiges Team, bestehend aus Paz Lázaro als Leiterin sowie Michael Stütz und Andreas Struck als Co-Kuratoren.

"Ich danke Wieland herzlich für seine fantastische Arbeit beim Panorama", hob Kosslick am Montag Specks Leistungen hervor. "Er hat für den anspruchsvollen Independent-Film eine Plattform geschaffen, die ihn erfolgreich mit dem internationalen Markt verbindet."

Laut Kosslick soll Speck künftig als Berater des offiziellen Programms tätig sein. Von ihm übernimmt Paz Lázaro die offizielle Leitung der Sektion, die mit Michael Stütz und Andreas Struck das Programm gemeinsam kuratieren wird. Alle drei haben bereits lange an Specks Seite gearbeitet.

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Wieland Speck hatte ab 1982 zusammen mit Manfred Salzgeber das Panorama aufgebaut und mit Salzgeber 1987 auch den Teddy Award als weltweit ersten Filmpreis für queeres Kino geschaffen. 1992 übernahm Speck die Leitung des Panorama. Mehr als 1800 Filmwerke - Spielfilme, dokumentarische Arbeiten und Kurzfilme - hat er nach Angaben der Berlinale in dieser Funktion kuratiert.

Während Speck dem queeren Kino mit dem Teddy Award, dessen Gala stets als einer der Höhepunkte der Berlinale gilt, sowie einer umsichtigen Programmierung im Panorama viel Platz und Aufmerksamkeit verschafft hat, waren in den vergangenen Jahren verstärkt Stimmen laut geworden, die die Sektion als zu gefällig und kommerziell orientiert ansahen und cinephiles Profil vermissten. Ob mit Lázaro und ihrem Team eine Neuorientierung der Reihe erfolgen wird, ist offen.

Die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin finden vom 15. bis 25. Februar 2018 statt.

hpi/dpa



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