Berlinale Weltpremiere für restaurierte "Metropolis"-Fassung

Eines der wichtigsten Werke der Filmgeschichte ist wieder unverstümmelt zu sehen: Bei der Berlinale 2010 kehrt Fritz Langs Filmklassiker "Metropolis" in restaurierter Fassung auf die Leinwand zurück - 83 Jahre nach seiner Uraufführung.

Szene aus "Metropolis": Als erster Film in das Unesco-Erbe aufgenommen
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Szene aus "Metropolis": Als erster Film in das Unesco-Erbe aufgenommen


Hamburg/Berlin - Fritz Langs Originalfassung des Stummfilmklassikers "Metropolis" von 1927 kehrt bei der Berlinale 2010 auf die Kinoleinwand zurück. In einer Galavorstellung am 12. Februar im Friedrichstadtpalast werde die von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung restaurierte Fassung des Films 83 Jahre nach der Uraufführung Premiere feiern, teilte die Berlinale am Donnerstag mit.

Nach der Originalpartitur von Gottfried Huppertz wird die Aufführung vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin begleitet. Zeitgleich wird das Werk in Frankfurt am Main aufgeführt, wie die Stiftung in Wiesbaden mitteilte. Über Jahrzehnte hinweg galten entscheidende Teile des Films als verschollen.

Durch den Fund eines 16-Millimeter-Negativs in Buenos Aires im vergangenen Jahr und die aktuelle Restaurierung kann "Metropolis" nun in der ursprünglichen, um mehr als 30 Minuten längeren Fassung, nahezu vollständig restauriert gezeigt werden.

"Kaum ein anderer deutscher Film hat die Filmgeschichte so geprägt wie Fritz Langs 'Metropolis'. Es ist eine besondere Freude und Ehre, dass wir die restaurierte Originalfassung dieses legendären und stilbildenden Filmklassikers beim 60. Festivaljubiläum präsentieren können", sagte Berlinale-Direktor Dieter Kosslick. Der Vorsitzende der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Helmut Poßmann, sagte: "'Metropolis' ist untrennbar mit seinem Mythos als filmischer Torso verknüpft. Die nahezu vollständig wiederhergestellte Fassung wird die Geschichte seiner Überlieferung und Restaurierungen in sich tragen."

Über Jahrzehnte verschollen

Die Verstümmelung des Monumentalwerks, eine Art Science-Fiction- Film über eine hoch technisierte Stadt der Zukunft mit amüsierwütiger Oberschicht und einem Heer von Arbeitssklaven, begann unmittelbar nach seiner Premiere am 10. Januar 1927 im Berliner Ufa- Palast am Zoo. Da der bis dahin teuerste Film der deutschen Filmgeschichte nicht die erwarteten Zuschauermassen anzog, ging die Produktionsgesellschaft Ufa fast Bankrott. Daher wurde eine neue, an der US-Verleihfassung orientierte Fassung hergestellt, die deutlich gekürzt war. Im Mai 1928 war allerdings noch das Original in die argentinischen Kinos gekommen - eben jene Fassung also, deren Fund in Buenos Aires nun die Restaurierung möglich machte.

Über Jahrzehnte hinweg galten entscheidende Teile des Films von 1927, der 2001 als erster Film in das Unesco-Weltdokumentenerbe aufgenommen wurde, als verschollen. Zu den Darstellern gehören Brigitte Helm, Gustav Fröhlich, Fritz Rasp, Heinrich George und Helene Weigel.

sha/ddp/dpa

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