Billy Wilder ist tot: Hollywood verliert einen seiner größten Söhne

Eigentlich wollte Billy Wilder erst mit 104 sterben - im Bett mit einer jüngeren Frau, erschossen von deren Ehemann. Doch jetzt muss Hollywood neun Jahre zu früh um einen der größten Regisseure trauern. Der sechsfache Oscar-Preisträger erlag den Folgen einer Lungenentzündung.

Billy Wilder, wie man ihn kennt (1979)
AP

Billy Wilder, wie man ihn kennt (1979)

Los Angeles - Wilder war an insgesamt 50 Filmen als Autor, Regisseur oder Produzent beteiligt. Für sein Werk wurde er mit sechs Oscars ausgezeichnet.

Sein Tod im Alter von 95 Jahren löste unter Freunden und Kollegen in Hollywood große Trauer aus. Die Schauspieler hätten ihn geliebt, sagte Filmproduzent George Schlatter, ein langjähriger Freund Wilders. Er hatte den Tod Wilders auf Wunsch von dessen Frau Audrey am Donnerstag bekannt gegeben. Er sei "friedlich eingeschlafen". Wilders gesundheitlicher Zustand hatte sich zuletzt zunehmend verschlechtert.

1906 in Galizien geboren, wuchs Wilder in Wien auf. Er studierte kurz Jura, ging dann als Polizeireporter nach Berlin und entwickelte dort seine Begeisterung für den Film. 1933 emigrierte Wilder aus Nazi-Deutschland in die USA. Er wurde später amerikanischer Staatsbürger. Seine Mutter, Großmutter und andere Verwandte kamen im Konzentrationslager Auschwitz um.

Filmszene aus "Irma la Douce" (1962) mit Shirley MacLaine und Jack Lemmon
DPA

Filmszene aus "Irma la Douce" (1962) mit Shirley MacLaine und Jack Lemmon

In Hollywood begann Wilders Laufbahn als Drehbuchautor. Bald führte er auch Regie, um seine Ideen selbst verwirklichen zu können. Wilder wurde 20 Mal für einen Oscar nominiert und sechs Mal ausgezeichnet. Er war der erste Filmemacher, der drei Oscars in einem Jahr gewann: 1960 mit "Das Appartement" für den besten Film, Regie und Drehbuch.

Erfolgreich war Wilder mit Dramen wie der Alkoholiker-Geschichte "Das verlorene Wochenende" mit Jack Lemmon, Romanzen wie "Sabrina" mit Audrey Hepburn und düstere Krimis wie "Frau ohne Gewissen". Sein Film "Reporter der Satans" war an Zynismus kaum zu übertreffen.

Berühmt machten ihn aber seine unverwechselbaren Komödien. In "Manche mögen's heiß" und "Der verflixte siebte Jahr" wurde Marilyn Monroe zum Weltstar. Das Komiker-Duo Jack Lemmon und Walter Matthau verdankt den Inszenierungen von Wilder seinen Ruhm. 1986 nahm der vielfach ausgezeichnete Regisseur auch einen Oscar für sein Lebenswerk in Empfang. Der Leitspruch der Hollywood-Legende lautete: "Langweile Dich nicht und langweile andere nicht."

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