Bob Anderson gestorben Der Mann, der Darth Vaders Lichtschwert führte

Er ließ Darth Vaders Lichtschwert kreisen und brachte Zorro das Fechten bei - jetzt ist der britische Schwertmeister und Olympionike Bon Anderson im Alter von 89 Jahren gestorben.

Schwertmeister der Stars: Bob Anderson brachte Errol Flynn das Fechten bei
AP/ Leon Hill

Schwertmeister der Stars: Bob Anderson brachte Errol Flynn das Fechten bei


London/Berlin - Den Olympia-Fechter und Hollywood-Schwertmeister Bob Anderson kennen die meisten Kinogänger - auch wenn sie seinen Namen vielleicht noch nie gehört haben: Anderson führte in einigen der berühmtesten Duell-Szenen der Filmgeschichte den Degen. Und nicht nur diesen.

Anderson, der am Neujahrsmorgen im Alter von 89 Jahren in einem englischen Hospital gestorben ist, führte das Lichtschwert Darth Vaders in zwei der drei ursprünglichen Filme der "Star Wars"-Reihe: In "Das Imperium schlägt zurück" und "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" war es Anderson, der im Kostüm des schwarzgekleideten Bösewichts auf der dunklen Seite der Macht den Laser gegen den lieben Luke Skywalker erhob.

Eigentlich verkörperte der fast zwei Meter große ehemalige Gewichtheber David Prowse den Bösewicht, doch es war ihm nicht möglich, von Anderson den grazilen Umgang mit dem Lichtschwert zu erlernen. Also musste Anderson, damals schon fast 60 Jahre alt und wesentlich kleiner als Prowse, selbst in das schwarze Kostüm steigen.

"Bob hat Anerkennung verdient"

Wäre es nach Regisseur George Lucas gegangen, hätte niemand von Andersons Einsatz erfahren. Doch 1983 verriet Mark Hamill, der Luke Skywalker darstellte, in einem Interview, dass es Anderson war, der als Vader kämpfte - und nicht Prowse: "Es sollte eigentlich ein Geheimnis bleiben, aber ich habe George Lucas gesagt, dass das nicht fair wäre. Bob hat so schwer gearbeitet, dass er dafür auch Anerkennung verdient."

Dieses Engagement war nur ein Höhepunkt von vielen in der langen Karriere Andersons. Er brachte zahlreichen Schauspielern den Umgang mit Schwert und Degen bei - von Erol Flynn bis Antonio Banderas. 50 Jahre lang wirkte er als Schwertmeister, Kampf-Choreograf und Stuntman.

Robert James Gilbert Anderson wurde 1922 im südenglischen Hampshire geboren und begann bereits in früher Jugend mit dem Fechten. Vor dem Zweiten Weltkrieg trat er in die britische Marine ein und unterrichtete auf Kriegsschiffen die Fechtkunst. 1952 nahm er für Großbritannien an den Olympischen Spielen teil, 1950 und 1953 kämpfte er um den Titel des Weltmeisters. In den späten Fünfzigern wurde er Trainer der britischen Fechter, später trainierte er die kanadische Mannschaft. 1952 arbeitete er mit Errol Flynn - der Beginn seiner Film-Karriere. Er wirkte an James-Bond- und Zorro-Filmen mit - und auch an der "Herr der Ringe"-Trilogie.

Bob Anderson hinterlässt seine Frau Pearl und drei Kinder.

kuz/Reuters



insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
MonsieurAlex 03.01.2012
1. Lieber Spiegel,
das heißt Fechtmeister.
phileas 03.01.2012
2. Nein.
Zitat von MonsieurAlexdas heißt Fechtmeister.
Er war Schwertmeister.
MonsieurAlex 03.01.2012
3. Muß leider auch Sie korrigieren:
Schwertmeister mag es bei Internet- oder sonstigen Rollenspielen heißen. Im Theater und beim Film heißt es Fechtmeister.
spoonium 03.01.2012
4.
Zitat von MonsieurAlexSchwertmeister mag es bei Internet- oder sonstigen Rollenspielen heißen. Im Theater und beim Film heißt es Fechtmeister.
Und nicht nur da, Fechtmeister ist sogar ein deutscher Berufsstand (http://de.wikipedia.org/wiki/Fechtmeister). Inwiefern sich das mit einem englischen "sword master" gleichsetzen lässt, weiß ich nicht, allerdings gibt es das deutsche "Schwertmeister" anscheinend wirklich nur im Fantasy-Bereich. Das erinnert mich sowieso eher an Monkey Island. ;)
DCS Foyle 03.01.2012
5.
Zitat von spooniumUnd nicht nur da, Fechtmeister ist sogar ein deutscher Berufsstand (http://de.wikipedia.org/wiki/Fechtmeister). Inwiefern sich das mit einem englischen "sword master" gleichsetzen lässt, weiß ich nicht, allerdings gibt es das deutsche "Schwertmeister" anscheinend wirklich nur im Fantasy-Bereich. Das erinnert mich sowieso eher an Monkey Island. ;)
Eben ;) Sogar T-Shirts kann man kaufen, "Ich habe den Schwertmeister besiegt" (im Spiel selbst erhält man sogar eines), und dabei ist Carla doch eine Frau...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.