Bollywood-Legende Khanna ist tot Der Mann, der Frauenfinger bluten ließ

Indien trauert um den ersten Superstar, den die Traumfabrik Bollywood hervorgebracht hat: Der Schauspieler Rajesh Khanna ist tot. Männer brachen bei seinen Filmen in Tränen aus, Frauen heirateten sein Foto - und schrieben ihrem Leinwand-Helden Liebesbriefe mit Blut.

AFP

Hamburg/Neu Delhi/Mumbai - Er gilt als eine der ersten großen Diven in Indiens weltberühmter Filmindustrie Bollywood, in seiner Heimat verehren ihn die Kinofans wie einen Gott. Mit romantischen Schmonzetten eroberte er die Herzen der Zuschauer, und wo immer er auftauchte, sorgte er für Hysterie, umringten ihn kreischende Massen. Weibliche Fans heirateten sogar sein Foto - und sie schrieben ihm Briefe mit ihrem Blut als Tinte. Wie die "Times of India" schreibt, schnitten sich die Damen dafür in ihren Finger. Am Mittwoch ist der Schauspieler Rajesh Khanna im Alter von 69 Jahren gestorben.

Laut der Nachrichtenagentur Press Trust of India erlag das große Leinwand-Idol einer nicht genannten Krankheit in seinem Haus in Mumbai. Seine Frau, die Schauspielerin Dimple Kapadia, und seine beiden Töchter wachten an seinem Bett, als er starb, heißt es. Vor seinem Anwesen versammelten sich Fans, um ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen, meldet der britische Sender BBC.

Kaum ein Land ist so filmverrückt wie Indien, daher wird der Tod eines großen Kinohelden schnell zur Staatsangelegenheit. Im Nachrichtenportal Twitter, wo Khannas Tod allgegenwärtig ist, sprach der indische Premier Manmohan Singh, @PMOIndia, der Familie sowie Bewunderern des Schauspielers denn auch sein Beileid aus und schreibt: "Er wird Teil unserer Filmfolklore sein".

Auch Kollegen und Freunde trauern auf Twitter. Der erfolgreiche indische Regisseur Karan Johar zwitschert als @kjohar25: "Die Magie...des Rajesh Khanna ist in jedes Archiv des indischen Kinos eingeschrieben...für immer." "Er war ein Superstar wie kein anderer", schreibt die Schauspielerin Shabana Azmi als @AzmiShabana. "Ich habe zehn Filme mit ihm gemacht... Ich habe gesehen, wie alte Frauen ihn mit Tränen in den Augen umarmen und wie junge Mädchen in seiner Gegenwart in Ohnmacht fallen." Doch zuletzt sei er nur noch ein Schatten seiner selbst gewesen.

Männer brechen in Tränen aus, Frauen schreiben Briefe mit Blut

"Ich wurde nur berühmt, weil ich mit Rajesh Khanna in 'Anand' zusammengearbeitet habe", sagte laut der Tageszeitung "Times of India" einst der indische Schauspieler Amitabh Bachchan, nach Khanna der wohl bekannteste Darsteller seiner Generation. Das Krebs-Drama "Anand" aus dem Jahr 1971 - Khanna spielt den gleichnamigen Protagonisten - ist einer der größten Schmachtfetzen der indischen Kinogeschichte. Der Film über jenen Kranken, der sein Leiden nicht besiegen, aber die Herzen der Menschen gewinnen konnte, steht in dem Ruf, sogar Männer in Tränen ausbrechen zu lassen. "Wie Anand aus dem Film ist auch er von uns gegangen", schreibt die "Times of India", "aber sein Andenken wird fortleben."

Der Schauspieler begann seine Kinokarriere Mitte der sechziger Jahre, schnell erzielte er enorme Erfolge - der Starkult war ein neues Phänomen für das Land. Kollegen ließen ihm seine Allüren gern durchgehen, manchmal schimpften sie aber auch auf ihn. Denn zu Dreharbeiten kam er schon mal Stunden zu spät, wie die BBC im Jahr 1973 im TV-Porträt "Bombay Superstar" berichtete, aus dem ein Ausschnitt auf YouTube zu sehen ist.

Khanna sei der höchstbezahlte Schauspieler seiner Generation, berichtet die "Times of India", sein Rekord aufeinanderfolgender Erfolge bislang ungeschlagen. Der Darsteller spielte die Hauptrolle in mehr als 160 Filmen. Dazu gehören dem Bericht zufolge vor allem Produktionen aus den Jahren 1970 bis 1979. Neben "Anand" sind darunter weitere große Erfolgsfilme wie "Kati Patang", "Aradhana" und "Amar Prem" - allesamt Musical-Romanzen im typischen Bollywood-Stil, wie das Publikum sie noch heute liebt.

Mit Material von AP

insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
blob123y 18.07.2012
1. Frauen heiraten Fotos,
Zitat von sysopAFPIndien trauert um den ersten Superstar, den die Traumfabrik Bollywood hervorgebracht hat: Der Schauspieler Rajesh Khanna ist tot. Männer brachen bei seinen Filmen in Tränen aus, Frauen heirateten sein Foto - und schrieben ihrem Leindwand-Helden Liebesbriefe mit ihrem Blut. http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,845073,00.html
Liebersbriefe mit Blut geschrieben, irgendwer muss da einen Megaknall haben.
kabuljann 19.07.2012
2. Bollywood-Legende Khanna ist tot Der Mann, der Frauenfinger bluten ließ
Zitat von blob123yLiebersbriefe mit Blut geschrieben, irgendwer muss da einen Megaknall haben.
Rajesh Kahnna, in der Tat eine Filmlegende. Ich kenne ihn als eines der besten Kinodarsteller der Filmszene überhaupt. Seine Filme sind allesamt, die ich noch sehen konnte, unbeschreiblich hinreizend, mitnehmend, packend und einfach schön. Ich kann mich als jungen Afghaner an zwei seiner Filme gut erinnern, "AMAR PAREM und MEHBUBA", Wahwa.... Schade, dass er trotz der modernen Medizin - auch in Indien - so kurz gelebt hat, aber in ca. 20 Jahren 169 Filme, dass muss man in dieser Kategorie und Qualität an Perfektion nachmachen. In meinem Herzen bleibt er als ein toller Mensch, guter Schauspieler und auch als eine Legende weiterhin lebendig. Gott segne seine Seele, mein Beileid gilt seiner Famiele, Freunde n und seinen Fans. WIR WERDEN DICH VERMISSEN.
Koda 19.07.2012
3. Ich musste da an die "Simpsons" denken
Zitat von blob123yLiebersbriefe mit Blut geschrieben, irgendwer muss da einen Megaknall haben.
Tingeltangel-Bob (oder Psycho-Bob) sitzt im Gefängnis und schreibt zuerst Drohbriefe an Bart Simpson mit seinem Blut; und anschliessend einen Leserbrief über einen Film, bei dem allerdings sein Kreislauf zusammenklappt.
pj08 19.07.2012
4. Legende
RK ist eine Legende. Wir hier in Europa kennen Bollywood erst durch Sharukh Khan. bollywood ist zum Glück nicht nur SRK. Er war für seine fast 70 noch fit. Leider hat die Krankheit Ihn eingeholt. Indien trauert um einen der Hoffnung versprühte, durch Liebe verbindete in einer Zeit als Indien noch stark mit dem eigenen Aufbau beschäftigt war. Als Schauspieler wenig politisch, als Politiker mehr Schauspieler, trotz allem war und bleibt er der erste Bollywood Star. RIP Rajesh Khanna
just_me007 19.07.2012
5. optional
Was ist denn das für ein Artikel? Dem Schreiberling fehlt es offensichtlich sowohl an fachlicher, als auch an journalistischer Kompetenz. Hier wurden lediglich Aussagen von anderen Medien zusammengeschustert und damit es schön reißerisch wird (denn unreflektiertes Gehetze à la "alles kitschig, alles doof" hinsichtlich der indischen Filmindustrie kommt in Deutschland ja immer gut), wird die "Bluttinte" ausgeschlachtet. Sorry, aber so etwas Besonderes ist das nun wirklich nicht. Bei Elvis, den Beatles, diversen Boy Groups etc. hatten wir das (und noch weitaus abstrusere Fan-Aktionen) auch alles. Für ein Medium wie Spiegel Online hätte ich einen kompetenteren Artikel erwartet, der nicht nur einfach wiedergibt, was anderswo schon steht und vor allem keine Fakten verdreht oder gar sachliche Fehler einbaut. Nur ein Beispiel: [ZItat] "Neben "Anand" sind darunter weitere große Erfolgsfilme wie "Kati Patang", "Aradhana" und "Amar Prem" - allesamt Musical-Romanzen im typischen Bollywood-Stil, wie das Publikum sie noch heute liebt." [Zitat ende] 1. Es gibt den "typischen Bollywood-Stil" nicht, denn über die letzten 100 Jahre (ja, es gab in Indien bereits Kino vor Shahrukh Khan) hat sich das indische Kino insgesamt (nicht nur das Hindi-Kino (Bollywood), das nur eine der zwölf indischen Filmindustrien darstellt) stetig verändert. Nicht alle Filme waren "Liebes-Schmonzetten" und jede Dekade hatte ihre eigenen Themen, Trends und Stile - und in jeder der zwölf indischen Filmindustrien waren es andere. 2. Das indische Filmpublikum steht heute überhaupt nicht mehr auf die Liebesfilme im Stil des Films "Dilwale Dulhania Le Jayenge" (deutscher Titel "Wer zuerst kommt, kriegt die Braut"; der Link verweist auf einen Artikel über diesen Film). Seit Jahren lassen knallharte Action-Filme, die Kino-Kassen in Indien klingeln. Ein Beispiel gefällig? http://www.youtube.com/watch?v=SltgdcQX_Rc Schade, dass sich der Verfasser des Artikels nicht die Mühe gemacht hat, dieses Thema richtig anzupacken. Besonders schade, weil man solch einen Artikel in einem Medium lesen muss, von dem man kompetenten Journalismus erwarten sollte. Zum Schluss noch ein Wort zum Kommentar von "Koda": Solche Kommentare sind nicht nur dumm, sondern auch unpassend und geschmacklos!
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